Fünf Gerlafinger kämpfen weiter für den Bau eines Minikreisels beim Knoten Obergerlafingen-/Schulhausstrasse. Sie reichen Beschwerde gegen den Regierungsratsbeschluss ein, mit dem der kantonale Erschliessungsplan Obergerlafingenstrasse, Abschnitt Kreisel Zentrum bis Schulhausstrasse, Sanierung und Umgestaltung, genehmigt wurde. Cuno Flück tritt in der Öffentlichkeit als Sprecher der Beschwerdeführer auf. «Uns geht es in erster Linie um die Sicherheit der Schulkinder und der Velofahrer. Die Sicherheit ist unserer Meinung nach mit dem nun bewilligten Projekt nicht gewährleistet.» Ein Minikreisel würde es den Zweiradfahrern ermöglichen, den Knoten Obergerlafingen-/Schulhausstrasse sicherer und einfacher zu befahren. «Mit dem Minikreisel würde die Geschwindigkeit auf der Obergerlafingenstrasse aus beiden Richtungen massiv verringert.» Die Minikreisellösung würde laut Flück auch weniger Land beanspruchen, als die vom Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) vorgeschlagene Lösung. «Zudem müsste kein neuer Veloweg durch den Oberfeldpark gebaut werden.»

Sicherheit ist ein Problem

Gerade die heute fehlende Verkehrssicherheit war einer der Hauptgründe für die Erarbeitung der Neugestaltung der Obergerlafingenstrasse. Die Querung beim Knoten Obergerlafingen-/Schulhausstrasse ist eine wichtige Schulwegverbindung, welche von Schülern täglich benützt wird. Mit dem Projekt des AVT wird die Einmündung von der Westseite her, neu über einen Mittelstreifen geführt und auf der anderen Seite, kann das Trottoir dann im Mischverkehr mit den Fussgängern bis zur Einmündung in den Oberfeldpark genutzt werden. Kommen die Schüler von der Ostseite, können sie gleich neben einem neuen Fussgängerstreifen die Strasse kreuzen und dann ebenfalls im Mischverkehr mit Fussgängern bis zur Schulhausstrasse das Trottoir befahren. Diese Querungen passieren im 50-km/h-Bereich der Strasse.

«Die Gemeinde Gerlafingen wünscht sich seit 20 Jahren einen Kreisel um den Knoten Obergerlafingenstrasse/Schulhausstrasse zu entschärfen», erklärt Cuno Flück. Diesen Wunsch habe man den kantonalen Behörden immer wieder mitgeteilt. Seit Beginn des Schuljahres 2017 habe sich die Situation verschärft, weil sämtliche Primarschulkinder in Schulzentrum Gländ zur Schule gehen und die Kinder aus dem Osten der Gemeinde die Strasse queren müssen. Ab der 3. Klasse gehen die Schüler zudem in die Kirchackerturnhalle zum Turnen. «Es gibt Kinder, die die Strasse sechs Mal pro Tag queren müssen», so Flück.

Heute werde die Kurve bei der Einmündung der Obergerlafingenstrasse oft sehr schnell befahren. Wenn die Strasse, wie beabsichtigt, noch weiter nach Westen verlegt werde, werde der Kurvenradius noch grösser und es sei zu befürchten, dass noch schneller gefahren werde. Velofahrer, die aus der Schulhausstrasse in die Obergerlafingenstrasse einbiegen möchten, haben nach Norden durch den Neubau schlechte Sicht. Und sind sie dann im Mittelstreifen, können sie den einfahrenden Verkehr von hinten aus Süden überhaupt nicht wahrnehmen.
Flück kritisiert weiter die Verlegung der Velofurt und des Fussgängerübergangs nach Norden, was den Bau eines neuen Weges durch den Oberfeldpark nötig mache. Der Park werde durch diesen neuen Weg zerschnitten. Als unsinnig empfindet er zudem, dass der Fussgänger- und Radweg westlich der Strasse auf einer Strecke von 50 Meter nur gerade einen Meter vor einem neu erstellten Gebäude geführt wird. «Wenn jemand aus dem Durchgang des Gebäudes herauskommt, kollidiert er mit dem vorbeifahrenden Radfahrer, weil er ihn nicht sieht.»

Dorfzentrum würde beruhigt

Ein Minikreisel habe viele Vorteile. «Vor allem wird das Tempo gegenüber dem konventionellen Knoten massiv reduziert.» Der Velofahrer habe in einem Minikreisel eine hohe Sicherheit, weil er vortrittsberechtigt sei und nicht überholt werden könne. Flück ist überzeugt, dass der Minikreisel auch städtebaulich Vorzüge hat, gerade weil das Trottoir auf der westlichen Seite weniger nahe an den Neubau «Mühlacker» gelegt werden müsse. «Mit dem Minikreisel könnte der Verkehr bis hin zum Kreisel im Zentrum beruhigt und das Dorfzentrum aufgewertet werden.»

Flück verweist auf den provisorischen Minikreisel in Kriegstetten, der prima funktioniere. In Trimbach habe man ebenfalls einen Minikreisel mit 22 Meter Durchmesser, wie er ihn sich vorstelle, gebaut. «Dort fahren täglich 15'000 Autos durch. In Gerlafingen wäre es nur 5000.» Während der Sanierung der Werke im Bereich Grossfeld/Oberfeld und Kornfeldgasse habe man den Verkehr am gleichen Ort bereits einmal mit einem provisorischen Minikreisel geführt. «Auch das hat bestens funktioniert.»

Der Minikreisel hätte, so Flück, positive Auswirkungen auf die Langsamverkehrsroute zum Schulhaus Kirchacker. Diese könnte dann in direktester Linie via Kornfeldgasse, Langfeldstrasse, Sägefeldstrasse, Mittelfeldstrasse und Sportfeldstrasse in die Lerchenfeldstrasse geführt werden. Zwar gibt es Geld aus dem Agglomerationsprogramm für die neue Langsamverkehrsroute, aber sie würde Gerlafingen trotzdem immer noch rund 100'000 Franken kosten.

Keine Einigung gefunden

Aufgrund der Einsprachen von insgesamt 68 Personen aus Gerlafingen, fand eine Einigungsverhandlung vor Ort statt. Die Verantwortlichen des AVT liessen sich allerdings nicht auf eine Diskussion über ihr Projekt ein. Der Mehrzweckstreifen mit Mittelinsel, der es den Schulkindern künftig ermögliche, die Kantonsstrasse in zwei Etappen zu überqueren, habe sich an vielen Orten bestens bewährt. Unfallauswertungen würden zudem zeigen, dass für Radfahrer im Kreisel ein erhöhtes Unfallrisiko bestehe. Zudem könne ein Kreisel nicht platziert werden, ohne dass zwei angrenzende Liegenschaften Land abgeben müssten. Auch die Lärmbelastung dürfte bei zwei Liegenschaften zunehmen, weil die Fahrbahn näher an das Haus rücken würde. Zuletzt argumentierte das AVT auch damit, dass der Minikreisel für Lastwagen teilweise und für Lastzüge gar nicht befahrbar sei.

Cuno Flück ist nicht glücklich mit der Argumentation des AVT. «Meiner Meinung nach informieren sie teilweise etwas tendenziös.» So werde beispielsweise die Lärmbelastung für die Anwohner nicht grösser, weil ein Minikreisel mit 22 Meter Durchmesser kaum mehr Platz benötigt als der bereits heute bestehende Strassenraum. Auch das verminderte Tempo würde weniger Belastung bringen, dafür aber mehr Sicherheit. «Wenn ein Minikreisel in Trimbach bestens funktioniert, warum nicht auch in Gerlafingen mit dreimal weniger Verkehr?» Zudem wäre der Landerwerb für das Gesamtprojekt massiv geringer.