Etziken
Jodlerklub «Alpenglühn» mit «Chnöpflidrücker», Jodlerchörli und Trachtengruppe

Der Jodlerklub Alpenglühn Etziken setzte auf dreifache Verstärkung und bewies damit ein gutes Händchen.

Hans Blaser
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Der Jodlerklub Alpenglühn eröffnet den Abend (mit «Ame schöne Morge»).

Der Jodlerklub Alpenglühn eröffnet den Abend (mit «Ame schöne Morge»).

Hans Blaser

Die normalen Jodlerklubs in der Region können kaum einen ganzen Abend lang allein bestreiten. Fast alle sind auf irgendwelche Unterstützung angewiesen. Der Jodlerklub Alpenglühn Etziken setzte diesmal auf dreifache Verstärkung und bewies damit ein gutes Händchen. Den entscheidenden Teil des Abends bestritten sie natürlich selber.

Mit «Ame schöne Morge» von Fred Kaufmann fanden die Jodlerinnen und Jodler den passenden Einstieg. Das gefiel auch gesanglich besser als «Dankbar sy» von Josef Dubach und die von Mirjam Schafroth geschriebene «Herbstmelodie». Mit dieser ging der Klub später in die Pause. Diese bekam ihm anscheinend.

Bei «E Hand voll Heimatärde» von Hannes Fuhrer blühte er richtiggehend auf. Man glaubte auch fast noch die Hand des Komponisten zu spüren. Ihn konnte der Klub nämlich für vier Proben bei der Vorbereitung auf das Nordwestschweizerische Jodlerfest in Rothrist verpflichten. Dort stieg der Klub nämlich genau mit diesem Lied in den Wettbewerb.

Die Freude über das dabei erzielte «Gut» war natürlich gross und ist noch immer etwas spürbar. Freuen darf sich der Klub auch über dessen Interpretation in Etziken. In seinem Sog geriet auch «Verlorni Heimat» von Paul Müller-Egger danach auf ähnlichem Niveau.

Als offizielle Schlussnummer wählte der Klub wieder eine Komposition von Hannes Fuhrer. Dieser scheint so etwas wie der Lieblingskomponist vom Jodlerklub Alpenglühn zu werden. Tatsächlich überzeugte der Klub auch mit dessen «Di alti Linde». Das spürte auch das Publikum. Als die geforderte Zugabe sang der den beliebten «Steinmandli-Juiz» von André von Moos.

«D’Mue» oder «Z’Minröckli»

Nicht nur mit ihrem Jugend-Bonus punkteten die «Chnöpflidrücker», einer der Gäste. Die Schwestern Melanie und Nicole Baumgartner aus Inkwil nennen sich bei ihren Auftritten so. Damit verraten die erst 13 und 14 Jahre alten Teenis ihre musikalische Leidenschaft. Die beiden spielen ihr halbes Leben Schwyzerörgeli. Entsprechend ist das Niveau. Sie hatten keine Mühe, mit ihren vier Auftritten mit je zwei Vorträgen das Publikum zu begeistern. Nebst rätselhaften Titeln wie «D’Mue» (modern für Mutter) oder «Z’Minröckli» kamen sie auch an «Im Oergelihuus» nicht vorbei.

Ein weiterer Gast war das Jodlerchörli «De Bärge nah» aus dem Oberland. Sie sind nicht, wie man erwarten könnte, eine Kleinformation eines Jodlerklubs, sondern organisieren sich selber. Seit fünf Jahren singen sie zusammen, weil sie das gerne tun. Und genau das merkt man.

Sie bewegen sich hervorragend in der Jodel-Literatur, etwa mit «Alpzyt» von Willi Michel. Ein weiterer Gast war die Trachtengruppe Kriegstetten. Sie brachten in zwei Auftritten Bewegung auf die Bühne.

Die Öufi-Ländlers überbrückten die Zeit bis zum traditionellen Mitternachtsjodel. Den übernahm der Jodlerklub aber nicht allein. Er liess ihn durch die beiden Teenis auf dem Schwyzerörgeli mit zwei Stücken eröffnen.

Nach den zwei Jodlerinnen stieg auch das Jodlerchörli aus dem Berner Oberland nochmals mit zwei Liedern auf die Bühne.

Für den eigentlichen Mitternachtsjodel bat der Jodlerklub alle Jodlerinnen und Jodler im Saal auf die Bühne zu einem Gesamtchor. Das von allen gemeinsam gesungene «Wenn d’Schwälbeli i Süde zie» von Adolf Stähli wurde so zu einem gelungenen jodlerischen Abschluss.

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