Das Gemeindehaus ist sanierungsbedürftig: Bezüglich Energieeffizienz wurde es in die schlechteste Kategorie eingestuft, undichte Stellen lassen immer wieder Wasser eindringen und die alte Heizung kann jeden Moment aussteigen und müsste dann ersetzt werden.

Problematisch ist aber, dass dieses Gebäude aus den 1970er-Jahren nicht nur der Gemeinde, sondern auch der Post gehört. Während die Gemeinde den Teil Gemeindehaus besitzt, ist die Post Besitzerin des anderen Gebäudeteils und auch des entsprechenden Grundstücks. An den anstehenden Sanierungsarbeiten will sich die Post aber nicht beteiligen und die beiden Parteien sind nun seit längerem am Verhandeln.

Die Post hat der Gemeinde nun ein Kaufangebot unterbreitet. Für eine Million Franken könnte die Gemeinde das Postgebäude kaufen, während die Post als Mieterin weiterhin im Gebäude bliebe.

Sanierung käme noch hinzu

Der Gemeinderat zeigte sich diesbezüglich aber skeptisch, denn es gibt vor allem ein grosses Problem: das Geld. Eigentlich lässt die finanzielle Lage der Gemeinde einen Kauf gar nicht zu. Per Ende 2014 weist Bellach einen Bilanzfehlbetrag von rund 2,2 Millionen Franken aus, weitere Investitionen wären im Prinzip unvernünftig.

Der Gemeindepräsident Roland Stadler unterstrich zudem, dass es nicht nur um den Kaufpreis von einer Million gehe. Nebst dem Kaufpreis würde schliesslich auch der Sanierungskostenanteil der Post auf die Gemeinde abgewälzt. Zusätzlich zum Kaufbetrag und den eigenen Sanierungskosten ergäbe das eine Investition von etwa vier Millionen Franken.

Standort nicht gefährdet

Der Poststandort ist momentan nicht gefährdet und die Post hat bereits zugesichert, dass sie bei einem Kauf die Räumlichkeiten im Mietverhältnis weiter nutzen werde. Auch der Gemeinderat betonte, dass man die Post unbedingt im Dorf behalten möchte. Man äusserte aber auch die Angst davor, dass es irgendwann zu einem Leerstand kommen könnte, falls die Post ihren Standort aufgeben möchte.

Sollte es so weit kommen, sehe die Vermietungssituation nicht rosig aus. Die Lage sei zwar gut, doch Gewerberaum stehe momentan vielerorts leer und die Parkplatzsituation sei bedenklich.

Trotz diesen Bedenken denkt der Gemeinderat über das Kaufangebot nach und sieht darin auch verschiedene Chancen. In der längeren Diskussion kam auch ein Neubau zur Sprache. Roland Stadler fragte: «Wenn die Kauf- und Sanierungsvariante schon vier Millionen kostet, wie teuer würde dann ein Neubau?»

Angesprochen wurden die Suche nach einem Investor sowie die Kombination mit Alterswohnungen. Die Entscheidung über Kauf und Sanierung wurde nun auf den Frühling verschoben. Jetzt wird eine Arbeitsgruppe gebildet, welche nach möglichen Lösungen sucht und im kleinen Kreis weiterdiskutiert.