Noch ist's ruhig rund um das Delta-Areal. Doch der hochgezogene Bauzaun zeigt es an: Seit zwei Wochen sind Arbeiter mit dem Abriss des Fabrikgebäudes beschäftigt. In einem ersten Schritt wird derzeit der Westteil abgebrochen. «Die Rückbaubewilligung wurde erteilt», weiss Langendorfs Bauverwalter Urs Zaugg. Schon in zwei Monaten soll der dreistöckige Bau verschwunden sein. Einzig die Bodenplatten im Parterre bleiben übrig. «Der Keller wird nicht rückgebaut», sagt Zaugg.

Denn in den Böden befindet sich aufgrund der industriellen Nutzung sehr viel Öl. Die Decken riechen übel. Laut Christian Flury vom Solothurner Planungsbüro Bader Partner wird der Abbruch aufgrund der Altlasten eng von Experten der Umweltberatungsfirma Ecosens begleitet. Das Material wird auf Schadstoffe untersucht und auf Deponien gebracht. Auch das kantonale Amt für Umwelt sei involviert. «Die Entsorgung ist nicht einfach.»

«Wärmetechnisch grausam»

Besitzerin des Delta-Areals ist die Zuriba AG. Walter Müller von der Velia Immobilien AG in Schlieren bewirtschaftet das ehemalige Industriegebiet. «Bis zu einer neuen Nutzung ist es noch ein weiter Weg», sagt Müller. Im Zusammenhang mit der Ortsplanungsrevision soll das Areal umgenutzt werden. Wohn- und Gewerberäume soll es dereinst geben. Derzeit werden Vorstudien erstellt, Testplanungen klären eine Wohnnutzung ab. Auch der Ostteil des lang gezogenen Industriebaus wird ab Ende 2017 abgerissen und in die neue Nutzung einbezogen.

Dass der Industriezeuge aus dem Jahr 1939 abgerissen wird, wird vielerorts bedauert. «Es ist schade», sagt auch Urs Zaugg. Der Bau mit den grossen Fenstern würde sich augenscheinlich für Loftwohnungen eignen. Aufgrund der «gigantischen Heizkosten» sei dies aber kein Thema, sagt Walter Müller. Eine Isolation sei praktisch nicht vorhanden, wärmetechnisch sei der Bau «grausam». Und würde man die Fassade einpacken, verliere das Gebäude seinen Charme.

Aufgrund der Prozesswärme war die Beheizung früher kein Problem: Die Delta Maschinenfabrik, die 1913 gegründet worden war, belieferte die Uhrenindustrie sowie Apparate- und Maschinenbauer mit Präzisionsdrehteilen. Nachdem die Delta-Fabrik Mitte der 1970er-Jahre geschlossen wurde, zogen Gewerbebetriebe ein. Die letzten Mieter sind vergangenes Jahr im Hinblick auf den Abriss ausgezogen.