Generalversamlung
Jäger nehmen die Wildbrethygiene ernst

Die Hygiene von Wildfleisch liegt den Jägern im Leberberg am Herzen. Man setze alles daran, den Konsumenten nur hervorragendes Wildbret zu liefern.

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Die Jäger aus dem Leberberg wollen sich der Öffentlichkeit nicht verschliessen.

Die Jäger aus dem Leberberg wollen sich der Öffentlichkeit nicht verschliessen.

Das Lebensmittelgesetz und die dazugehörenden Verordnungen gehören nicht zum Jägerlatein. Doch die Leberberger Jäger nehmen die Vorschriften sehr ernst und setzen alles daran, den Konsumenten hervorragendes Wildbret zu liefern. Das zeigte sich an der Generalversammlung im Restaurant Post in Rüttenen. 47 Jagdberechtigte trafen sich zu den wunderschönen Klängen des Jagdhornbläser-Corps Wandflue.

Auch Wild muss der Lebensmittelhygiene entsprechend behandelt werden, so Hegeringpräsident Walter Frei. «Das gilt vom Erlegen über den Transport und die Lagerung bis zum Zerwirken.» Am 29. April wird im Rahmen des Hegeringtages ein Kurs im Bereich Wildbret-Hygiene durchgeführt.

Reto Meier (Tierarzt und Jäger) und Werner Scheibler (Metzger und Jäger) werden den Jägern an Hand eines Vortrages und an frisch erlegtem Wild zeigen, wie die Behandlung des Wildbrets zu erfolgen hat. Im Weiteren werde aufgezeigt, wie man an Organveränderungen oder Parasitenbefall erkennt, ob das Wild krank war und ob es einer amtlichen Lebensmittelkontrolle vorgelegt werden muss. Im schlimmsten Fall müsste das Wildbret entsorgt werden.

In einer abschliessenden Prüfung erlangen die Teilnehmer bei deren Bestehen einen Sachkundeausweis Wildbrethygiene. Von jeder Jagdgesellschaft im Hegering nehmen mindestens zwei Jäger am Kurs teil. Man könne davon ausgehen, dass die Jäger durch die Vertiefung ihrer Kenntnisse in der Lage sind, an die Bevölkerung gesundes einheimisches Wildbret abgeben zu können.

«Weiterbildung ist Ehrensache»

In einer Schweigeminute gedachten die Anwesenden den im vergangenen Jahr verstorbenen Kameraden: H. J. Sperisen, J. Wagner, K. Fankhauser und H. R. Gerber.
Die ordentlichen Geschäfte wie Protokoll der letzten Generalversammlung, Jahresberichte und Finanzen wurden einstimmig genehmigt und mit Applaus verdankt.

Der Präsident in Einzelwahl und der übrige Vorstand in globo wurden für die nächsten zwei Jahre einstimmig wiedergewählt. Seinen Jahresbericht ergänzte Walter Frei nochmals mit eindringlich mahnenden Worten. «Es muss für uns Leberberger Jäger Ehrensache sein, dass Gelegenheiten zur Weiterbildung an Hegeringtagen wahrgenommen werden.»

Luchse werden ausgesiedelt

Ein brennendes Thema in Jägerkreisen ist immer wieder der Luchs. Adolf Hess als Luchsverantwortlicher des Hegeringes erklärte dass die Kora (Koordinationsstelle Raubtierökologie und Wildtiermanagement) zurzeit im Jura sehr aktiv ist. Um die Vermischung der Population zu fördern, werden Luchse gefangen und ausgesiedelt. Leider seien in zwei Fällen, im Thal und in Lommiswil, Luchse von Autos überfahren worden.

Weiter stellte Walter Frei den geplanten Ablauf des neuen kantonalen Jagdgesetzes und dessen Verordnung bis zur Einführung auf 1. Januar 2018 vor. Es sei zurzeit noch in der Behandlung bei den Kantonsbehörden. Im August solle die Jägerschaft über den genauen Inhalt durch die Jagdverwaltung informiert werden.

Auf 1. Januar 2017 wurde durch eine Änderung des eidgenössischen Jagdgesetzes der obligatorische Schiessnachweis (Schiessobligatorium) für Jäger eingeführt. Ein Jäger muss bei der Jagausübung neben dem Jagdpass auch den erfüllten Schiessnachweis auf sich tragen.

Schliesslich meldete sich Franz Koch zu Wort, Delegierter der Revierjagd Solothurn und Präsident der Vereinigung Thaler Jäger. Er erwähnte, dass heute das jagdliche Brauchtum in der Bevölkerung eher besser akzeptiert werde als in früheren Zeiten. Die Jägerschaft müsse aber zusammenstehen und dürfe sich der Öffentlichkeit nicht verschliessen. «Wir müssen uns bewusst sein, dass wir mit Argusaugen beobachtet werden und jegliche noch so kleine Verfehlung der Jagd schadet.» (mgt/crs)