Buchegg

Kann der Cutohof mit neuem Modell gerettet werden?

Das Reiten wird als eine Therapieform für Menschen mit einer Behinderung eingesetzt. Thomas Ulrich

Das Reiten wird als eine Therapieform für Menschen mit einer Behinderung eingesetzt. Thomas Ulrich

Andernorts Land auszonen und in Küttigkofen Land einzonen, so lautet der neue Plan für das Therapie- und Reitzentrum Cutohof.

In einem neuen Anlauf will Jeanne Bessire, Co-Geschäftsleiterin und Mitbesitzerin der Cutohof GmbH, den Traum von einem grösseren Therapiehof mit Pferden verwirklichen. Was vor einigen Jahren misslang (siehe Kasten) soll nun, von langer Hand vorbereitet, zum Erfolg geführt werden. Aber einfacher ist es nicht geworden. Landwirtschaftsland muss umgezont werden. Genau in diesem Punkt scheiterte vor Jahren der erste Anlauf. Nun soll Land ausgezont werden, damit für den neuen Cutohof Land eingezont werden kann.

Eigentlich handelt es sich um einen Standortwechsel. Das zu eng gewordene Therapiezentrum in Kyburg-Buchegg, wo 2018 der Mietvertrag ausläuft, soll auf dem Land östlich vom Behindertenheim Blumenhaus eine neue Heimat finden. Für 2 Millionen Franken, vorwiegend aus Spendengeldern finanziert, soll eine neue Anlage erstellt, auf der mit acht Pferden therapeutische Kurse durchgeführt werden können. Gleichzeitig wird ein Pensionsbetrieb mit bis zu sechs Pferden weitere Einnahmen für die Cutohof GmbH generieren. 

Auszonen, um einzuzonen

Mit einem neuen Gestaltungsplan und Teilzonenplanänderungen kommt das Projekt nun in eine entscheidende Phase. Die Cutohof GmbH hat vor einiger Zeit ein Stück Land in Mühledorf erworben. Diese zirka 2000 Quadratmeter Gewerbeland sollen ausgezont werden. Auch das «Blumenhaus» will im Rahmen dieses Projektes nicht mehr benötigtes Land (5346 Quadratmeter) in der Zone für öffentliche Bauten auszonen. Im Gegenzug soll das Landwirtschaftsland östlich vom «Blumenhaus» eingezont werden.

Das Areal um das bestehende Bauernhaus (1363 Quadratmeter) wird zu Wohnzone und zwischen Hof und Wald soll ein 5901 Quadratmeter grosses Landstück zu Gewerbezone mit Wohnnutzung eingezont werden. Das Projekt eines Therapie- und Reithofes würde danach in der richtigen Zone liegen. Damit würde einer Prämisse der kantonalen Raumplanung Folge geleistet. Wer Land einzonen will, muss andernorts Land auszonen. Ein bisher im Kanton kaum angewendetes Modell könnte Realität werden.

Das Gebäudeprogramm präsentiert sich wie folgt. Auf einem gedeckten Reitplatz (20x40 Meter) werden die therapeutischen Lektionen abgehalten. Das Dach wird 9 Meter hoch und die Fassade 5,6 Meter hoch. Dazu braucht es ein Betriebsgebäude mit Büro, Aufenthaltsraum und Übernachtungsmöglichkeiten, ein Lagergebäude und einen offenen Stall mit maximal 14 Pferdeboxen. Der von Gegner des Projektes im früheren Projekt monierte Mistplatz wird neu indoor im offenen Stall platziert.

In der Diskussion im Buchegger Gemeinderat wurde der von Bessire und Geologe Kaspar Arn vorgestellte Pensionsbetrieb kritisch besprochen. Mit maximal sechs Pferden wurde der Pensionsbetrieb aber als überschaubar betrachtet. Bessire erklärte, dass der Therapiebetrieb aktuell etwa 65 Prozent der Erträge bringe, Tendenz steigend. Es sei wichtig, mit dem Pensionsbetrieb ein zweites Ertragsbein zu haben.

Projekt hat Gegnerschaft

Gemeindepräsidentin Verena Meyer orientierte anschliessend den Gemeinderat, dass Anstösser bereits bei ihr vorgesprochen haben und Bedenken (Erschliessung, Emissionen, Mistplatz, Tierschutz) zum Projekt vorgebracht hätten. Sie wünschten eine Einladung in den Gemeinderat. Mit 8 zu 1 Stimmen wurde dieses Ansinnen abgelehnt.

Nach der Vorprüfung erfolge eine Mitwirkung. Anschliessend werde das Projekt aufgelegt. In diesem Verfahren hätten die Anwohner also noch zweimal Gelegenheit, ihre Bedenken anzubringen. Einstimmig schickte der Gemeinderat das Projekt zur Vorprüfung an den Kanton.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1