Künstlertreffen

Jugendfreunde stellen gemeinsam im Näijerehuus aus

Peter Aebi (links) und Franco Müller in einem Ausstellungsraum.

Ihre Freundschaft hat über 30 Jahre lang geruht. Nun stellen Franco Müller, Solothurn, und Peter Aebi, Winterthur, gemeinsam im Näijerehuus aus. Beide zeigen jüngste Arbeiten und entdecken dabei unerwartete Gemeinsamkeiten.

Franco Müller und Peter Aebi kennen sich aus Jugendzeiten in und um Solothurn herum, sie spielten zusammen in einer Band. Heute haben sie unabhängig voneinander der bildenden Kunst einen wichtigen Platz ihn ihrem Leben eingeräumt. In der aktuellen Ausstellung im Näijerehuus treffen ihre Arbeiten aufeinander. «Und korrespondieren bestens zusammen», so das Fazit der beiden. Im Dachraum, wo insgesamt rund 30 Arbeiten von ihnen hängen, lässt sich dieses Interagieren der beiden Schaffensweisen erkennen. Es ist eine ähnliche Art der Perspektive, die Müllers Malereien und Aebis Fotografien verbindet.

«Ich verwende die Fotografie als Medium nicht, um etwas zu zeigen im Sinn einer Abbildung», sagt Aebi. Vielmehr geht es ihm darum, ein Bild zu kreieren. Dabei legt er die Bildkomposition beim Fotografieren vor Ort fest. «Das Bild zeigt schliesslich das, was ich bereits durch den Sucher gesehen habe», so Aebi. Nicht mehr und nicht weniger. Die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung setzt er minimal ein, er orientiert sich an der klassischen Fotografie. Drei ausgestellte Arbeiten bilden eine Ausnahme: Sie haben als Ausgangspunkt ein Polaroid-Foto, das Aebi eingescannt und so vergrössert hat, dass es vom Format her nicht mehr als solches erkennbar ist. Die besondere Farbigkeit aber verleiht der Fotografie den Charme eines Polaroids.

Daneben und gegenüber sind Malereien von Franco Müller zu sehen. «Es sind alles Landschaften», sagt Müller. Für die Ausstellung im Näijerehuus hat er ihnen als Titel Flurnamen aus Hersiwil und Umgebung gegeben. Als würde der Betrachter durch das Bild hindurch hinaus in die Weite schauen, zum Beispiel auf den «Rüebliacker», zum «Lumpenacker» oder zur «Weiermatt». Einerseits verankern diese Titel die ortsunabhängig gemalten Landschaften geografisch; anderseits ist diese Titelgebung auch als Brückenschlag zu den ortskundigen Ausstellungsbesuchern zu deuten. Vor allem aber: «Das Bild lässt sich dadurch grösser denken als die Fläche, die es hat», so Müller.

Auch bei Müller leben die einzelnen Arbeiten von der Bildkomposition: von einem mehr oder weniger implizierten Horizont, der Raum schafft. Und von einem Farbauftrag, der von grosszügigen Bewegungen zeugt. Sowohl in Aebis Fotografie als auch in Müllers Malerei ist ein Abstraktionsmoment festzumachen, sei es ein bewusstes Aufbrechen eines abbildenden Charakters durch den gewählten, eher ungewohnten Bildausschnitt oder durch einen dynamischen Umgang mit Farbe und Form auf der Leinwand.

Im Zwischengeschoss sind kleine und mittlere Ölbilder von Peter Aebi zu sehen. «Die Technik der Ölmalerei verlangt eine gewisse Konzentration», so Aebi. Das gefalle ihm an der Ölmalerei, die seit neuerem seine fotografische Arbeit ergänzt. Zudem habe es für ihn einen gewissen Reiz, das Handwerk unermüdlich zu üben. «Die Intention ist bei der Malerei und der Fotografie die gleiche», sagt Aebi, lediglich die Arbeitsprozesse seien unterschiedlich. Auch bei der Malerei gehe es ihm um das Bild an sich, um das Handwerk, die Komposition und weniger um das Sujet. Die beiden Medien vermischen sich bei Aebi nicht.

Anders als bei Müller. Dieser greift für seine Prints auf Blachen auf seine eigene Malerei und eigene Fotografien zurück. Die Vorlagen bearbeitet er digital, verändert und verfremdet sie und lässt sie schliesslich auf den gelochten Blachen drucken. Übereinander gelegt, erzeugen die beiden Ebenen einen dreidimensionalen Effekt. «Für mich haben diese Arbeiten etwas von einem Theaterstück», so Müller.

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