Subingen
Kauf des Raubtierpark-Areals ist immer noch das Ziel – Standort im Ausland steht auch zur Debatte

René Strickler hat keine wirkliche Lösung für die Umplatzierung seiner Katzen und Bären. Er möchte nach wie vor das Areal, auf dem der Raubtierpark steht, kaufen. Auch ein Standort im Ausland ist Thema.

Urs Byland
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René Strickler füttert für die Kamera eines seiner geliebten Tiere.

René Strickler füttert für die Kamera eines seiner geliebten Tiere.

Urs Byland

Der Mittwoch war wieder so ein Tag, den der Raubtierparkbesitzer René Strickler hassen dürfte. Am Morgen verbreitete sich das für Strickler vernichtende Urteil des Bundesgericht. Dieses weist Stricklers Beschwerde gegen die gerichtliche Anordnung zur Räumung seines Raubtierparks ab. «Das war zu erwarten, es ging ja vor allem darum, mehr Zeit für die Suche nach einer Lösung zu bekommen», sagen am Nachmittag nach kurz einberufener Sitzung René Strickler und Werner Ballmer, der die kürzlich gegründete Raubtierpark Subingen AG präsidiert.

Gleichzeitig verteilen sie eine Medienmitteilung zur neuen Ausgangslage, in der sie die aktuelle Lösung in Subingen als die beste propagieren. Der Kauf des 50'000 Quadratmeter grossen Landstücks sei erstes Ziel.

René Strickler und sein Raubtierpark: Eine bewegende Geschichte
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2003 mietet Strickler für fünf Jahre ein Gebäude sowie rund 6000 Quadratmeter Land in Subingen. Eigentümerin des Geländes ist die Espace Real Estate Holding AG.
2005 muss er ein neues Baugesuch einreichen Es kommen immer wieder neue Gehege und Gebäude dazu, die auf einen permanenten Raubtierpark hindeuten.
Wie finanziert sich ein Raubtier-Themenpark? 2007 erhält Strickler zwar die Bewilligung, in Dompierre (FR) einen 42'000 Quadratmeter grossen Raubtierpark-Themenpark zu bauen, die Finanzierung des 35-Millionen-Projekts ist jedoch nicht gesichert.
2008 wird der Mietvertrag noch einmal für drei Jahre verlängert Die Zukunft der Raubtiere scheint wenigstens für eine Weile gesichert.
Im August 2009 wird jedoch bekannt, dass der Mietvertrag vor Monaten gekündigt wurde. Wohin nun mit den Tieren?
Im Januar 2010 erreicht René Strickler eine Mieterstreckung für drei weitere Jahre Die Raubtiere, darunter auch seltene Exemplare wie dieser weisse Tiger mit Namen Arisha, und die 50 kleineren Tiere, wie Hasen, Schweine oder Ziegen sind noch einmal um eine Räumung herum gekommen.
2013 fordert Strickler vergeblich eine weitere Mieterstreckung um drei Jahre. 2014 einigt er sich vor der Zivilabteilung des Richteramts Bucheggberg-Wasseramt auf einen Vergleich für die Räumung des Raubtierparks auf Ende 2015.
Demo für Raubtierpark 200 Tierfreunde bekunden im März ihre Solidarität für René Stricklers Raubtierpark. Dieser muss das Gelände bis Mitte Juli geräumt haben. (20. März 2016)

René Strickler und sein Raubtierpark: Eine bewegende Geschichte

Urs Lindt

Gespräche mit Immobilienfachleuten und einer Bank sowie der Landbesitzerin Espace Real Estate AG seien in Gange, und alternativ stehe man in Verhandlungen mit einem Standort im Ausland, auf Anfrage wird Deutschland bestätigt, – aber alles brauche viel Zeit.

Zudem hätte die Landbesitzerin es in der Hand, das Verfahren abzubrechen, zumal doch Erfolg versprechende Verhandlungen laufen.

Aber das Angebot ist alles andere als genagelt. Victor Schmid, Sprecher in dieser Sache für die Landbesitzerin erklärt gegenüber Tele M1: «Wenn heute ein ernsthaftes Angebot mit Finanzierungsnachweis eintreffen würde, würden wir das natürlich prüfen.»

Und zum möglichen Abbruch des Verfahren sagt Schmid: «Die Durchsetzung der vom Bundesgericht geschützten Rechte obliegt nun den Behörden. Es ist an den Behörden, einen Zeitplan vorzugeben.» Das ist mehr als klar.

Auf den Hinweis, dass nun das Oberamt aktiv werden muss, weil der seinerzeitige vor dem Richteramt Bucheggberg-Wasseramt abgeschlossene Vergleich gilt, und das Areal geräumt werden muss, reagieren Ballmer und Strickler eher ungläubig. «Wir werden mit dem Oberamt das Gespräch suchen. Und welcher Regierungsrat ist dort zuständig?»

Für die Kamera schnallt sich Strickler den Beutel mit den Fleischstücken um und füttert die Löwin und streichelt durch das Gitter deren Kopf. Wie in alten Zeiten.

Chronologie der Ereignisse

René Strickler betreibt seit 2003 einen Raubtierpark. Die Vermieterin kündigte den Vertrag 2009. Im Rahmen der zweiten Erstreckung willigte Strickler einem Vergleich zu und verpflichtete sich, das Gelände bis Ende 2015 zu räumen. Nachdem dies nicht erfolgte, beantragte die Vermieterin im Januar die Vollstreckung des Vergleichs. Das Richteramt stellte Anfang März die Rechtskraft des Vergleichs fest und verpflichtete Strickler unter Strafandrohung zum Abzug von Material und Tieren bis spätestens am 14. Juli. Das Obergericht des Kantons Solothurn bestätigte den Entscheid im vergangenen Mai.

Das Bundesgericht weist nun die Beschwerde von René Strickler ab. Das vorliegende Verfahren betreffe die Vollstreckung des rechtskräftigen Vergleichs, mit dem sich René Strickler zur Rückgabe des Geländes bis Ende 2015 verpflichtet hat, was von René Strickler nicht bestritten wird. Seine Einwände würden aber das Mietverhältnis als solches betreffen, dessen Beendigung mit dem rechtskräftig abgeschlossenen Vergleich jedoch feststeht. «René Strickler weiss im Übrigen spätestens seit dem Abschluss dieses Vergleiches definitiv, dass er das Gelände verlassen muss», so das Bundesgericht in einer Mitteilung. Die Vorinstanzen hätten mit der Anordnung einer Frist von drei bis vier Monaten für die Räumung ihr Ermessen grosszügig zu seinen Gunsten ausgeübt. (uby)

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