Deitingen-Gerlafingen

Keine Busverbindung ins Wasseramt: Gemeindepräsidenten ärgern sich über kantonale Verwaltung

Deitinger können per Zug nach Solothurn und Olten fahren, eine Busverbindung ins Wasseramt fehlt aber weiterhin.

Obwohl vom Kantonsrat beschlossen, will der neue Abteilungsleiter öffentlicher Verkehr die sogenannte äussere Tangentiale, eine Busline von Deitingen nach Gerlafingen, nicht einführen. Damit werde der Volkswillen missachtet.

Letzte Woche wurden die Gemeinden der Region Solothurn vom neuen Abteilungsleiter öffentlicher Verkehr informiert über das weitere Vorgehen bei der Überprüfung und Verbesserung des Busangebotes. Am Dienstagabend stellte sich Kjell Kolden persönlich in der Gemeindepräsidienkonferenz Wasseramt vor. Neben guten Nachrichten, wie der Umsetzung der sogenannten inneren Tangentiallinie, die künftig von Montag bis Freitag von Luterbach nach Derendingen, Biberist und Gerlafingen fahren soll, gab es aber auch schlechte Neuigkeiten.

So will das Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) die äussere Tangentiale, eine neue Busline von Deitingen nach Subingen, Horriwil, Oekingen, Kriegstetten, Recherswil, Obergerlafingen bis Gerlafingen, nicht umsetzen. Das vorgeschlagene Angebotskonzept vermöge nicht zu überzeugen und zudem habe sich gezeigt, dass von einem geringeren Fahrgastpotenzial ausgegangen werden müsse, als im Planungsprozess angenommen wurde. Die sich daraus ergebende ungenügende Kostendeckung erlaube es nicht, die äussere Tangentiale zu führen.

Anliegen aus dem äusseren Wasseramt

Gerade diese Verbindung wird aber im Wasseramt schon seit Längerem gefordert. Aus diesem Grund wurde 2017 ein Volksauftrag eingereicht, der eine Verbesserung der Verbindungen im öffentlichen Verkehr im Wasseramt forderte. Der Regierungsrat hat diesen erheblich erklärt, und auch der Kantonsrat konnte sich mit dem Anliegen identifizieren. Im Globalbudget für den öffentlichen Verkehr ist die äussere Tangentiale ebenfalls enthalten. Dort steht: «Im Jahr 2021 werden folgende neue Angebote eingeführt ... neue Tangentiale Deitingen-Gerlafingen und damit Anbindung von Teilen des Wasseramtes an die Regionalzüge in Richtung Wangen a. A.-Oensingen-Gäu-Olten, sowie an die S Bahn Bern.»

«Der Kantonsrat hat das Globalbudget genehmigt und meiner Meinung nach besteht damit eine Verpflichtung, die äussere Tangentiale einzuführen», erklärte Hardy Jäggi (Recherswil), der seinerzeit den Volksauftrag lanciert hatte. «Es kann nicht sein, dass man dies einfach vom Bürotisch aus streicht. Ohne Pilotphase, in der man Erfahrungen sammeln könnte.»

Auch Hans Ruedi Ingold (Subingen) zeigte sich überrascht, dass die Verwaltung einen Auftrag des Kantonsrates und damit des Volkes einfach ignoriert. Bruno Eberhard (Deitingen) zeigte sich in erster Linie enttäuscht. «Wir haben zwar einen Bahnhof, sind aber sonst abgekoppelt vom Wasseramt.» In Oekingen wünsche sich die Bevölkerung dringend einen Busanschluss, meinte Etienne Gasche.

Mindestens ein Pilotversuch müsste sein

Kjell Kolden zeigte sich immun gegen diese Äusserungen. Die Einführung der äusseren Tangentiale sei finanziell nicht vertretbar. Er erklärte weiter, dass man sich bei der Budgetierung offensichtlich verschätzt habe und man nun mit dem Geld auskommen müsse, das zur Verfügung steht.

Die Gemeindepräsidenten waren sich einig darüber, dass man das Schreiben des AVT nicht unkommentiert lassen könne. Mindestens einen Pilotversuch sollte man auf der Linie machen.

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