Biberist

Kanton wird die Kosten für die Bürenstrasse wohl gänzlich übernehmen

Die Kreuzung zur Westumfahrung auf der Bürenstrasse soll sicherer gestaltet werden.

Die Kreuzung zur Westumfahrung auf der Bürenstrasse soll sicherer gestaltet werden.

Die Umgestaltung der Bürenstrasse liegt der Gemeinde Biberist auf dem Magen, denn Nutzniesser ist der Langsamverkehr von Lüsslingen nach Solothurn. Nun wird ziemlich sicher der Kanton finanziell in die Bresche springen.

Der Gemeinderat diskutierte zwei Umgestaltungsprojekte des Kantons, welche die Bürenstrasse und den Knoten Solothurn Entlastung West (SEW) betreffen. Diesbezüglich hat das kantonale Amt für Verkehr und Tiefbau gute Nachrichten überbracht: Anders als ursprünglich geplant, wird der Kanton wahrscheinlich die Kosten für diese Projekte an der Kantonsstrasse vollumfänglich übernehmen. Die Gemeinde muss keine Beiträge leisten.

«Wir stellen uns vor, dass die Anpassung an einen zeitgemässen Ausbaustandard zukünftig keine Gemeindebeiträge mehr erfordern soll», erklärte Peter Portmann vom kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau. Er nahm dabei Bezug auf den «Auftrag Koch», einen Vorstoss aus der Feder von Kantonsrätin Susanne Koch-Hauser. Dieser wurde am 27. Juni dieses Jahres im Kantonsrat angenommen. «Sicher bei allen Projekten mit Baubeginn 2018 – allenfalls sogar bei allen Projekten mit Baubeginn nach diesem Beschluss – entfallen die Gemeindebeiträge», erklärte Peter Portmann, sofern das Gesetz zustande kommt.

Noch offen ist, ob sogar Beiträge, die in Vorjahren bereits für Projektierungsarbeiten geleistet wurden, zurückvergütet werden. Da das neue Gesetz noch nicht angenommen wurde, soll voraussichtlich weiterhin ein Beitrag verrechnet werden. «Wir gehen aber davon aus, dass frühestens 2019 das neue Strassengesetz in Kraft tritt, sodass die Beiträge dann zurückerstattet werden können.»

Gemeindepräsident Martin Blaser (FDP) freute sich: «Das ist doch eine gute Nachricht.» Nachdem man nun vier Jahre lang über die Finanzierung dieser beiden Projekte diskutiert habe, spart Biberist so fast 400'000 Franken.

Schulweg sichern

Ziel der vom Kanton geplanten Umbaumassnahmen ist es, die Sicherheit für den Langsamverkehr auf der Bürenstrasse zu verbessern, weil es dort in der Vergangenheit immer wieder zu Verkehrsunfällen mit beteiligten Rad- und Mofafahrenden gekommen sei. Ausserdem sei die Möglichkeit der Verkehrssteuerung am Knoten SEW nötig, welcher als Zubringer für die Autobahn dient. Zu diesem Zweck werden Lichtsignalanlagen installiert und Abbiegespuren optimiert. Zudem werden zwei Bushaltestellen geschaffen und die bisherige Busspur aufgehoben.

Der Knoten SEW wird mit einem drei Meter breiten durchgehenden Rad- und Gehweg ausgestattet und kann so auf der Aareseite, nördlich der Strasse, passiert werden. Nach wie vor bestehe aber auch die Möglichkeit, den Knoten in Richtung Solothurn mit dem Velo direkt zu befahren, ohne auf die Nordseite ausweichen zu müssen. Dies stiess bei einigen Ratsmitgliedern auf Kritik. Priska Gnägi (CVP) äusserte sich, dass Radfahrer dazu gezwungen werden sollten, den sichereren Radweg auf der Nordseite der Strasse zu benutzen. Peter Portmann erwiderte jedoch, dass es gerade bei wenig Verkehr für viele Radfahrer nicht sinnvoll sei, die Kantonsstrasse zweimal zu queren, um auf den nördlichen Radweg zu gelangen.
Die Kosten für die Umgestaltung des Knotens sind mit insgesamt 1,2 Millionen Franken veranschlagt, wovon der Kanton abzüglich der Bundessubventionen (Agglo-Beiträge) rund 778 000 Franken übernehmen muss. Ein Anteil von 263 000 Franken hätte ursprünglich von der Gemeinde Biberist getragen werden müssen.

Radweg verbessern

Eng mit dem Knotenprojekt verbunden ist das zweite Projekt, welches die Radmassnahmen zwischen Lüsslingen-Nennigkofen und Solothurn betrifft. Nicht nur der Knoten, sondern die gesamte Strecke entlang der Bürenstrasse kann künftig in beiden Richtungen auf einem drei Meter breiten abgesetzten Rad- und Gehweg befahren werden. Dieser wird durch einen Grünstreifen von der Fahrbahn abgetrennt und verbessert damit die Sicherheit. Weil die bestehenden Radstreifen zu schmal sind, komme es immer wieder zu kritischen Begegnungen zwischen Radfahrern und Lastwagen. Gefährlich ist dies insbesondere, weil die Strecke den Schülerinnen und Schülern aus Lüsslingen-Nennigkofen als Schulweg dient. Die Radmassnahmen kommen insgesamt auf 937 000 Franken zu stehen. Abzüglich der Agglo-Beiträge durch den Bund resultieren für den Kanton Kosten von 597 000 Franken, wovon er rund 112 000 Franken auf Biberist und rund 21 000 Franken auf Lüsslingen-Nennigkofen abgewälzt hätte.

«Wir sind glücklich.»

Mit der geklärten Finanzierungsfrage ist das Projekt für die Biberister Bau- und Werkkommission unbestritten. Kommissionspräsident Uriel Kramer zeigte sich zufrieden und betonte: «Wir haben die Projektidee technisch gesehen immer unterstützt und erachten sie als richtig und sinnvoll.» Diskussionen und Unzufriedenheit habe es nur betreffend der Finanzierung gegeben. «Jetzt sind wir glücklich», so Kramer.

Vom 25. September bis 24. Oktober werden die Pläne nun öffentlich aufgelegt, sodass sie im Januar 2018 genehmigt werden können. Die Realisierung soll dann von Mai bis August 2018 erfolgen. Unter Vorbehalt, dass der Kanton die Befreiung von Finanzierungsbeiträgen auch noch schriftlich zusichert, befürwortete der Gemeinderat beide Projekte – den Knoten mit sechs, den Radweg sogar mit neun Ja-Stimmen.

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