Vor vier Jahren ist die «Lernstatt Schule» von Zielebach nach Nennigkofen gezügelt. Man rechnete damit, am neuen Standort den Schulbetrieb mit drei Kindern zu starten. Doch schon bei der Eröffnung waren es dann neun Kinder. Diese Zahl wuchs und wuchs mit den Jahren. Geschwister kamen hinzu, Kinder, die «Homeschooling» hatten, wechselten in die Schule und zwei Kinder, die weiter zu Hause unterrichtet werden, kommen einmal pro Woche nach Lüsslingen-Nennigkofen.

Inzwischen sind 25 Kinder an der Schule angemeldet. Die «Lernstatt Schule» ist eine private Schule für Kinder zwischen 4 und 16 Jahren. Sie ist staatlich bewilligt und orientiert sich am Modell der demokratischen Schulen. Selbstbestimmtes Lernen, individuelle persönliche Entwicklung und am realen Leben orientierte Unterrichtsformen sind Kernelemente des Schulmodells.

Die Räumlichkeiten auf dem Kulturhof Weyeneth sind mit den Bedürfnissen der Schule mitgewachsen. Verschiedene Räume dürfen genutzt werden, auf dem Dachstock wurde ein Dom aufgestellt, es gibt eine Werkstatt, einen Bauwagen im Garten und ganz viel Umschwung. «Wir sind hier gut aufgehoben», sind sich die Schulleiterin Petra Maarsen sowie Teammitglied Mark von Gunten einig.

Kapazitätsgrenze erreicht

Obwohl eigentlich alles perfekt wäre, ist man nun auf der Suche nach einem neuen Standort. Denn die Schule könnte aktuell noch viel mehr Schüler aufnehmen. «Wir haben die Kapazitätsgrenze erreicht und uns erreichen fast wöchentlich Anfragen von neuen Schülern, die wir zu diesem Zeitpunkt einfach ablehnen müssen», so Maarsen. Es wird also eng im Kulturhof Weyeneth, respektive möchte man noch mehr Kindern die Möglichkeit bieten, in der «Lernstatt Schule» die Schulzeit geniessen zu können.

Mark von Gunten erzählt: «Vor einigen Jahren noch stiessen wir zum Teil mit unserem Konzept auf Unverständnis. Heute ist man diesbezüglich viel offener.» Und so sieht die Traumvorstellung aus: «Wir suchen ein grosses Haus, einen Bauernhof, einen Gasthof, ein leerstehendes Schulhaus oder etwas Ähnliches. Einen Garten oder sonst einen naturnahen Umschwung sollte das Gebäude haben. Schön wäre es, wenn ein Wald in der Nähe wäre. Und ganz wichtig: Da die Kinder möglichst mit dem öffentlichen Verkehr in die Schule kommen sollten, müsste die neue Schule innert 15 Minuten ab Solothurn erreichbar sein.»

Am liebsten würde die Schulleitung das Haus mieten, aber ein Kauf sei nicht ausgeschlossen. Perfekt wäre, wenn man schon auf das neue Schuljahr hin am neuen Ort starten könnte, dies sei aber eher unwahrscheinlich, sind sich Maarsen und von Gunten einig: «Herbst wäre da schon eher realistisch.» Und so streckt nun nicht nur die Schulleitung, sondern das ganze Team und teils sogar die Eltern die Fühler aus in der Hoffnung, bald ein neues Zuhause für die Schule zu finden.