Gemeindeversammlung
Kammersrohr erhöht Steuerfuss von 60 auf 65 Prozent

Das Budget 2017 der Gemeinde Kammersrohr sieht einen Aufwandüberschuss von 26'000 Franken vor. Bedingt durch die Abgeltung in den neuen Finanzausgleich wurde der Steuerfuss von 60 auf 65 Prozent erhöht.

Lea Reimann
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Der Steuerfuss muss eventuell noch weiter erhöht werden.

Der Steuerfuss muss eventuell noch weiter erhöht werden.

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Die mit Abstand kleinste Gemeinde des Kantons traf sich am Donnerstagabend zur Gemeindeversammlung. Sechs Stimmberechtigte fanden sich in der Stube des vermieteten Gemeindehauses ein, bei 30 Einwohnerinnen und Einwohnern – 28 davon stimmberechtigt – ist das immerhin ein stattlicher Prozentsatz an Anwesenden.

Das Budget verzeichnet einen Aufwandüberschuss von 26'456 Franken und wurde einstimmig genehmigt. Es enthält eine Steuerfusserhöhung von 60 auf 65 Prozent. Diese ist bedingt durch die Abgeltung in den neuen Finanzausgleich, welche für Kammersrohr 18'100 Franken ausmacht. «Aufgrund der guten Steuerjahre 2013 und 2014 ist dieser Betrag sehr hoch», so Finanzverwalterin Isabella Howald. Gemäss Prognosen des Kantons wird er in den nächsten Jahren weiter ansteigen, bis 2020 sollen 40'000 Franken bezahlt werden müssen. Nur dank der Berücksichtigung der geografisch-topografischen Lage der Gemeinde falle die Abgabe nicht noch höher aus, so Isabella Howald.

Da durch diese hohen Anteile in den Finanzausgleich Defizite entstehen, müsse eventuell auch der Steuerfuss noch weiter erhöht werden, so Gemeindepräsident Ueli Emch. «Wir wollen jetzt erst einmal sehen, wie sich die Lage mit dem moderat angehobenen Steuerfuss entwickelt.»

Isabella Howald machte nämlich auch darauf aufmerksam, dass die Steuerkraft, welche die Basis der Berechnung des Finanzausgleichs bilde, in den Jahren nach 2014 nicht mehr ganz so hoch sei. Die Prognose sieht damit dann vielleicht doch nicht mehr so düster aus. Zudem seien verschiedene Faktoren unklar, so etwa die Auswirkungen der Steuerreform, durch die viel Geld im Finanzausgleich fehlen und eine politische Diskussion nötig werde. Isabella Howald: «Allzu genau kann man deshalb gar nicht planen.»

Grund zur Sorge bestehe nicht. Das laufende Jahr schliesse sogar mit einem höheren Ertragsüberschuss als erwartet. Das Eigenkapital werde in den nächsten Jahren zwar abgebaut, es sei aber immer noch so hoch, dass man damit leben könne. Momentan verfügt die Gemeinde nämlich über ein Vermögen von 827'000 Franken, in vier Jahren sollen es immer noch rund 700'000 Franken sein.

Investitionen sind nächstes Jahr keine vorgesehen. Immer noch Thema ist die Frage der Notwasserversorgung, welche bei sehr trockenem Wetter oder einem Wasserrohrbruch gewährleistet sein sollte. Die Variante, Kammersrohr von Günsberg her mit einer Leitung zu erschliessen, scheint doch nicht so ideal zu sein, wie sich dies an der letzten Gemeindeversammlung noch abzeichnete. Grund dafür sind die Kosten: 150'000 Franken müssten mindestens investiert werden.

Der Gemeinderat wägt deshalb noch andere Lösungen ab. So könnte man beispielsweise spezielle Trinkwasserschläuche mieten, etwa von grossen Feuerwehren wie Grenchen oder Olten, welche dort jeweils für Festlichkeiten benutzt werden. Abklären will man aber auch, wie teuer die Befüllung des Reservoirs mit dem Lastwagen wäre. In den letzten 13 Jahren musste man nur zweimal auf die Notwasserversorgung zurückgreifen, wegen langanhaltender Trockenheit. Einmal habe man Wasser von Hubersdorf hinaufgepumpt, einmal sei mit dem Lastwagen geliefert worden. Emch: «Wir gehen ja nicht davon aus, dass unsere Quellen plötzlich kein Wasser mehr liefern. Es handelt sich wirklich nur um eine Notwasserversorgung.»

Diskussionslos wurde die Leistungsvereinbarung mit der Repla genehmigt. Kammersrohr zahlt mit dem neuen Verteilschlüssel nur noch rund 400 Franken, hat die begünstigten Institutionen vorher aber mit einem dreimal so grossen Beitrag unterstützt.

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