Gemeindeversammlung
Ist das BucheggbergNet ein Sorgenkind oder tolle Lösung?

Die Buchegger Gemeindeversammlung entschied sich bei BucheggbergNet für die Gründung einer Aktiengesellschaft.

Gundi Klemm
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Das BucheggbergNet wird zu einer Akiengesellschaft. (Symbolbild)

Das BucheggbergNet wird zu einer Akiengesellschaft. (Symbolbild)

KEYSTONE/TI-PRESS/CARLO REGUZZI

Bisher war BucheggbergNet (BuNet), das Aetigkofen und Lüterswil-Gächliwil mit Internet versorgt, eine öffentlich-rechtliche Anstalt, die von beiden Gemeinden getragen war. Rückwirkend zum Jahresbeginn 2017 wird die Körperschaft nach dem Willen von 34 Stimmberechtigten, bei einer Ablehnung und vier Enthaltungen in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt.

Zuvor hatte Gemeindevizepräsident Thomas Stutz ausführlich informiert, etwa zum finanziellen Zustand der Institution, die in der Bilanz mit 440'000 Franken aufgeführt ist. «In einer AG können sich Drittpersonen als Investoren beteiligen, der durch HRM2 bedingte hohe Abschreibungssatz kann durch die AG-Gründung gemildert werden, und für uns als Gemeinden entfallen Nachschusspflicht und Haftung in voller Höhe des Aktienkapitals.»

Gegenwärtig beläuft sich dieses für Buchegg auf rund 180'000 und für Lüterswil-Gächliwil auf 61'000 Franken. Beide Partner, bei denen BuNet im Versorgungsgebiet einen Marktanteil von rund 30 Prozent aufweist, haben Darlehen in Höhe von gesamthaft 230 000 Franken eingezahlt. Dies soll für 25 Jahre zu 1 Prozent verzinst werden.

Aus der Versammlung meldeten sich kritische Stimmen, die BuNet als Sorgenkind bezeichneten, das man sich als «Erbschaft» aus der Fusion eingehandelt habe. Unklar seien Wert und mögliche Kosten eines Ausstiegs. «Wir wollen aber der Bevölkerung, die BuNet abonniert hat, den (digitalen) Hahn nicht abdrehen», sagte Gemeindepräsidentin Vreni Meyer.

Laut Stutz drohe sonst ein Totalverlust, weil das Netz, eingelegt in Rohre von Gebnet, auch nicht an die Swisscom verkauft werden könne. «Der Wechsel in eine AG wäre eine tolle Lösung», bekräftigte Stimmbürgerin Christine Brechbühl. Die Versammlung stimmte der Gründung einer AG zu. Bezüglich BuNet solle nichts «gemauschelt» werden, «sondern heikle Geschäfte entscheiden wir nur an der Gemeindeversammlung», betonte die Gemeindepräsidentin.

Zahlreiche Besserstellungen

Die Investitionsausgaben beliefen sich im Rechnungsjahr auf netto 575'000 Franken. Bei einem Aufwand von 11,4 Mio. und einem Ertrag von 11,7 Mio. Franken wies die Erfolgsrechnung einen Ertragsüberschuss in Höhe von 265'000 Franken aus. Gegenüber dem Budget lag das Plus sogar bei 1.2 Mio. Franken. «Wir wissen jetzt nach den fusionsbedingten Umstellungen, wie wir für 2018 budgetieren müssen», betonte Thomas Stutz, Ressortleiter Finanzen. Er listete die Besserstellungen in allen Kontenbereichen auf und wies auf das Steuerplus von fast 600'000 Franken hin.

Denn statt der vorsichtig budgetierten 6,8 Mio. waren 7,4 Mio. Franken von natürlichen und juristischen Personen eingegangen. Eingerechnet ist eine Rückstellung für gefährdete Guthaben im Umfang von einer Viertelmillion.

Gut unterwegs sind alle Spezialfinanzierungen. Die unter HRM2 jetzt nötige Neubewertung des Finanzvermögens ergab einen Buch-Saldo von rund 6 Mio. Franken. Das übrige Eigenkapital beläuft sich auf 5,84 Mio. Franken. Angesichts der guten Lage fiel der Versammlung die einhellige Zustimmung zum Jahreshaushalt 2016 leicht.

Am Ende der Versammlung ehrte die Gemeindepräsidentin mit Anita Thomi, Sabine Anderegg, Kurt Stuber, Guido Frenzer, Christoph Isch und Kurt Rufer etliche abtretende Gemeinderäte der ersten Legislatur Bucheggs.