Flumenthal steht verkehrsmässig ein neues Zeitalter bevor. Mit dem Umbau der Bahnlinie zwischen Attiswil und Flumenthal wird der bestehende Bahnübergang Rütti-/Baselstrasse aufgehoben. Übrig bleibt genau noch ein Bahnübergang. Durch diese Schliessung werden sich die bestehenden Verkehrsströme verlagern. Deshalb wird ein neues Verkehrskonzept für die Gemeinde am Aarehang ausgearbeitet.

Der Verkehr aus dem östlichen Dorfteil, dem künftig kein Bahnübergang mehr zur Verfügung steht, soll kanalisiert werden. Der Verkehr aus dem Nordteil des Dorfes soll über den verbleibenden Bahnübergang Kirchgasse/Baselstrasse ins Dorf gelangen. Und der Durchgangsverkehr soll auf die Waldaustrasse abgelenkt werden.

Nur als Zubringer ins Dorf

Zwei Varianten schlagen die Planer zum Verkehrskonzept vor. Die eine Variante sieht eine Erweiterung der bestehenden Tempo-30-Zone vor. Die andere favorisierte Variante, gleichsam eine Radikalvariante, sieht vor, dass über das gesamte Gemeindegebiet ab der Waldaustrasse und ab der Baselstrasse ein Fahrverbot für PKWs und Motorräder eingerichtet wird. Auf sämtlichen Kreuzungen soll Rechtsvortritt gelten, die bestehenden Tempo-30-Zonen in der Höflisgasse und auf der Werkstrasse sollen aufgehoben werden.

Aus Verkehrsmessungen, Fragebogen (zirka 20 Prozent von 450 verteilten Fragebogen wurden zurückgeschickt) und Begehungen zieht die Bau- und Werkkommission diverse Schlüsse. So habe Flumenthal kein grösseres mess- oder erkennbares Geschwindigkeits- oder Sicherheitsproblem. Es gebe aber lokale Sicherheitsmängel. Die Autos fahren mit der Geschwindigkeit, welche dem Charakter und den Bedingungen der Strasse entsprechen würden.

Die starken Tempo-Abweichungen auf der Höflisgasse zeigten, dass eine Tempo-30-Zone ohne bauliche Massnahmen ihren Zweck nicht erfülle. Auf der relativ breiten und geraden Strasse wurde Tempo 30 als Zwischenlösung eingeführt für die Zeit, zu welcher der Lastwagenverkehr zum Kieswerk über diese Strassen fuhr. Jetzt mit Inbetriebnahme der neuen Werkstrasse der Aare entlang sei dieses Problem vom Tisch.

Verkehr reduzieren

Hingewiesen wird zudem auf die Kreuzung Hinterriedholz, welche bei ihrer geplanten Umgestaltung mit einer Lichtsignalanlage versehen werden könnte, was zwangsläufig zu Ausweichverkehr durch Flumenthal führe.

Da in Flumenthal kein grundlegendes Verkehrs- oder Sicherheitsproblem bestehe, sollen die bestehenden Maximalgeschwindigkeiten nicht grossflächig gesenkt werden. Insbesondere sei von einer dorfweiten Tempo-30-Zone abzusehen. Weiter sollten die bestehenden Tempo-30-Zonen Unterdorf und Vorstädtliweg aufgehoben werden.

Folgende dorfweiten Anpassungen sind vorgesehen: Im ganzen Dorfgebiet gilt generell Rechtsvortritt. Dieser wird mittels Bodenmarkierungen verdeutlicht. Ab beiden Dorfeingängen Baselstrasse und Waldau gilt ein Fahrverbot mit Ausnahme «Zubringerdienst gestattet». Damit soll der bestehende (und aufgrund der geplanten Lichtsignalanlage Hinterriedholz vermutlich zunehmende) Durchgangsverkehr reduziert werden.

Die Reduktion des Verkehrsaufkommens auf der Achsen Höflisgasse–Kirchgasse senkt das Gefahrenpotenzial an diesen beiden Schlüsselstellen (enge Strassenverhältnisse auf der Kirchgasse im Unterdorf, breite Sammelstrasse und schwierige Fussgängerquerung über die Höflisgasse). Auf der Baselstrasse im Bereich der Haltestation des «Bipperlisi» soll künftig Tempo 30 gelten.

Kanton gibt grünes Licht

Die polizeiliche Überprüfung, ob das Fahrverbot eingehalten wird, sei relativ aufwendig, aber machbar. Selbst wenn die Einhaltung des Fahrverbots nicht vollumfänglich garantiert werden kann, dürfte diese kostengünstige und pragmatische Massnahme doch zu einer deutlichen Abnahme des Durchgangsverkehrs führen. Das Amt für Verkehr und Tiefbau erachte diese Massnahme als machbar.

Die Einwohner wurden bereits über die geplanten Massnahmen informiert und haben bis zum 7. Oktober Gelegenheit, sich erneut mittels Fragebogen dazu zu äussern. Die Fragebogen werden ausgewertet und fliessen in das Konzept ein. Das bereinigte Konzept wird gegen Ende Jahr dem Kanton zur Genehmigung unterbreitet und mit Rechtsmittel während 30 Tagen
publiziert.