EHC Zuchwil
Junior hütet den Kasten für den Eishockeyclub

Mit dem 17-jährigen Thibaud Sauthier steht derzeit ein Junior im Tor des EHC Zuchwil Regio. Keine einfache Aufgabe für ein «Greenhorn», aber eine lehrreiche.

Michael Schenk
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Thibaud Sauthier. zvg

Thibaud Sauthier. zvg

Die Schüsse sind deutlich härter, vor dem Tor geht es unzimperlich zur Sache, und das Spiel ist schneller – Thibaud Sauthier lernt derzeit das Männer-Eishockey kennen. Der 17-jährige Elitejunior des EHC Biel kam, auch für ihn überraschend, zum Keeper-Posten beim ambitionierten Erstligisten EHC Zuchwil Regio.

«Als die Anfrage kam, musste ich nicht lange überlegen», so Sauthier. Nachdem sich Pascal Streit schon vor der Saison an der Hüfte verletzt hatte und die ganze Saison ausfällt, zog sich der NLB-erprobte Stammgoalie der Solothurner, Sandro Zaugg, zuletzt eine Gehirnerschütterung zu. «Wir mussten handeln», hält Goalie-Coach Simon Pfister. Fündig geworden ist er beim EHC Biel.

Bis zu seinem Wechsel in die 1. Liga hatte Sauthier heuer wenig Spielpraxis. «Das ist eine grosse Chance für ihn. Er wäre nicht der Erste, der in so einem Moment den Knopf auftut», sagt Pfister. Plötzlich vom Junioren- ins Eishockey der Aktiven «geworfen» zu werden, könne viele PS freisetzten. Man will schliesslich als junger Spieler zeigen, dass man es drauf hat. Oder es drauf hätte, wenn man einen lassen würde. Thibaud Sauthier lässt man. In Zuchwil geht man davon aus, dass «er auch unser Playoff-Goalie ist».

Freilich besteht die Chance, dass Zaugg auf die finale Meisterschaftsphase hin zurückkehrt. «Er ist ab und zu im Training und hält sich fit», sagt Simon Pfister. Zu überstürzen indes braucht der Langnauer seine Genesung indes nichts. Sauthier macht seine Sache sehr gut und wurde im letzten Match gegen Lyss gar zum besten Spieler seines Teams gewählt.

Heute gegen Wiki-Münsingen

«Ich bin sehr froh über die Chance, die mir Zuchwil gibt. Jeder Spieler will spielen, und ich bin überzeugt, dass ich in der 1. Liga enorm viel profitieren kann.» Der junge Wirtschaftsmittelschüler trainiert derzeit in Biel und bei Zuchwil. Am Willen, etwas zu erreichen, fehlt es ihm definitiv nicht. «Wenn möglich möchte ich natürlich Profi werden.»

Die anfängliche Nervosität hat der Romand inzwischen abgelegt. «Er strahlt eine bemerkenswerte Ruhe aus», sagt Goalietrainer Pfister. Sauthier gebe sich Mühe, mit seinen Mitspielern Deutsch zu reden, und diese wiederum packen ihr mehr oder weniger verstaubtes Französisch aus – «das führt manchmal zu ganz witzigen Situationen und dem einen oder anderen Spruch», sagt Pfister.

Das wichtigste aber sei, dass der Youngster im Team heute Samstag (18.15 Uhr) gegen Wiki-Münsingen seinen Kasten reinhalte – ob in Deutsch, Französisch, Englisch oder Serbokroatisch, sei egal.