Konzertabend
Jodel und Juiz mit Ländler und Zäuerli im Badsaal in Derendingen

Gelungener Konzertabend des Jodlerklubs Zytröseli im Badsaal in Derendingen. Fast vom Mittelpunkt der Schweiz ist der Jodlerklub Flüeli-Ranft angereist, der Gastklub vom Samstag.

Hans Blaser
Merken
Drucken
Teilen
Die Jodlerfamilie Sutter singt gemeinsam auf der Bühne.

Die Jodlerfamilie Sutter singt gemeinsam auf der Bühne.

Hans Blaser

Der Jodlerklub Zytröseli überlässt üblicherweise den zweiten Teil ihres Konzertabends der Theatergruppe. Das war diesmal anders. Die Theaterleute genossen eine Auszeit. Das heisst aber auch, dass die Jodler für Ersatz suchen mussten, wollten sie nicht den Abend allein bestreiten. Das macht kein Jodlerklub gerne. Deshalb wurden zwei Konzerte mit Gastklub angekündigt.

Die Suche nach den Gastklubs sei ihnen nicht schwer gefallen, verriet der Klub. Zwei Telefonate haben genügt um zwei andere Jodlerklubs zu gewinnen. Fast vom Mittelpunkt der Schweiz ist der Jodlerklub Flüeli-Ranft angereist, der Gastklub vom Samstag. Die Obwaldner werden von Silvia Windlin geleitet. Sie sind bekannt, nicht zuletzt wegen ihren drei Vorjodlerinnen. Deren wunderbare, kraftvolle und extrem tragende Stimmen sind in der Zusammensetzung ein Glücksfall. Sie harmonieren eben auch gut.

Die Gastformationen begeistern

Das macht es jedoch nicht einfacher sich in den Gesamtklang einzufügen. Bei ihrem ersten Auftritt mögen sie dem einen oder anderen vielleicht schon etwas dominant gewirkt zu haben. Vielleicht hat aber gerade das gefallen. So oder so ihr «Iwi Juiz» von Julius Stockmann und «Lied Mues Juize» von Paul Meier sind gut angekommen.

Ab dem zweiten Auftritt waren die Innerschweizer mit der Akustik vertraut und agierten im Gleichgewicht. Das erkannte auch das Publikum. Es begnügte sich nicht mit «I Tiefi vom Ranft» von Armin Omlin und «Schwanderai Juiz» von André Rohner. Es verlangte eine Zugabe und erhielt sie mit dem «Nachtbuebe Juiz». Ihren dritten Auftritt begannen die Obwaldner mit dem schön interpretierten «Chijejergliit» von Hannes Fuhrer. Mit dem «Feldweg Juiz» von Erwin Britschgi wollten sie eigentlich ihr Programm abschliessen. Aber auch das reichte dem Publikum noch nicht. «Es isch im Derfli alles glesche» begann diesmal die Zugabe.

Gelöscht wurde das Licht auf der Bühne aber noch nicht. Da war ja noch die Jodlerfamilie Sutter aus Waldkirch als zweiter Gast. Die siebenköpfige Familie singt und jodelt entgegen ihrem Wohnort in der Appenzeller Tradition. Da darf es durchaus auch mal ein Zäuerli sein. Sie macht in ihren Trachten auch optisch eine gute Figur. Die Mutter ist ihrer Obwaldner Sonntagstracht treu geblieben. Zu deren Blau passte das Hellblau der Innerrhoder Werktagstracht der beiden älteren Töchter hervorragend. Die männlichen Familienmitglieder trugen alle das rote Kleidungsstück der Appenzeller Tracht, das man je nachdem Liebli oder Broschttuech nennt. Eigentlich waren die Sutters sogar zwei Gäste. Der Nachwuchs der Sutters, noch ohne die 6 jährige Leandra, trat auch als Ländlerquartett auf. Mit Leichtigkeit hatten sie das Publikum erobert und profitierten dabei wohl noch vom Jugendbonus. Schade haben sie die Titel ihrer gespielten Stücke nicht auch ansagen lassen.

«Zytröseli» singen ihr Wettstück

Das hat nämlich der Gastgeber, der Jodlerklub Zytröseli gemacht. Selbstverständlich ist der auch selber auf die Bühne gestanden. Er begann gleich mit seinem sehr schön vorgetragenen Wettstück vom Eidgenössischen Jodlerfest in Brig «S’Jodlerhärz» von Walter Stadelmann-Lörtscher. Weil «Zytröseli» stets den Bezug zur Region sucht, musste natürlich auch «I de blaue Jurabärge» von Ernst Märki und dem Text von Otto Wolf ins Programm. Dieses Gespann kam auch beim zweiten Auftritt mit «Bärgobe» nochmals zum Zug. Zuvor stimmten die Zytröseler aber noch «E Jodler» von Bruno Häner an. Auch sie mussten eine Zugabe liefern. Das erledigten sie mit dem «Höckeler Jutz» von Peter Bader, ihrem musikalischen Leiter. Was an keinem Jodleranlass fehlen darf, ist der Gesamtchor zum Abschluss. Das sind natürlich immer bekannte Werke, welche die meisten Jodelleute kennen. Am Samstag war es im Badsaal aber «Däheim» von Franz Stadelmann.