Zuchwil

Kebag baut für 439 Millionen eine neue Verbrennungsanlage

2025 soll die neue Anlage im Emmenspitz stehen: «Kebag Enova» im Modell.

2025 soll die neue Anlage im Emmenspitz stehen: «Kebag Enova» im Modell.

Die Kebag-Aktionäre haben am Donnerstag grünes Licht für die Realisierung des Neubauprojekts «Kebag Enova» gegeben. Sie genehmigten einstimmig einen Investitionskredit von 439 Millionen.

Der Abfall aus 184 Gemeinden mit rund einer halben Million Einwohnern landet in der Kehrichtverbrennungsanlage Kebag in Zuchwil. Knapp 224'000 Tonnen waren es im letzten Jahr. Das ist sogar etwas mehr als die mit dem Amt für Umwelt vereinbarte Maximalmenge, man musste den Kehrichtverbrennungsanlagen in Bern, Basel und Biel aushelfen. Nach über 40 Jahren Betrieb stösst die Kebag-Anlage mit ihren vier Ofenlinien an die Altersgrenze.

Sie soll durch einen Neubau ersetzt werden. Am Donnerstag war es an den Aktionären, mit der Genehmigung des Investitionskredits definitiv grünes Licht für das Mammutprojekt «Kebag Enova» zu geben. Obwohl es um eine enorme Summe geht, war der Entscheid an der Generalversammlung in Zuchwil unbestritten. Zum Investitionskredit von 439 Millionen Franken genehmigten die Aktionäre noch eine Reserve von 40 Millionen zur Absicherung nicht beeinflussbarer Projektrisiken.

Die bisherige Anlage der Kebag hat bald ausgedient.

Die bisherige Anlage der Kebag hat bald ausgedient.

Wie Verwaltungsratspräsident Christoph Fankhauser ausführte, ist man mit den Vorbereitungsarbeiten für den Neubau auf Kurs. Der gesamte Zonen- und Gestaltungsplan für das Areal im Emmenspitz wurde Anfang Jahr öffentlich aufgelegt. Es gab keine Einsprachen, man rechnet bei der Kebag bis Ende Juni mit der Genehmigung durch den Regierungsrat. Läuft alles nach Plan, kann 2020 mit dem Bau begonnen werden, 2025 soll die «Kebag Enova» den Betrieb aufnehmen. Südlich der jetzigen Kebag entsteht eine komplett neue Anlage mit zwei Verbrennungslinien, die 221'000 Tonnen Abfall jährlich verwerten wird. Das entspricht der gleichen Kapazität wie heute.

Erfolgreiches Geschäftsjahr

Dass die alte Anlage in die Jahre gekommen ist, schlägt sich auch in hohen Unterhalts- und Reparaturkosten nieder. Die Kebag-Aktionäre konnten am Donnerstag dennoch auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr mit einem Gewinn von 6,9 Millionen Franken zurückblicken. Die Einnahmen aus den Kehrichtgebühren sind nach einer Preisanpassung um 4,8 Prozent auf 31,25 Millionen gestiegen.

Der Erlös aus dem Energieverkauf legte dank deutlich grösseren Fernwärmelieferungen und erstmals voller Einspeisevergütung für die Stromproduktion um 21 Prozent auf 13,81 Millionen zu. Für dieses Jahr plant die Kebag die Installation einer sogenannten Power-to-Heat-Anlage, die aus überschüssigem Strom Heisswasser für das Fernwärmenetz produzieren wird. Mit der Investition von 4,8 Millionen leistet die Kebag einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Bedarfs an Netzregelleistung und damit zur Stabilisierung des Stromnetzes.

Die Abwicklung der statutarischen Geschäfte gab an der Generalversammlung zu keinen Diskussionen Anlass. Für den Verwaltungsrat war eine Ersatzwahl vorzunehmen: Auf den zurücktretenden Hugo Kummer (Gemeindevertreter von Burgdorf) folgt Francesco Rappa.

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