«Diese Planungen sind äusserst problematisch und gehen zulasten der schwachen Verkehrsteilnehmer», übte Gemeindepräsident Manfred Küng Kritik. Gegenstand der Kritik ist die Studie des Kantonalen Amtes für Verkehr und Tiefbau zur Umgestaltung der Hauptstrasse von den Ortsgrenzen Derendingen bis Recherswil.

In diese Planungen, die aus Ratssicht auch Autofahrer schikanierten, seien «krude» Vorstellungen eingeflossen, die der Gemeinderat Kriegstetten nicht hinnehmen werde. Das vom kantonalen Langsamverkehrsbeauftragten Peter Portmann zur Vernehmlassung im Rat erläuterte Konzept lehnten die Ratsmitglieder ab und forderten grundsätzlich dazu auf, diese Planung zu stoppen. «Wir brauchen praxisnahe Lösungen für den Knoten am ‹Kreuz›, eine übersichtliche Einfahrtregelung von der Subingenstrasse auf die Hauptstrasse und vor allem sichere Velowege», lauteten die Kritikpunkte.

Auf rund 1 Mio. Franken würde sich der Kriegstetter Anteil für die Umgestaltung der Strasse belaufen. «Das geht nicht so einfach, denn wir schreiben immer noch den Aufwand für die 2005 erfolgte Sanierung der Zentrumskreuzung ab», hiess es zur Finanzlage. Der Rat monierte besonders, dass in den durch ein Aargauer Planungsbüro erarbeiteten Vorschlägen in der Detailanalyse die lokale Sicht und Befindlichkeit nicht genügend berücksichtigt sei. «Es fehlt eine breitere Lagebeurteilung.»

Zwar hatten Verkehrszählungen die Spitzenzeiten und Verkehrsströme in alle Richtungen aufgenommen. «Aber beispielsweise den erwarteten Lastwagenmehrverkehr vom Wissensteinfeld her nicht», beklagte Thomas Affolter, der auf dessen problematische Einmündung in die Hauptstrasse hinwies. Zur Entspannung des Verkehrsgeschehens an der Zentrumskreuzung, wo sich häufig Rückstaus bilden, hatte Portmann Studien mit vier Varianten mitgebracht, die mit Minikreiseln und geänderten Vortrittsregelungen operierten.

Ärger rief im Rat die Behandlung des Veloverkehrs hervor. «Warum sollen Radfahrer um jeden Preis auf die Hauptstrasse gezwungen werden, wenn es im Quartier sichere Routen gäbe?» Im innerdörflichen Bereich der Hauptstrasse, die seitlich durch einen kleinen Bachlauf begrenzt ist, würde dies zu einem für Fussgänger und Velofahrer gemischten einseitigen Trottoir und zu einer Strassenbreite von 6 m führen. Damit wäre das Kreuzen von Bussen und Lastwagen fast verunmöglicht. Der Rat strich den für dieses Projekt vorsorglich im Budget enthaltenen Planungskredit von 3700 Franken.

Sportlich abgewickelt

«Gebrütet» über dem Budget hatte der Gemeinderat schon im Vorfeld anlässlich seines Budgettages. Dort hatte er bereits den Rotstift bei beeinflussbaren Kosten angesetzt. Da sich laut Finanzressort-Chef Roger Gerber keine weiteren Änderungen aufdrängten, verabschiedete der Rat die Haushaltsprognose 2016 einstimmig. 

Gerechnet ist das Budget mit einem unveränderten Steuerfuss von 119 Prozent für beide Kategorien. Einem Aufwand von 5,6 Mio. steht ein auf rund 369 000 Franken reduzierter Aufwandüberschuss gegenüber. Bei einem augenblicklichen Eigenkapital von 1,6 Mio. Franken scheint dieses Defizit durchaus verkraftbar. Gerber betonte, dass die mit HRM2 eingeführten besseren Abschreibungsbedingungen, die Schülerpauschalen (205 000 Franken) und der neue Finanzausgleich (121 210 Franken statt bisher 25 700 Franken) sich für Kriegstetten «vorteilhaft» erweisen.

Dies wird sichtbar in der Bildung, die mit 2,2 Mio. gegenüber dem Budgetbetrag 2015 mit rund 3 Mio. Franken rechnet. Leicht angehoben auf 3,7 Mio. ist das Steuervolumen, das im laufenden Jahr Einzahlungen von 3,6 Mio. Franken erwartet.
Die Investitionsrechnung weist einen Betrag von rund 50 000 Franken für die Erneuerung der sanitären Anlagen im Schulhaus aus, nachdem in der laufenden Periode mit dem Ausgleich der Kantonalen Pensionskasse und der Sanierung Sigriststrasse mit gesamthaft 618 000 Franken erhebliche Kosten übernommen wurden.