Der Andrang ist bereits vor der offiziellen Eröffnung gross. Denn die milden Sommertemperaturen locken die Menschen am Samstagabend in Scharen ins beschauliche Kriegstetten, welches sich auch dieses Jahr wieder während der Krebskilbi zur regionalen Partymetropole wandelt. Doch bevor die Kilbi von den Partygängern vereinnahmt wird, sorgen zum Auftakt Musikgesellschaft, Jodlerchor, Trachtentänzerinnen und -tänzer sowie die Geislechlöpfer dafür, dass das Traditionelle an diesem Volksfest nicht zu kurz kommt.

Nach der Eröffnungszeremonie – es ist kurz nach 21 Uhr – macht sich bei den Besuchern allmählich der Hunger breit. Die Suche nach einem freien Sitzplatz wird da aber bereits zur Herausforderung. Die Festzelte sind alle zum Bersten voll und die riesigen Pfannen mit Älpler-Maccaroni schon reichlich geleert. Die Vereine, welche als Betreiber walten, dürfte es freuen.

Aber verhungern muss hier glücklicherweise trotzdem niemand. Mit Bratwürsten, Zander, Mistkratzerli oder Pizza gibt es beispielsweise noch genügend Auswahl. Sollte der Hunger danach noch nicht gänzlich verflogen sein, gönnt man sich zum Dessert noch eine Zuckerwatte, Magenbrot, feine hausgemachte Glace oder deckt sich sonst mit allerlei Süsskram ein. Zur Verdauung bietet sich anschliessenden ein Bummel durch die über 60 Marktstände an.

Entenfischen oder Kameltreiben

Wer sich nach der Verköstigung durch die Massen schlängelt, hört früher oder später unweigerlich lautes Gekreische – ein eindeutiges Zeichen dafür, dass man sich dem Gelände des Lunaparks nähert. Hier tummeln sich vornehmlich die Teenies und geniessen es, sich auf den unzähligen Bahnen durch die Luft wirbeln zu lassen. Wobei der Genuss bei einigen Besuchern nur solange andauert wie die Fahrt selbst und dann ein jähes Ende findet: «Boah, ist mir schlecht», ist ein Satz den man das eine oder andere Mal zu hören bekommt, sobald der Schleuderspass vorbei ist.

Dies tut dem enormen Andrang aber keinerlei Abbruch, und so wartet auch schon die nächste Gruppe begierig darauf, dass das Mageninnere ordentlich durchgeschüttelt wird. Selbstverständlich bietet das Festgelände aber noch mehr, als sich auf 42 Metern Höhe bei 110 km/h ein Schleudertrauma einzufangen. Vom Karussell über das

Entenfischen bis hin zum Putschauto ist alles dabei, was das Herz eines Rummelplatzliebhabers höherschlagen lässt und selbst ältere Semester wieder in ihre Kindheit zurückversetzt. Auch die traditionellen Schiessbuden dürfen selbstredend nicht fehlen, an denen Jünglinge versuchen, für ihre Herzensdamen eine der begehrten Rosen oder ein flauschiges Plüschtier zu ergattern.

Wer dagegen lieber auf Pferderennsport steht, bekommt beim Kamelrennstand eine witzige Alternative geboten. Mit geschickten Ballwürfen müssen die zwölf gegeneinander antretenden Kontrahenten ihr Kamel vor jenen der Gegner über die Rennbahn befördern. Das Ganze wird dabei gekonnt mit Kommentaren der Standbetreiber über den aktuellen Rennstand untermauert. Bei einer solchen Auswahl an Attraktionen verwundert es kaum, dass die letzten Partygäste erst in den frühen Morgenstunden den Nachhauseweg antreten.