Kürzungen verhindern

Jugendarbeit Unterleberberg fordert mehr Geld

Christoph Heiniger übernimmt den Vorsitz der Konferenz. (Archiv)

Christoph Heiniger übernimmt den Vorsitz der Konferenz. (Archiv)

Weil die Jugendarbeit mehr Geld benötigt um Kürzungen zu verhindern, fand am Dienstagabend eine Konferenz statt. Die Gemeindepräsidenten des Unterleberbergs sind mehrheitlich für eine Aufstockung, Kammersrohr schert aber aus.

Die Runde der Unterleberberger Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten traf sich am Dienstagabend zum Austausch. Zur Diskussion stand vor allem ein Antrag der Jugendarbeit Unterleberberg (Jaul). Als Präsident der Leitgemeinde Flumenthal vertrat Christoph Heiniger (FDP) das Begehren nach mehr Geld.

Die Jugendarbeit kostet die Gemeinden im Moment 18 Franken pro Einwohner und Jahr. Damit werden hauptsächlich die Lohnkosten der Mitarbeitenden gedeckt, während gerade für Projekte jeweils grosse Beiträge durch Sponsoring zusammenkommen.

Nun entfallen aber wesentliche Gelder, insbesondere von der römisch-katholischen Synode. Der Grundstock von 18 Franken reicht somit nicht mehr aus. Damit bei der Jugendarbeit keine Kürzungen nötig sind, soll der Beitrag deshalb auf 20 Franken pro Person erhöht werden.

Dass die Jugendarbeit Unterleberberg gute Arbeit leiste und enorm wichtig sei, war in der Runde unbestritten. Der Zeitpunkt sei allerdings sehr schlecht, da in den Gemeinden die Budgetlesungen anstehen und kaum noch Änderungen einzubringen sind.

Trotzdem äusserten sich die meisten Vertreter positiv und waren der Ansicht, dass der eigene Rat das Begehren wahrscheinlich unterstützen könne. Heiniger betonte zudem, dass die Jugendbeauftragten bereits seit Juni informiert seien.

Kammersrohr hat aber als einziger Gemeinderat bereits über den Antrag beraten – und ihn abgelehnt. Eine Erhöhung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll, so die Begründung.

Einige Gemeindepräsidenten bedauerten diesen Entscheid, schliesslich wäre Einigkeit unter den Gemeinden Voraussetzung. Es sei schade, dass Kammersrohr nun das Zünglein an der Waage sei, doch das sei eben Gemeindeautonomie und dagegen könne man nichts machen. Vielleicht gebe es aber trotzdem noch Möglichkeiten, die Jugendarbeit etwas stärker zu unterstützen – etwa über spezielle Projekte.

«Ich gehe davon aus, dass wir trotzdem 20 Franken budgetieren, und empfehle, dass die anderen Gemeinden das auch so machen», so Heiniger. Sollte man nur 18 Franken zur Verfügung haben, müssten wohl die Elternbeiträge für das Lager erhöht und gewisse Projekte etwas gekürzt werden.

Ressortsystem hat grosse Vorteile

Diskutiert wurden auch aktuelle Belange aus den Gemeinden, etwa der Aufbau der verschiedenen Gemeinderäte. Ausser in Feldbrunnen arbeiten die grösseren Gemeinden des Unterleberbergs nach dem Ressortsystem und haben meist eine Finanzkommission. Damit mache man sehr gute Erfahrungen. Die Zuständigkeiten in den Ressorts funktioniere gut.

Jasmine Huber (FDP), Gemeindepräsidentin von Riedholz, betonte: «Eine Finanzkommission muss man meiner Meinung nach zwingend haben.» Das gebe es in jeder Firma und brauche es auch in einer Gemeinde, so Huber.

Die Finanzexperten können so bereits in den Kommissionen «vorsondieren», was sehr wichtig sei. Feldbrunnen und Günsberg sind ausserdem die einzigen Unterleberberger Gemeinden, die mit sieben Gemeinderatsmitgliedern relativ grosse Räte haben.

Heiniger übernimmt Vorsitz

Da der Hubersdorfer Andreas Rüegger (FDP) sein Amt als Gemeindepräsident per Ende Jahr abgibt, musste ausserdem ein neuer Vorsitz für die Gemeindepräsidentenkonferenz gewählt werden. Christoph Heiniger wird dieses Amt antreten. Thomas Jenni (parteilos) aus Günsberg wird dafür den frei werdenden Platz im Vorstand der Sozialregion übernehmen.

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