Strafanstalt Schöngrün

Kanton richtet in Biberist eine zweite Asylunterkunft ein – für 30 Personen

Im Mitteilteil des Gebäudes am Asylweg 10 in Biberist werden 30 Plätze für Flüchtlings-Familien eingerichtet.

Im Mitteilteil des Gebäudes am Asylweg 10 in Biberist werden 30 Plätze für Flüchtlings-Familien eingerichtet.

Der Kanton plant in der Aussenstation der ehemaligen Strafanstalt Schöngrün in Biberist, 30 Asylsuchende unterzubringen. Die neue Asylunterkunft am Asylweg 10 soll vorläufig 3 Jahre betrieben werden. Vor allem eine Gruppe von Leuten wird aufgenommen.

Wieder gerät Biberist in den Fokus des Kantons bei seiner Suche nach einer Unterkunft für Flüchtlinge. Am Montag informierte er, dass die Aussenstation der ehemaligen Strafanstalt Schöngrün am Asylweg 10 zur Asylunterkunft wird. Im Wohntrakt des ehemaligen Staatsbetriebes neben einem riesigen Ökonomiegebäude werden 30 Plätze geschaffen. Bereits im letzten Sommer war Biberist in den Schlagzeilen. Die unterirdische Zivilschutzanlage Grüngen, die als Asylunterkunft diente, steht heute wegen finanziellen Forderungen leer.

Unterirdisch müssen die Menschen am Asylweg 10 nicht wohnen. Genutzt wird der Mittelteil des dreistöckigen Gebäudes. Der linke und der rechte Teil des Gebäudes werden privat bewohnt. Im Mittelteil befinden sich im 1. Stock ein grosser Aufenthaltsraum, sanitäre Anlagen sowie die Küche. Im 2. Stock des früheren Zellentraktes sind 8 Zimmer, jeweils ausgestattet mit WC und Waschgelegenheit, angeordnet. «Die für den Betrieb vorgesehene Flüchtlingsbetreuungsfirma ORS bezeichnete die Unterkunft als sehr geeignet», berichtet David Kummer, Leiter Sozialleistungen und Existenzsicherung beim kantonalen Amt für soziale Sicherheit. Natürlich werde man alle Gitter entfernen. Dies sei aber die einzige bauliche Massnahme. Ansonsten würden keine baurechtlichen Bewilligungen nötig. Auch die Nutzung sollte kein Thema sein, die dieselbe wie früher ist: betreutes Wohnen ausserhalb der Wohnzone.

Platz für Kontingentsflüchtlinge

Die 30 Plätze sind asylsuchenden Familien vorbehalten. Im März kommen die ersten. Die Asylsuchenden bleiben zirka 3 bis 4 Monate in den kantonalen Strukturen, bevor sie in die Gemeinden transferiert werden. Im Herbst 2015 erwartet der Kanton die Zuweisung von zusätzlichen syrischen Flüchtlingsfamilien, die im Bleichenberg platziert werden sollen. Dabei handle es sich um die zweite Welle der sogenannten Kontingentflüchtlingen, die im Rahmen eines Abkommens mit der Uno aufgenommen werden. «Es handelt sich dabei um Flüchtlinge, deren Rückkehr ohne Aussicht ist», so Kummer. Sie erhalten sogleich das Bleiberecht mit der Niederlassungsbewilligung und werden im Integrationsprozess speziell gecoacht.

Besitzer des Asylwegs 10 ist Urs Zuber, der früher den Bauernbetrieb der Aussenstation für die Strafanstalt führte. Er hat den Betrieb vom Kanton in Baurecht gekauft und hat sich laut Kummer beim Kanton gemeldet. «Das Gebäude stand auch schon immer auf unserem Radar der geeigneten Unterkünfte.» Die Miete sei noch Gegenstand laufender Verhandlungen zwischen Kanton und Besitzer.

Sicher nicht finanziell profitieren wird die Gemeinde Biberist. «Wir erhalten die Hälfte der Belegung an unser Flüchtlingskontingent angerechnet», berichtet Gemeindepräsident Martin Blaser. Ja oder Nein konnte die Gemeinde zum Vorhaben nicht sagen. «Wir wurden informiert. Ich weiss nicht, ob der Kanton bei einem Nein unsererseits verzichtet hätte.» Das sei aber nicht nötig gewesen, denn die Gemeinde unterstütze die Asylunterkunft auf dem Bleichenberg. Er setze das Verständnis der Biberister Bevölkerung voraus. «Die Reaktionen im Sommer waren grossartig. Damals wurden bis zu 50 Flüchtlinge beinahe mitten im Dorf platziert.»

Kurzzeitig Entlastung

David Kummer macht sich wegen möglichen negativen Reaktionen aus der Bevölkerung wenig Sorgen. «Die Erfahrungen mit der Zivilschutzanlage Grüngen waren gut, gerade mit den Gemeindebehörden.» Laut Kummer fallen für die Gemeinde keine Kosten an. Die Kinder werden in der vom Kanton betriebenen Asylklasse in Solothurn unterrichtet.

Die neue Asylunterkunft bringe dem Kanton aber nur kurzzeitig Entlastung. «Auf dem Papier haben wir 344 Plätze, die von 354 Personen belegt werden.» Die kürzlich geöffnete Asylunterkunft Fridau mit 80 Plätzen muss in drei Jahren wieder geschlossen werden. So lange dauert vorläufig auch die Nutzung der neuen Asylunterkunft in Biberist.

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