Biberist
«Joie de vivre» mit Gemälden und Blumen

Porträts von Richard Flury und Bilder der Moos-Flury-Stiftung stehen im Schlösschen Vorder-Bleichenberg in Biberist im Dialog mit Blumen.

Agnes Portmann-Leupi, Text und Foto
Drucken
Teilen
Blumen werden in den Ausstellungsräumen mit den ausgestellten Bildern korrespondieren.

Blumen werden in den Ausstellungsräumen mit den ausgestellten Bildern korrespondieren.

Agnes Portmann

Im Jahr 2017 denkt Biberist an den einheimischen Komponisten Richard Flury zurück, und zwar aus Anlass seines 50. Todestages. «Die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Richard Flury und dem Ehepaar Moos-Flury gaben für uns den Ausschlag, Bilder der Moos-Flury-Stiftung und Porträts des Komponisten in einer Sonderausstellung zu zeigen», sagt Barbara Flury, Präsidentin des Vereins des Schlösschens. Diese Idee wird im ersten Teil der Ausstellung umgesetzt. Im zweiten Teil kreieren Heidi Bisang und Anna Heuer von der «Flores Blumenbinderei» Solothurn sowie Berufskollegin Ramona Tanner aus Luzern florale Interpretationen zu einzelnen Bildern.

«Bunt, sprudelnd, voller Lebensfreude soll die Interpretation zum farbenfrohen Ölbild «Joie de vivre» werden», sagt Heidi Bisang. Das Werk aus dem Jahr 1948 des in Biberist geborenen Malers Werner Aerni gibt der Ausstellung zugleich den vielversprechenden Namen. Die drei Floristinnen haben sich mit den von ihnen ausgewählten Bildern und den Räumen des Schlösschens auseinandergesetzt. Ihr Dialog zwischen Kunst und Blumen tönt verheissungsvoll, verbunden mit Gleichartigem und Gegensätzlichem in Bezug auf Stimmung, Formen, Farben, und Licht.

Blumen drücken Gefühle aus

Zu sehen ist unter anderem Cuno Amiets Ölbild «Blühender Obstgarten». Die florale Gegenüberstellung wird einem frühsommerlichen Aufbrechen der Natur gleichen, in welcher Kirschen- und Apfelsträucher bis zur Decke wachsen. Die Installation zum «Garten mit Löwenmäulchen» von Joe Mathis wird den ganzen Raum in einen Löwenmäulchengarten verwandeln.

Gedanken zum aktuellen Zeitgeschehen machen sich die drei Floristinnen mit dem «Flüchtlingsmädchen» von Albert Schnyder. Es animiert sie einerseits, innere Werte und Träume eines Menschen hervorzuheben. Andererseits zeigen sie mit Glimmer und Glitzer den Gegensatz zur heutigen Gesellschaft auf. «Eine spezielle Aura, hervorgerufen durch Pampasgras, wird das «Mädchenbildnis» von Margherita Osswald-Toppi umgeben», verrät Anna Heuer.

Porträts des Komponisten Flury

Als Richard Flury, der von 1896 bis 1967 wirkte, seinem Freund Cuno Amiet zum 80. Geburtstag ein Klavierquintett widmete, beschenkte ihn dieser mit einem Porträt. Dieses und zwei weitere Porträts in Öl sind im Privatbesitz seines Sohnes Urs Joseph Flury und im Schlösschen zu sehen. Die Büste, geschaffen vom Österreicher Richard Kauffungen, habe Richard Flury von allen Büsten stets am besten gefallen, erzählt sein Sohn Urs Joseph.

Der Solothurner Zeichenlehrer an der Kantonsschule, Rolf Roth, porträtierte Richard Flury aus Anlass einer Te-Deum-Aufführung im Jahr 1939. Speziell dabei ist, dass der Komponist den Anfang des Werkes eigenhändig auf das Porträt geschrieben hat. Die Ausstellung zeigt zudem eine Vielfalt von Porträts – Lithografien, Feder-, Kreide- und Bleistiftzeichnungen sowie weitere Ölbilder.

Ausstellung im Schlösschen Vorder-Bleichenberg. Vernissage I: Bilder, Sa. 4. März, 17 Uhr, geöffnet bis 15. März, Mi + Do 16–19 Uhr, Sa + So, 14–18 Uhr. Vernissage II: Bilder und Blumen, Fr. 17. März, 18 Uhr, geöffnet bis 22. März, Sa + So, 11–17 Uhr, Mo, Di, Mi, 14–18 Uhr.
www.schloesschen-biberist.ch.

Aktuelle Nachrichten