Messen
Keine Massnahmen nötig: Tempo 30 beim Schulhaus ist bereits Realität

Verkehr, Schulhäuser und Wasserleitungen beschäftigten den Gemeinderat von Messen an seiner letzten Sitzung. Für ihn ist klar: Beim Schulhaus Brühl braucht es keine aufwändigen Massnahmen.

Marlene Sedlacek
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Rund um das Schulhaus Bühl - hier ein Bild nach dem Anbauen - wird nicht schnell gefahren, weshalb keine weiteren Massnahmen nötig sind.

Rund um das Schulhaus Bühl - hier ein Bild nach dem Anbauen - wird nicht schnell gefahren, weshalb keine weiteren Massnahmen nötig sind.

Isabel Mäder

Die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg steht für den Gemeinderat an erster Stelle. Dennoch möchte er beim Schulhaus Bühl keine aufwändigen verkehrstechnischen Massnahmen vornehmen. Es mache keinen Sinn, Tempo 30 einzuführen, wenn die Autos sowieso nicht schneller fahren, sagte Gemeindepräsidentin Marianne Meister an der letzten Sitzung. Und Hindernisse würden die Sicherheit eher behindern, als fördern, vermutet sie. Das Aufstellen von Verkehrstafeln und Aufmalen des Signals «Achtung Kinder» auf die Strasse soll genügen.

Beim Schulhaus Räzlirain geht es nicht um Verkehrsprobleme, sondern um Lärmemissionen. Die Anwohner suchten das Gespräch mit der Gemeindepräsidentin, weil sie sich oft gestört fühlen durch die Jugendlichen, die sich auf dem Schulhausplatz tummeln. Der Gemeinderat stellte fest, dass die Benutzungsordnung der Schulanlagen Lücken aufweist. So ist zum Beispiel für den Sonntag nicht geregelt, zu welchen Zeiten der Platz benützt werden dürfe. Eine Arbeitsgruppe wird die Benutzungsordnung unter die Lupe nehmen und Anpassungen vornehmen, wo dies nötig ist.

Die Mehrjahresplanung des Kantons für den Strassenbau 2016 bis 2019 verursachte allgemeines Kopfschütteln im Gemeinderat. Ab einem Verkehrsaufkommen von 2000 Fahrzeugen pro Tag ist es für eine Gemeinde Pflicht, einen Bericht über verkehrsberuhigende Massnahmen erstellen zu lassen. Ansonsten kommt man nicht in den Genuss von Subventionen, falls man etwas gegen lästige Verkehrsemissionen machen will.

Ein solcher Bericht kostet 40 000 Franken, wovon Messen etwa 8000 selber berappen müsste. Auf der Hauptstrasse passieren täglich 1400 bis 2200 Fahrzeuge, wie eine Messung des kantonalen Amts ergeben hatte. Mit dieser niedrigen Frequenz bekomme die Gemeinde nicht einmal Fussgängerstreifen bewilligt. «Mir ist noch nie etwas über Lärmbelästigungen zu Ohren gekommen», betonte Meister. «Der Verkehr ist bei uns absolut kein Problem.»

Viele Sanierungsbegehren

Für die kommende Budgetrunde präsentierten Wasser-, Betriebs- und Flurkommissionen ihre Begehren für das nächste Jahr. Die Betriebskommission sieht Bedarf für verschiedene Sanierungen in den Schulhäusern und anderen gemeindeeigenen Bauten. Für 60 000 Franken möchte sie auf Wunsch der Schulleitung und des Schulverbandes den Pausenplatz Bühl neu gestalten. Unter anderem soll ein Kletterbaum aufgestellt werden. Diese Kosten müsste Messen nicht alleine tragen, sondern sie würden jährlich mit der Miete abgerechnet.

Ein grosser Brocken bei der Abwasserbeseitigung ist das gründliche Spülen des Leitungsnetzes für 25 000 Franken. Ebenso eine Sanierung des Netzes im Ortsteil Messen im Rahmen des generellen Entwässerungsplans (GEP) für 50 000 Franken. Auch die Flurkommission möchte ihr Leitungsnetz spülen lassen. Für das Moos Messen und Balm sind brutto 80 000 Franken eingesetzt, inklusive Reserven für Unvorhergesehenes. Die Leitungen seien mindestens 37 Jahre lang nie gereinigt worden, wusste Finanzverwalter Géo Voumard aus eigener Erfahrung.

Keine Verrechnung

Der Kanton empfiehlt den Gemeinden, die Wegkosten für die Spitexdienste künftig zu einer Pauschalen von 6 Franken pro Weg zu verrechnen. Der Spitexverein warnt jedoch vor einem voreiligen Handeln. Es sei ein Gerichtsfall über die Klage eines Patienten hängig, der eine zu hohe Kostenbelastung beanstandet. Der Gemeinderat wird mit einer Verrechnung zuwarten, um nicht das Risiko einzugehen, die Kosten später zurückzahlen zu müssen.

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