Zum Gestaltungsplan Uferpark Attisholz Süd liegt der Mitwirkungsbericht vor. Die zwölf Mitwirkungsbeiträge von Privaten, Vereinen und Verbänden wurden von der Planungs- und Umweltschutzkommission verarbeitet. Im Wesentlichen betreffen die Beiträge die vorgesehenen Sichtfenster, also die Zugänge an die Aare, den bestehenden Uferweg sowie die wasserbaulichen Massnahmen.

Gemeindepräsident Michael Ochsenbein zeigte sich überrascht von der Heftigkeit der Eingaben der Naturschutzverbände. «Eigentlich waren wir der Meinung, dass wir mit dem künftigen Uferpark ökologisch besser fahren als heute.» Nachfragen seinerseits hätten aber zwei Stossrichtungen der Verbände ergeben. Einerseits würden diese sich taktisch verhalten: möglichst viel fordern, damit zumindest etwas erreicht wird. Andererseits könne man am Plan die Nutzung nicht erkennen. Er machte seinen Kollegen im Gemeinderat beliebt, den Gestaltungsplan mit der Forderung nach einem Nutzungskonzept zu ergänzen. «Wir haben hier schon gesagt, dass wir keine Partymeile wollen, aber vielleicht müssen wir auch sagen, welche Nutzung wir wollen.»

Keine Brücke am Emmenspitz

Was der Gemeinderat ebenfalls nicht will, ist eine Brücke beim Emmenspitz. Obwohl diese nicht im Uferpark-Perimeter liegt, will die Mehrheit des Gemeinderates dies explizit im Mitwirkungsbericht festgeschrieben haben. Er habe sich informiert, so der Gemeindepräsident. Der Schutz des dort liegenden Auenwaldes sei nötig. «Es gibt wirklich nicht mehr viele Auenwälder in der Schweiz.» Würde am Emmenspitz eine Fussgängerbrücke gebaut, würden die Partygänger auf der Zuchwiler Seite nicht lange zögern, das Holz für den Grill auch im Auenwald zu holen. Der Umweg über die Emmenbrücke sei Spaziergängern zumutbar.

Die Planungskommission hat weitere Punkte der Mitwirkungsbeiträge in den Mitwirkungsbericht aufgenommen. Zuerst stellte aber Jürg Nussbaumer klar. «Einige wollen verbieten, direkt an der Aare laufen zu können. Und ein 11i-Boot soll auch nicht anliegen dürfen. Das kann nicht in unserem Sinne sein», mahnte er seine Kollegen. Der Aareweg soll nicht geteert werden und nur den Fussgängern zur Verfügung stehen. Und: «Je weiter westlich, desto stärker naturbelassen soll der Park sein.» Der Fussweg könne gegenüber heute redimensioniert werden und nur rudimentär unterhalten werden. Eine Anlegestelle für das 11i-Boot soll schlicht gestaltet werden. Private Boote dürfen nicht anlegen.

Einschränkung der Sichtfenster

Neben dem Uferweg ist weiter südlich eine grosszügigere Promenade geplant. Mitwirker fordern, auf eine Asphaltierung zu verzichten, was der Gemeinderat unterstützt. Die vorgesehene Beleuchtung beim Attisholzplatz (südlich des Langsamverkehrbrücke über die Aare) soll auf ein notwendiges Minimum reduziert und nur bis 22 Uhr betrieben werden.
Zu den Änderungen, welche die Planungskommission anregt, gehören die Sichtfenster. Das westlichste im Bereich der Nordstrasse soll inklusive dem Bereich Picknick aufgehoben werden.

Das mittlere zwischen den Bereichen Wasserbau 1 und Wasserbau 2 soll so ausgestaltet werden, dass Naturbeobachtungen im Vordergrund stünden. Beim dritten am östlichsten gelegenen Fenster sollen tendenziell mehr Aktivitäten am Wasser ermöglicht werden.
Der Gemeinderat stellte sich hinter den Antrag des Planungskommission und nahm die beiden vom Gemeindepräsidenten angeregten Änderungen mit 7 zu 2 Stimmen ebenfalls auf.