Riedholz
Kantine und Techno-Party gemeinsam? Das geht im Attisholz Nord

Die «Kantine» im Attisholz Nord bringt Leben ins neue Quartier. Sie versteht sich als Kultur- und Eventlokal. Der Verein Secret Rave plant, dort regelmässig Technopartys zu schmeissen.

Urs Byland
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Jan Schweingruber, Tobi Gehri und Alex Späti (von links) wollen mit ihren Angeboten die «Kantine» zu einem kulturellen Treffpunkt zu machen.

Jan Schweingruber, Tobi Gehri und Alex Späti (von links) wollen mit ihren Angeboten die «Kantine» zu einem kulturellen Treffpunkt zu machen.

Seit einigen Tagen werden die Besucher im Attisholz Nord nicht nur in der Chiquita Bar, sondern auch in der benachbarten «Kantine» gastronomisch versorgt. Der in Biberist wohnhafte Ueli Wüthrich hat das Lokal von der Besitzerin Halter AG gepachtet. Stark mitgeholfen hat der Verein BTS (Beneath the Surface), der als Bindeglied zu den Zürcher Investoren fungiert.

Dabei darf die «Kantine» nicht mit dem künftigen Gastrobetrieb auf der anderen Seite der Aare im neu entstehenden Uferpark verwechselt werden. Dort wird die ehemalige Kantine der Zellulose Attisholz zu einem Restaurant umgebaut.

Die «Kantine» auf der Nordseite der Aare war ursprünglich eine Portierloge. «Die Büezer der Zellulose Fabrik Attisholz werden damals durch diese, auch heute noch sehr schönen, in Holz gefassten Flügeltüren hereingekommen sein, um dem Portier ihre Namen anzugeben, welche dieser dann mit frisch gespitztem Bleistift in seine Bücher eintrug», schreibt Ueli Wüthrich in einem Text auf der Internetseite der «Kantine».

2016 nutzten Kunstschaffende der «Kettenreaktion 16» während dreier Monate die Räumlichkeiten als Treffpunkt. Später wurde aus dem «Kettencafé» das Vereinslokal von BTS, der sich für Kunst im öffentlichen Raum stark macht. Jetzt sind die Räumlichkeiten eine Beiz namens «Kantine», zusätzlich zum Vereinslokal .

Location mit Potenzial

Pächter Ueli Wüthrich ist in der Solothurner Gastroszene als ehemaliges Verwaltungsmitglied der Genossenschaft Baseltor bestens bekannt. Er hat das Solheure aufgebaut oder half als Berater den Grenchnern im Parktheater. Die «Kantine» verstehe sich als Kultur- und Eventlokal und hat vorerst Freitag und Samstag ab 17 Uhr offen. Geöffnet ist die «Kantine» auch, wenn ein Anlass programmiert ist. Dazu muss man sich auf der Homepage orientieren.

«Wir sind ein kultureller Treffpunkt und wollen auch eine Plattform für externe Veranstalter sein», erklärt Wüthrich auf Nachfrage am Telefon. Am Lokaltermin kann er nicht teilnehmen. Dort erscheint Tobi Gehri (Biberist), der von Wüthrich als Koch angestellt wurde und auch Gründungsmitglied des Vereins BTS ist. «Ich als Vereinsmitglied wurde immer wieder aufgefordert, hier etwas zu machen. Aber ich bin Koch und habe bisher in der Arbeitsintegration gearbeitet.» Dann habe sich die Lösung mit Ueli Wüthrich ergeben.

«Ueli war sofort begeistert von den Möglichkeiten und dem Potenzial der Location», erklärt Tobi Gehri. Das kulinarische Angebot bezeichnet Koch Gehri als bodenständig. «Etwa die «Attis»-Schnitte, eine Käseschnitte mit selber produzierten Körnersenf, oder speziellere Angebote wie die afghanische Teigtasche Bolani mit Lauch und Kartoffelstock.» Bei den Getränken, die von Barmann Marco Steiner gereicht werden, erwähnt Gehri ein breites Angebot bis hin zu japanischem Whiskey. «Wir wollen für Künstler und Besucher zur Anlaufstelle werden.» Weiter kann die Kantine auch für Apéros, Buffets und Seminare genutzt werden.

«Secret Rave» wird sesshaft

Mit dabei am Lokaltermin und diesen auch initiiert haben die beiden externen Veranstalter Alex Späti (Luterbach) und Jan Schweingruber (Solothurn). Sie vertreten den Verein Secret Rave, der künftig in der «Kantine» regelmässig Veranstaltungen organisieren will. «Secret Rave» hat sich in der Region Solothurn mit spontan angesagten Tanznächten, eben Raves einen Namen gemacht. «Der Ort blieb immer bis einen Tag vor dem Event geheim», erklärt Jan Schweingruber. Der Verein organisiert in erster Linie elektronische Events, mit ausgefallenen, regionalen DJs. Stilmässig werde «House und Techno abgedeckt. «Zudem achten wir stark auf die Deko», erklärt Alex Späti.

Mit Kulturfranken Kunst fördern

Im Vordergrund stehe Kunst und Kultur und nicht das Geld. «Wir wollen den Solothurnern eine neue Umgebung anbieten. Hier, in diesem abgelegenen ehemaligen Industrieareal, erhält die elektronische Musik ihre passende Entsprechung in den rohen Räumen.» Zudem kann im Attisholz Nord auch länger gefeiert werden als beispielsweise in der Stadt Solothurn. Die Räumlichkeiten in der «Kantine» bieten Platz für 200 Personen. Sollten es mehr werden an den monatlich einmal stattfindenden Raves, kann ein weiterer Raum geöffnet werden. Geworben werde für die Anlässe nur in den sozialen Netzwerken.

Die «Kantine» wirkt als Ko-Organisator und erhält von jedem Eintritt einen Kulturfranken. «Der geht an den Verein BTS, damit dieser weitere Plattformen für Künstler oder Ausstellungen organisieren kann», so Tobi Gehri.

Die erste Party von «Secret Rave» startet am Samstag, 25. August, um 21 Uhr mit einer Besichtigung des Areals sowie ab 23 Uhr mit Musik und dauert bis 6 Uhr morgens. Zirka um 3 oder 4 Uhr morgens wird ein Moonliner Richtung Solothurn angeboten.

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