Bellach-Selzach-Lommiswil

Jede Schule will ein bisschen anders sein

Das Schulhaus Kaselfeld Bellach ist eines der Schulhäuser der gemeinsamen Schule. (Archiv)

Das Schulhaus Kaselfeld Bellach ist eines der Schulhäuser der gemeinsamen Schule. (Archiv)

Die gemeinsame Schule Bellach-Selzach-Lommiswil funktioniert gut. Verbesserungen sind in der Kommunikation zwischen den Schulleitungen und den Standorten noch möglich.

«Wir dürfen stolz sein auf unsere Schule.» Das sagt Roswitha Eichberger (Präsidentin Vorstand gemeinsame Schule Bellach-Lommiswil-Selzach, Belose). Der Evaluationsbericht für den Schulkreis zeigt, dass alle Ampeln auf grün stehen.

Der Bericht bestätige, dass die Schule insgesamt gut aufgestellt sei und dass alle mit Freude arbeiten. «Aus meiner Sicht ist es sehr erfreulich, dass das Evaluationsteam gespürt hat, dass in der Schule respektvoll und freundlich miteinander umgegangen wird und das auf allen Ebenen», so Eichberger. «Das ist für mich ein Zeichen von Qualität im Alltag.»

Auch Gesamtschulleiter Andreas Hänggi sieht sich und seine Arbeit mit dem Evaluationsbericht bestätigt. «Im grossen Ganzen läuft es gut. Es gibt mehrere Details, die angegangen werden müssen.» Punkte, die im Bericht bemängelt wurden, habe man teilweise bereits selbst erkannt und die Arbeit daran eingeleitet. Die Themen Lehrplan 21 und die spezielle Förderung seien die Wichtigsten für die nähere Zukunft.

Unterschiedliche Kulturen

Im Evaluationsbericht wurde ein Punkt einerseits gelobt, andererseits aber auch kritisiert. Es geht dabei um die unterschiedlichen Kulturen an den verschiedenen Schulstandorten. Die drei Standorte liegen geografisch weit auseinander und haben unterschiedliche soziokulturelle Umfelder.

Daraus heraus entwickelten sich auch unterschiedliche Kulturen an den Schulen. «Wir haben diese auch nach dem Zusammenschluss teilweise bewusst so stehen gelassen», erklärt Hänggi. Die Lehrpersonen fühlen sich deshalb vor allem mit ihrem Schulstandort verbunden und schätzen zudem die kleinen Freiheiten, die es an ihrem jeweiligen Standort gibt und mit denen eigene Traditionen weiter gepflegt werden. «Das Skilager in Lommiswil ist ein solches Beispiel.»

Wichtig ist auch für Hänggi der Fakt, dass im Bericht mehrfach erwähnt wurde, dass an allen Standorten der freundliche Umgang untereinander und auch gegen aussen gepflegt wird. «Das ist keine Selbstverständlichkeit, wenn man die Zeitungen studiert.»

Als teilweise negativ wird demgegenüber von den Lehrpersonen der Führungsstil der einzelnen Schulleitungen empfunden. In einigen Teams werde die gemeinsame Auseinandersetzung gefördert, in anderen würde die Umsetzung einer Sache relativ direkt von oben mit wenig Partizipation angeordnet. 

Ebenso gibt es Schulstandorte, an denen Informationssitzungen zeitweise die pädagogischen Diskussionen verdrängen. Das Fehlen eines offenen Austausches im Team könne zu Spannungen führen. «Insgesamt ergibt sich aber ein hoher Wert bei allen Lehrpersonen bei der Identifikation mit der Schule, notabene der Schule die sie vor Ort haben», so Hänggi.

Auf organisatorischer und administrativer Ebene sei der Schulkreis hingegen zusammengewachsen, heisst es im Evaluationsbericht. Das erleichtere die Personalplanung oder die Umsetzung grösserer Reformprojekte. Auch Investitionen in die Infrastruktur oder die ICT seien einfacher dank der Gesamtschule.

Vermehrt führen

Zusammengefasst zeigt sich, dass die Schule von der Lehrerschaft in den erwähnten Punkten kritisch beurteilt wird. Eltern und Schüler beurteilen die Schule als Ganzes positiver, als im kantonalen Durchschnitt.

Das Fazit des Evaluationsteams ist darum klar: Die Führungsverantwortlichen müssen sich künftig vermehrt auf eine klare Steuerung der Schul- und Unterrichtsentwicklung konzentrieren. Auch der Entwicklungs- und Umsetzungsprozess für die spezielle Förderung muss von der Gesamtschulleitung und der Schulleitungskonferenz stärker gesteuert werden.

Etablieren muss sich auch das neu erstelle Beschwerdenmanagement. In einzelnen Fällen fühlen sich die Eltern heute nicht ernst genommen. Das System sollte zudem, so das Evaluationsteam, einigermassen einheitlich umgesetzt werden.

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