13 Hektaren Land gehören zum Paradieshof. Dieses Land soll, so die Besitzerin im Beschrieb zum Baugesuch, weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Allerdings soll das Land nur an Personen vergeben werden, die selbst bereits einen landwirtschaftlichen Betrieb führen, daran interessiert sind weiteres Land zu pachten und den Paradieshof demzufolge nicht nützen wollen. Die landwirtschaftliche Nutzung der Gebäude soll, so steht es weiter im Baugesuch, aufgegeben werden.

Nicht-landwirtschaftlichen Nutzung dienen

Mit dem Baugesuch soll das Wohnhaus einer Nutzungsänderung unterworfen werden, ebenso das angebaute Ökonomiegebäude. Beide sollen neu nicht mehr einer landwirtschaftlichen, sondern einer nicht-landwirtschaftlichen Nutzung dienen. Wobei das Ökonomiegebäude ausschliesslich zur nicht gewerblichen Lagerung für die Mieter des Wohnhauses genutzt werden darf. Laut Baugesuch werden an den beiden Wohnungen im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss nur geringfügige Änderungen vorgenommen.

Das heisst, dass einige Räume mit nicht-tragenden Wänden und Türen neu unterteilt werden. Das dient dazu, das neu alle Schlafzimmer direkten Zugang zum Wohn- und Essbereich haben und nicht mehr, wie das heute der Fall ist, zuerst ein anderes Schlafzimmer durchquert werden muss.

In Absprache mit dem Amt für Landwirtschaft sollen Gebäude und Landwirtschaftsland nicht abparzelliert werden. Die Parzelle mutiere mit der Umnutzung der Gebäude aber neu zu einem gemischt genutzten landwirtschaftlichen Grundstück, das aber nach wie vor in den Geltungsbereich des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht falle.

«Altrechtliches» Wohnhaus

Im Baugesuch wird immer wieder darauf hingewiesen, dass es sich beim Paradieshof um ein «altrechtliches» Wohnhaus und ein «altrechtliches» Ökonomiegebäude handelt. Damit berufen sich die Eigentümer auf Art. 24c des Raumplanungsgesetzes (RPG) und Art. 41 und 42 der Raumplanungsverordnung. Dort heisst es: «Bauten, die vor dem 1. Juli 1972 rechtmässig erstellt oder durch eine nachträgliche Planänderung zonenfremd geworden sind, dürfen nach Art. 24c RPG erneuert, teilweise geändert, und wiederaufgebaut werden.» Art. 24c des RPG ist insbesondere auch anwendbar auf landwirtschaftliche Wohnbauten und angebaute Ökonomieräume, welche vor dem Zeitpunkt der Rechtsänderung erstellt worden sind und damals oder auch heute noch landwirtschaftlich genutzt werden.

Nicht anwendbar ist die Bestimmung auf alleinstehende, unbewohnte landwirtschaftliche Bauten. Bei einer Umnutzung oder einem Umbau gibt es allerdings diverse Auflagen. Bauliche Massnahmen dürfen beispielsweise nur von untergeordneter Bedeutung sein und müssen die Identität der Baute einschliesslich der Umgebung in den wesentlichen Zügen wahren. Zudem muss von Fall zu Fall beurteilt werden, ob die Identität der Baute oder Anlage unter Würdigung der Umstände im Wesentlichen gewahrt bleibt. Für alle Vorhaben ist zudem immer auch zu prüfen, ob nicht überwiegende Interessen entgegenstehen.

Der Paradieshof liegt heute in der Landwirtschaftszone. Mit dem räumlichen Leitbild der Gemeinde Lohn-Ammannsegg festgelegt worden, dass die landwirtschaftlich genutzten Flächen weiterhin erhalten werden sollen. Auch die Hofstattzonen und die Hochstammbäume sollen erhalten bleiben.