Die Ortsplanungsrevision in Bellach ist in der zweiten Auflagerunde. Die 25 Einsprachen zur ersten Auflage wurden im Gemeinderat behandelt. Die Änderungen, die sich durch die Einsprachen ergaben, sind nun publiziert. Wird gegen diese Änderungen keine Einsprache mehr erhoben, geht das Planwerk zur Genehmigung an den Kanton. Was haben die Einsprachen bewirkt?

Die wichtigsten Punkte seien erwähnt: Nochmals um eine Auszonung herumgekommen sind die Besitzer der unbebauten Grundstücke Grundbuch Nummern (GB Nr.) 26 und 1927. Diese liegen unbebaut am Siedlungsrand und sollten aufgrund «der fehlenden Erhältlichkeit» in die Landwirtschaftszone rückgezont werden. In Kompensation war eine Teileinzonung von GB Nr. 18 vorgesehen.

Nun hat die oben erwähnte Grundeigentümerschaft aber eine Verpflichtung unterschrieben, innerhalb der nächsten Planungsperiode die beiden Grundstücke zu überbauen. Deshalb bleiben die beiden Grundstücke in der Bauzone. Nummer 26 wird wie bis anhin der W2 und Nummer 1927 wird neu von der Wohnzone W2 zur W2-3 (2-3-geschossig) aufklassiert.

Keine Terassensiedlung

In Kompensation mit der geplanten Rückzonung war die Teileinzonung von GB Nr. 18 in die Spezialzone «Terrassensiedlung» (STs) vorgesehen. Zudem war ein öffentlicher Fussweg entlang der Westseite der Einzonung geplant (als Siedlungsabschluss). Diese Kompensation ist nun nicht möglich. Für die Einzonung im Gebiet Henzirain fehlt die flächengleiche Kompensation der Bauzone. Deshalb wird darauf verzichtet.

Ebenfalls vorläufig verzichtet wird auf den dort vorgesehen öffentlichen Fussweg. Der Fussweg wird im Erschliessungsplan jedoch als «geplant» aufgeführt (gemäss bisher rechtsgültigem Erschliessungsplan).

Gemäss räumlichem Leitbild gilt der Henzirain aber als Entwicklungsgebiet (Siedlungslücke) an guter Wohnlage. Im Hinblick auf eine mögliche künftige Einzonung im Rahmen einer nachfolgenden Ortsplanungsrevision und auf der Grundlage des revidierten Richtplans wird die betroffene Fläche neu der Reservezone Wohnen Re W zugeordnet.

Fussballplatz FC Bellach

Eine Einwendung spricht sich gegen die Umzonung des Fussballplatzes des FC Bellachs von der aktuelle geltenden Spezialzone Freizeit und Sport Brunnmatt in die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (öBA). Es handle sich um eine private und nicht um eine öffentliche Nutzung, so der Einsprecher. Gestützt auf diese Begründung wird auf die geplante Umzonung des Sportplatzes verzichtet, wobei der nordöstliche Parzellenteil (FC-Häuschen) im Rahmen der zweiten Auflage ebenfalls der Spezialzone zugewiesen wird (heute in der öBA).

Der in der Nähe liegende frühere Bauernhof an der Selzacherstrasse 47 soll in die Wohnzone W2 umgezont werden. Der ehemalige Hof wird seit Jahrzehnten nicht mehr als solcher genutzt. Im Hinblick auf eine bessere bauliche Ausnützung des bestehenden Gebäudes wurde deshalb in einer Einsprache die Einzonung des Grundstücks beantragt.

Hofensemble Grederhof

Die ursprünglich vorgesehene grosszügige Einzonung des Nordwestbereichs von GB Nr. 625 (Hofensemble Grederhof beim Franziskanerkreisel) in die Spezialzone «Bellach Ost» sowie die Festlegung eines Schutzstatus für die drei Hofensemble-Gebäude wird vom Kanton bestritten. Diesem steht der Erhalt des Bestandes im Vordergrund. Eine allfällige Einzonung habe sich auf das bebaute Areal zu beschränken. Dem folgt nun der Gemeinderat. Zudem hat er im Hinblick auf eine adäquate Umnutzung des Hofensembles Grederhof im Rahmen des Projektes Bellach Ost entschieden, den Schutzstatus der drei oben erwähnten Gebäude neu auf «erhaltenswert» zu korrigieren.

Mobilfunkbetreiber wehren sich

Weitere Einsprachen betrafen das Zonenreglement. Massiv abgeändert wurde der Mobilfunk-Paragraf nach Einsprachen der Mobilfunkbetreiber. Die Rechtmässigkeit der im Rahmen der 1. Auflage definierten Vorschriften wurde basierend auf Bundesgerichtsentscheide in Frage gestellt. Der Gemeinderat fügte sich.

Im Paragraf über die Gebiete mit Gestaltungsplanpflicht werden die zulässigen Abweichungen (Boni) von der Grundnutzung definiert. Die Abweichungen werden dahingehend ergänzt, dass die minimale Grünflächenziffer unterschritten werden darf, wenn dafür die Aussen-, Frei und Grünräume hochwertig gestaltet werden.

Nicht zuletzt wurde im Rahmen der laufenden Gestaltungsplanung im Gebiet Bellach Ost entschieden, die Lärmempfindlichkeitsstufe der Spezialzone Bellach Ost neu mit der ES III festzulegen. Diese Änderung erfolgte insbesondere aufgrund der Tatsache, dass im Gebiet eine durchmischte, lebendige und verdichtete Nutzung erwünscht sei; mässig störende Betriebe wie beispielsweise Restaurationsbetriebe wolle man nicht verhindern. Eine solche Nutzung bedingt die ES III. Bisher war eine empfindlichere ES II vorgesehen.