Musik

Kein Termin für 2020: Wasserämter Musikwettbewerb pausiert ein Jahr

Über vier Jahre hinweg konnte Mira Hostettler einen Tagessieg beim Musikwettbewerb holen. Dieses Jahr ist das nicht möglich. (Archivbild)

Über vier Jahre hinweg konnte Mira Hostettler einen Tagessieg beim Musikwettbewerb holen. Dieses Jahr ist das nicht möglich. (Archivbild)

Der Musikgrossanlass im Wasseramt wurde im Jahr 1988 erstmals durchgeführt. In den letzten Jahren sank die Beteiligung.

Am 6. Juni hätte der 33. Wasserämter Musikwettbewerb stattfinden sollen. Momentan noch bis am 25. April würde die Anmeldungsfrist laufen. Erstmals in seiner Geschichte musste er nun aber abgesagt werden. Der Musikwettbewerb kann aus verschiedenen Gründen auch nicht mehr später in diesem Jahr nachgeholt werden. Hingegen wurde mit dem 12. Juni 2021 bereits das Datum für den nächsten Wettbewerb gesetzt.

Pädagogisch tätige Menschen wissen längst, dass Kinder und Jugendliche sich ständig vergleichen. Diese Vergleiche sind ein wichtiger Antrieb, nicht nur für die musikalische, sondern für ihre gesamte Entwicklung. Was beim Schulbetrieb über das Zeugnisbüchlein funktioniert, geht aber beim Musikunterricht nicht.

Diese angeborene Suche nach Vergleichen ist schon in den späten 80er-Jahren den vier Dirigenten und Musiklehrkräften Hans Burkhalter, Urs Heri, Hans Rindisbacher und Ulrich Troesch aufgefallen. Sie waren sicher, dass Lernziele die Effizienz des Lernens steigern. Sie überzeugten den Wasserämter Musikverband mit ihrer Idee zur Schaffung eines Wettbewerbes.

Der Wettbewerb findet festen Platz in der Agenda

Am Wasserämter Musiktag 1988 in Gerlafingen wurde denn auch erstmals der Wasserämter Musikwettbewerb ausgetragen. Nur zwei Jahre später schrieb ein Korrespondent: Zu einem gefreuten Kind des Wasserämter Musikverbandes hat sich der Wasserämter Musikwettbewerb entwickelt. Während im ersten Jahr 24 Vorträge bewertet wurden, sprengten die damaligen 43 Programmnummern schon fast den zeitlichen Rahmen des Samstags. Beinahe eine Verdoppelung der Vortragszahl innert zwei Jahren darf sicher als Erfolg gelten. Weil die Teilnehmerzahlen weiter stiegen, musste 1992 nebst dem Samstag erstmals auch der Sonntag beansprucht werden.

Mehr als über die zahlenmässige Zunahme freuten sich die vier Initianten damals über die qualitative Steigerung der Vorträge. Das war ja ihr eigentliches Ziel. Die zunehmende Zahl der Musikschulen machte sich bezüglich Qualität positiv bemerkbar. Der Musikwettbewerb hatte seinen festen Platz jeweils gleichzeitig am Ort und mit der Infrastruktur des Wasserämter Musiktages.

Stetige Erweiterung des Wettbewerbs

Er war aber nie ein Anlass des Wasserämter Musikverbandes, sondern immer unabhängig. Immer schon waren es externe Fachexperten, welche die Vorträge bewerteten. Teilnahmeberechtigt war, wer ein Blasinstrument spielte, welches in der Blasmusik verwendet wird. Voraussetzung war zudem, dass die Bläserin oder der Bläser im Wasseramt wohnte, im Wasseramt eine Musikschule besuchte oder in einem Wasserämter Verein spielte. Es gab einen Solisten- und einen Gruppenwettbewerb, wobei nach Alter abgestuft in Kategorien gewertet wurde. Bei Gruppen war für die altersmässige Einstufung das Durchschnittsalter der Mitglieder massgebend.

In der Anfangszeit des Wettbewerbes stieg auch die Bedeutung der Perkussion im Bereich der Blasmusik. Deshalb wurde 1994 der Wettbewerb, der bis dahin ausschliesslich den Blasinstrumenten der Musikvereine offen war, auf die entsprechenden, dort eingesetzten Perkussionsinstrumente erweitert. Vier Solisten stellten sich den Experten im ersten Jahr auf dem Drumset. Diese hatten zudem sechs Perkussionsgruppen zu bewerten. Im Lauf der Zeit kamen weitere Fächer hinzu. Das nächste war die klassische Gitarre. Später kamen Streicher und dann Klavier dazu. Ganz zuletzt stiess auf Grund von Anfragen aus Musikschulen auch noch der Sologesang dazu. Immer war der Vergleich auch in diesen Bereichen die Motivation.

Vom Tagessieger zum erfolgreichen Musiker

Im neuen Jahrhundert ging die Beteiligung langsam zurück. Die erwachsenen Musikantinnen und Musikanten blieben zunehmend aus. Mangelnde Unterstützung seitens der Musiktags-Organisatoren oder fehlende Infrastruktur veranlassten das OK, einen festen, geeigneten Ort für den Wettbewerb zu finden. Man fand ihn im Singsaal in Biberist bis zu dessen Renovation. Zwei der vier Gründer waren schon ausgestiegen, als sich 2008 auch Hans Burkhalter aus dem inzwischen gebildeten OK zurückzog. Somit ist Urs Heri der einzige noch aktive Gründer im Wettbewerbs-OK.

Ein Blick auf die alten Ranglisten ist auch heute noch interessant. Vielfach tauchen über mehrere Jahre die gleichen Namen zuvorderst auf. Das waren früher die Scartazzini-Schwestern oder die beiden Tubisten Patrick Zäh und Bernhard Wüthrich. Diese Reihe setzten Esti Nydegger, Felix Heri und danach Miriam Grossenbacher fort. Einige der früheren Tagessiegerinnen oder -sieger verdienen heute ihr Geld ganz oder zumindest grösstenteils mit Musik oder mit Musikunterricht. Je einen Tagessieg über vier Jahre hinweg hat bisher nur Mira Hostettler geschafft. Sie hat alle vier letzten Austragungen dominiert.

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