Balm bei Günsber

«Keine Option, unter der Stube zu lochen»: Kanal wird rund um die Grundstücksgrenze gelegt

In Balm bei Günsberg wird ein Kanal verlegt. (Symbolbild)

In Balm bei Günsberg wird ein Kanal verlegt. (Symbolbild)

An der Gemeindeversammlung von Balm bei Günsberg wurde einer Verlegung der Kanalisation zugestimmt.

Auf der Parzelle 268 – an der Hauptstrasse schräg gegenüber dem Reitstall – soll gebaut werden. Dabei stellte sich heraus, dass schräg durch das Grundstück und in rund 3 Meter Tiefe unter dem projektierten Gebäude hindurch eine öffentliche Mischwasserkanalisation verläuft. Der Gemeinderat hat sich nun entschlossen, diesen Kanal rund um die Grundstücksgrenze herum zu verlegen. «Bei einem Schadensfall wäre es wirklich keine Option, unter der Stube zu lochen», meinte Christof Siegel als zuständiger Gemeinderat humorvoll.

Die 23-köpfige Gemeindeversammlung sah dies genauso und bewilligte den Bruttokredit von 60'000 Franken. Mit 32'000 Franken beteiligt sich der Grundeigentümer, 28'000 Franken trägt die Gemeinde. Die Kanalverlegung findet im Rahmen der Bauarbeiten statt.

«Bei uns liegen grosse Werte im Boden», betonte Siegel mit Blick auf die rund 5000 Meter umfassenden Abwasserbauwerke im Balmer Boden mit einem Neuanschaffungswert von 3 Mio. Franken. Ausserdem dazuzurechnen sind Hausanschlüsse, Strasseneinlaufschächte, Drainagen, eingedolte Bachläufe, Sauberwasserleitungen, Brunnenüberläufe und vieles mehr. 2003 fand die letzte Untersuchung des Leitungsnetzes mittels Kanalfernsehen statt. Weil sich jedoch überdurchschnittlich viel Fremdwasser im System befindet, beschloss die Versammlung, den Zustand der Leitungen untersuchen zu lassen. Denn die ARA Unterleberberg verrechnet in ihrem Kostenteiler die Fremdwassermenge.

Leitungsnetz soll untersucht werden

Erst mit einem aktuellen Untersuchungsbefund können notwendige Sanierungsmassnahmen getroffen werden. Aus der Versammlung wurde vorgeschlagen, mögliche Beschädigungen sofort mit «Inline»-Rohren zu beheben. Das werde sicher später erfolgen, so Siegel. Als hauptsächliche Übeltäter bezeichnete er die Hausanschlüsse, bei deren Montage vor 70 Jahren offenbar gesündigt worden sei.

Ein Stimmbürger empfahl zudem, gleichzeitig ein Dachwasser-Trennsystem zu installieren. Schliesslich entschied sich die Versammlung bei 1 Enthaltung, den Objektkredit in Höhe von 78000 Franken für die Kontrolle des gesamten Abwasser-Leitungsnetzes zu genehmigen. Im zweiten Schritt sollen dann die Erneuerungen diskutiert werden. (gku)

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