Am Morgen meldete das Regionaljournal Aargau-Solothurn noch, alles sei paletti. Bei klärenden Gesprächen zwischen dem Kanton und den Fahrenden habe man sich nach jahrelangem Hin und Her geeinigt, hiess es. Doch dem ist offenbar nicht so. Am Mittag erklärte die Interessengemeinschaft des Fahrenden Volkes, dass der Standplatz abgelehnt wird.

Das Projekt müsse «unter Bedauern für die geleistete Arbeit» zurückgewiesen werden, teilte sie mit. Das Projekt biete weder eine zumutbare Lösung für die Familie Huber, welche seit 28 Jahren in Rüttenen lebt, dort integriert ist, keiner Sozialbehörde zur Last gefallen ist, aber dort weg soll. Noch erfülle das Projekt mit vier Standplätzen minimale Standards an Lebensqualität.

«Ich bin erschrocken, als ich diesen Platz inspizierte», sagt Daniel Huber auf Anfrage. Laut dem Präsidenten der Radgenossenschaft Landstrasse - nicht verwandt mit der Familie Huber aus Rüttenen - ist der Platz nicht menschenwürdig. «Nur wenige Meter von der Autobahn entfernt, versteht man kein Wort. Die Hochspannungsleitung führt knapp am Platz vorbei, die Justizvollzugsanstalt in der Nähe und dann noch das Flüchtlingszentrum auf dem Platz, der zuerst als Standplatz vorgesehen war.» 

Der Kanton müsse seiner Pflicht nachkommen, Standplätze zu schaffen, die minimale Standards hinsichtlich eines menschenwürdigen Lebens erfüllten, hält die Radgenossenschaft der Landstrasse fest. Es solle als Standplatz das ursprünglich einmal zur Diskussion gestellte Areal bei der Gemeinde Flumenthal in Betracht gezogen werden.

Platz sei nie versprochen gewesen

Rolf Glünkin vom kantonalen Amt für Raumplanung bestätigt die Gespräche. «Wir waren uns einig. Doch dann erklärte Charles Huber vor den Sommerferien sur Place, dass seine Familie nicht auf den Platz südlich der ARA umziehen werde, dies wegen der Hochspannungsleitung.» Der Kanton habe nochmals das Gespräch mit der Radgenossenschaft gesucht, die sich letzte Woche aber ebenfalls gegen den Platz ausgesprochen habe. «Wir haben aber der Familie Huber nie versprochen, dass sie den Platz nördlich der ARA haben kann», hält Glünkin fest. (uby/ldu/sda)