Gemeinderat Langendorf
Kann ein Einbahnverkehr das Verkehrsproblem um den Werkhof lösen?

Der Gemeinderat diskutierte über die Lärm- und Verkehrsbelastung beim Werkhof und über die Höhe der Investitionen in den Legislaturzielen. Auch stellte sich die neue Gesamtschulleiterin der GESLOR im Gemeinderat vor.

Nadine Schmid
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Wenn zu viele gleichzeitig ihren Abfall entsorgen wollen, kommt es beim Werkhof zu brenzligen Verkehrssituationen.

Wenn zu viele gleichzeitig ihren Abfall entsorgen wollen, kommt es beim Werkhof zu brenzligen Verkehrssituationen.

Hanspeter Bärtschi

Es wurde eine Nachfolgerin für die Gesamtschulleitung der GESLOR gefunden. Caroline Kiener, die Standortschulleiterin von Langendorf wird dieses Amt zusätzlich zu ihrer bisherigen Anstellung übernehmen, womit ihr Pensum von 70 auf 100 Prozent erhöht wird. Kiener arbeitet seit 2017 in Langendorf und ist mitten in ihrer Ausbildung zur Schulleiterin. Der Lenkungsausschuss traut ihr diese Aufgabe aber dennoch zu.

Der Gemeinderat stimmte der Wahl fast einstimmig, mit einer Enthaltung zu. Für die weiterhin vakante Schulleitungsstelle für die Schulen Oberdorf und Sek I in Langendorf wird nun ein Inserat im Schulblatt publiziert. Als Übergangslösung wird pro Standort eine Lehrperson für Schulleitungsaufgaben bis zum Stellenantritt der Schulleitung eingesetzt und entschädigt.

Lärm und Verkehr Herr werden

Der Lärm und Verkehr beim Werkhof sind zwei leidige Themen, besonders für diejenigen, die in Werkhof-Nähe wohnen. Hansruedi Eichelberger von der Umweltkommission stellte dem Gemeinderat die Datenerhebung vor, die die Gründe des Problems darlegt. Im Fokus lag zunächst die Befürchtung, dass besonders Auswärtige mit dem Auto zum Werkhof fahren und damit die Verursacher seien. Nun steht aber fest, das Auswärtige nur rund 12 Prozent der Besucher darstellen. «Diese besuchen den Werkhof aufgrund des breiten Angebotes und der einfachen Zufahrt, zudem bringen sie in der Regel grössere Mengen pro Fahrt und verbinden es oft mit einem Einkauf», erklärte Eichelberger.

79 Prozent aller Besucher kommen mit dem Auto, darunter auch die meisten Langendörfer. Unter der Woche komme es zudem zu brenzligen Verkehrssituationen, am Samstag nicht. Durch die tiefe Prozentzahl der auswärtigen Nutzer sieht der Gemeinderat keinen Handlungsbedarf, diese Zahl zu senken. Die Umweltkommission solle sich mit dem Werkhof an einen Tisch setzen und Lösungen diskutieren. So könne eventuell ein Einbahnverkehr für die Zu- und Wegfahrt zu einer Verbesserung des Verkehrsflusses führen. Weiter sollen die Öffnungszeiten und eine Möglichkeit, den Lärmpegel zu dämpfen, diskutiert werden.

Eichen werden nicht gefällt

Beim Projekt bei der Brüggmoosquelle (Neuer Flurweg Ziegelmattweg) kam es zu einer Änderung, die Franz Aebi, Präsident der Bürgergemeinde dem Gemeinderat vorstellte. Der geplante neue Einlenker hätte zur Folge gehabt, die elf gesunden 200- bis 300-jährigen Eichen fällen zu müssen. «Nun haben wir eine pragmatische Lösung gefunden», freut sich Aebi. Um die Eichen zu schützen, wurde beschlossen, die Rodung zu stoppen, obschon die Bewilligungen bereits vorlagen. Die Änderung sieht vor, zwei bis drei Tannen für die Umlegung des nun verschobenen Einlenkers zu fällen. Genauso ist das Grundstück von Landwirt Ernst Blumer betroffen, der jedoch seine Einwilligung bereits schriftlich gegeben hat. Durch diese Änderung muss das Projekt wieder für dreissig Tage aufgelegt werden. Die Auflage erscheint am Donnerstag. (nsg)

1,2 Millionen Investitionen

Bei der Besprechung der Legislaturziele wurde über die künftigen Investitionen im Budget, exklusive Schulraum, diskutiert. Die Finanzkommission riet dem Gemeinderat wegen der Schuldenbremse, dass die Investitionen 700'000 Franken pro Jahr nicht überschreiten sollten. Dabei hat Langendorf bisher jährlich zirka 1,5 Millionen Investitionen budgetiert, um alle nötigen Arbeiten im Dorf zu tätigen. Der grösste Teil des Gemeinderats hielt diese Begrenzung für unrealistisch. «Wir können wichtige Arbeiten nicht einfach brach liegen lassen, zudem werden diese dann nur teurer», so Gisela Schultis (SP).

Christoph Loser (FdP) schloss sich dieser Meinung an: «Wir alle sehen, dass Investitionen von 700'000 Franken nicht zu erreichen sind, also macht es keinen Sinn, diese so tief anzusetzen. Wir sollten uns an einer realisierbaren Richtgrösse orientierten.» Hans-Peter Berger (SP) machte schliesslich mit seinem Antrag den Vorschlag, die Richtgrösse auf 1,2 Millionen anzusetzen. Daniel Hürlimann (FdP) stellte einen Gegenantrag für 1 Million als Richtgrösse. «Wir haben der Bevölkerung versprochen den harten, sparsamen Weg zu fahren», argumentierte er. Bei der Schlussabstimmung fiel der Entscheid von 6 zu 3 Stimmen für den Richtwert von 1,2 Millionen Franken aus.

Weiter beschloss der Gemeinderat neue Schalteröffnungszeiten. Diese treten im Juli in Kraft und bleiben am Vormittag (8 bis 11.30 Uhr) und nach dem Mittag (13.30 Uhr) gleich. Neu hat die Gemeindeverwaltung dann aber Mo/Di/Do bis 17 Uhr offen, Mittwoch bis 18 und Freitag bis 16.30 Uhr.

Weiter soll der «Tag des Nachbarn» eingeführt werden. Dieser findet immer am letzten Freitag im Mai statt und soll Begegnungen zwischen Anwohnern fördern.

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