Flumenthal
«Kanton hat Fahrende-Familie den Platz nördlich der ARA nie versprochen!»

Die fahrende Familie Huber ist entrüstet und will auf keinen Fall auf den geplanten Standplatz in Flumenthal umziehen. Der Kanton hätte etwas Anderes versprochen. Was genau ist zwischen Familie und dem kantonalen Amt für Raumplanung vorgefallen?

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Der geplante Standplatz in Flumenthal erfüllt laut der Interessengemeinschaft des Fahrendes Volk nicht die minimalen Anforderungen. (Archiv)

Der geplante Standplatz in Flumenthal erfüllt laut der Interessengemeinschaft des Fahrendes Volk nicht die minimalen Anforderungen. (Archiv)

Felix Gerber

Am Morgen meldete das Regionaljournal Aargau-Solothurn noch, alles sei paletti. Bei klärenden Gesprächen zwischen dem Kanton und den Fahrenden habe man sich nach jahrelangem Hin und Her geeinigt, hiess es. Doch dem ist offenbar nicht so. Am Mittag erklärte die Interessengemeinschaft des Fahrenden Volkes, dass der Standplatz abgelehnt wird.

Das Projekt müsse «unter Bedauern für die geleistete Arbeit» zurückgewiesen werden, teilte sie mit. Das Projekt biete weder eine zumutbare Lösung für die Familie Huber, welche seit 28 Jahren in Rüttenen lebt, dort integriert ist, keiner Sozialbehörde zur Last gefallen ist, aber dort weg soll. Noch erfülle das Projekt mit vier Standplätzen minimale Standards an Lebensqualität.

Vorschläge für eine Lösung

Die Radgenossenschaft schlägt dem Kanton vor, die Familie Huber an ihrem bisherigen Standort zu lassen, indem auf dem Areal, auf dem sich die Familie schon befindet, offizielle Standplätze geschaffen werden. Das Areal müsse nur in den Status von Standplätzen erhoben werden. Andernfalls soll der Kanton seiner Pflicht, Standplätze zu schaffen, die minimale Standards hinsichtlich eines menschenwürdigen Lebens erfüllen, nachkommen und in der Gemeinde Flumenthal das ursprünglich einmal zur Diskussion gestellte Areal am Fluss dafür in Betracht ziehen. «Wir sind sicher, dass in einer Volksabstimmung sich eine Mehrheit der Bevölkerung in der heutigen Situation für diese Lösung gewinnen liesse.»

Der Kanton müsse seiner Pflicht nachkommen, Standplätze zu schaffen, die minimale Standards hinsichtlich eines menschenwürdigen Lebens erfüllten, hält die Radgenossenschaft der Landstrasse fest. Es solle als Standplatz das ursprünglich einmal zur Diskussion gestellte Areal bei der Gemeinde Flumenthal in Betracht gezogen werden.

Platz sei nie versprochen gewesen

Rolf Glünkin vom kantonalen Amt für Raumplanung bestätigt die Gespräche. «Wir waren uns einig. Doch dann erklärte Charles Huber vor den Sommerferien sur Place, dass seine Familie nicht auf den Platz südlich der ARA umziehen werde, dies wegen der Hochspannungsleitung.» Der Kanton habe nochmals das Gespräch mit der Radgenossenschaft gesucht, die sich letzte Woche aber ebenfalls gegen den Platz ausgesprochen habe. «Wir haben aber der Familie Huber nie versprochen, dass sie den Platz nördlich der ARA haben kann», hält Glünkin fest. (uby/ldu/sda)