Lommiswil

Jetzt muss der Glögglifrosch nur noch umziehen

Das neu erstellte Amphibienbiotop im Steinbruch in Lommiswil.

Das neu erstellte Amphibienbiotop im Steinbruch in Lommiswil.

Weil Amphibien auf Larvengewässer angewiesen sind, wurde im Steinbruch Lommiswil ein Biotop mit zwei Weihern erstellt.

«Das Amt für Raumplanung ist nicht nur für den Wohn- und Arbeitsraum von Menschen zuständig, sondern auch für den Lebensraum der Amphibien.» Sascha Peter (Chef Amt für Raumplanung) freut sich über das Biotop, das im Steinbruch in Lommiswil erstellt werden konnte. Die neue Wohnung für den «Glögglifrosch», die Geburtshelferkröte, stehe bereit.

Nun müsse das Tier nur noch übersiedeln. Jonas Lüthy (wissenschaftlicher Mitarbeiter natur udn Landschaft, Amt für Raumplanung) ist zuversichtlich, dass die Geburtshelferkröte schon im nächsten Frühling den Weg vom Steinbruch Oberdorf her finden und im neuen Biotop laichen wird.

Die «Steingruebe» beidseits der Gemeindegrenze Lommiswil/Oberdorf wird als Objekt im Inventar der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (karch) aufgeführt. Hier lebt eine kleine Population der Geburtshelferkröte (die stark gefährdet ist). Das Gebiet ist aber auch Lebensraum für den Bergmolch, den Grasfrosch, die Erdkröte, die Ringelnatter und diverse Libellenarten.

Sonne und Wasser

Der Glögglifrosch benötigt gut besonnte Landlebensräume mit Steinblöcken und Mergel. Diese findet er in den beiden Steinbrüchen in Oberdorf und in Lommiswil vor. Problematisch waren aber bisher die Larvengewässer. Die bestehenden Tümpel in Oberdorf trockneten regelmässig vorzeitig aus, sodass sich die Amphibien nicht fortpflanzen konnten.

«Im Kanton Solothurn tun wir einiges für den Schutz der Amphibien», so Peter. Nicht immer könne eine Situation mit baulichen Massnahmen verbessert werden. Er sprach dabei insbesondere die Amphibienzugstelle an der Bellacherstrasse an, bei der die Tiere nach wie vor von freiwilligen Helfern über die Strasse getragen werden. «Klimawandel und Erwärmung machen es den Amphibien und uns nicht leichter. Naturschutz ist zudem immer noch freiwillig. Wir haben darum hier ein sehr schönes Beispiel, wie ein Projekt umgesetzt werden kann, wenn alle mitmachen», erklärte Peter.

In diesem Sinn dankte Jonas Lüthy bei einer kleinen Einweihungsfeier allen Beteiligten. Vorab der Bürgergemeinde Lommiswil, die das Grundstück im Steinbruch zur Verfügung gestellt hat, aber auch dem Alpiq Ökofonds, der rund zwei Drittel der Kosten (38 000 Franken) für die Erstellung des Biotopes übernommen hat.

Während der Besichtigung des Biotops erspähte Thomas Schwaller (Leiter Natur und Landschaft) übrigens eine Erdkröte, die den Weiher bereits in Beschlag genommen hat.

Steinschlaggefahr

Die Erstellung des Biotopes stellte den Forstbetrieb Leberberg vor einige Schwierigkeiten, wie Betriebsleiter Thomas Studer erklärte. Das grösste Problem war die Steinschlag-Gefahr. «Mehr als einmal kamen Steine herunter, wenn wir den Steinbruch für die Vorbereitungsarbeiten begingen.» Zur Sicherung wurden deshalb spezielle Netze installiert, die nach Fertigstellung der Arbeiten hängen gelassen wurden.

Das Biotop, das aus zwei Teichen besteht, wurde in das Gelände – die Mulde zwischen dem Steinschlagwall und der Felswand – eingepasst. Die Fläche musste gerodet werden. Damit die Teiche nicht wieder austrocknen, wurden sie mit einer Folie ausgelegt.

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