Reaktionen

Ist Aeschis Austritt aus dem Schulverband «Asozial» oder «nachvollziehbar»?

Aeschi will aus der Regionalen Schule äusseres Wasseramt austreten. (Symbolbild)

Aeschi will aus der Regionalen Schule äusseres Wasseramt austreten. (Symbolbild)

Die Reaktionen auf den angekündigten Austritt von Aeschi sind geteilt. Bolken und die Gemeinde Drei Höfe befürchten die Schliessung ihrer Schulhäuser.

Der Ankündigung von Aeschi, aus der regionalen Schule äusseres Wasseramt auszutreten, hat in den betroffenen Gemeinden Staub aufgewirbelt. «Überrumpelt» wurde man in Bolken und den Drei Höfen – jenen Gemeinden, die die Schliessung ihrer Schulhäuser befürchten. «Ich hätte nicht gedacht, dass Aeschi diesen Schritt vollzieht», sagt Bolkens Gemeindepräsidentin Jeanette Baumgartner (SP).

Es sei unschön, vor Tatsachen gestellt zu werden. Es gehe wohl um eine Machtdemonstration. «Ich muss das erst einmal verdauen.» Die weiteren Schritte will sie am 6. Juni mit ihren Kollegen im Gemeinderat besprechen. Doch es sei klar: Vollziehe Aeschi den Austritt, müsse Bolken mit anderen Gemeinden eine Lösung suchen.

Das Schulhaus im Dorf wollen die Bewohner der kinderreichen Gemeinde mit 60 Schülern nicht aufgeben. «Das gäbe einen Verkehrstourismus.» Baumgartner verweist darauf, dass die Gespräche mit den anderen Gemeinden aufgrund des Regierungsratsbeschlusses zur Konzentration der Schulstandorte erst am Anfang stünden. Bereits nächste Woche sei ein weiteres Treffen vereinbart. Ob dies nach der einseitigen Ankündigung aus Aeschi noch nötig ist, sei derzeit offen.

Überrascht über die Post aus Aeschi ist Thomas Fischer (parteilos), Gemeindepräsident der Drei Höfe. Wenn Aeschi den Eindruck habe, wegen der niedrigen Schülerzahlen zuviel an die Schule zu zahlen, akzeptiere er das. «Aber die Bildung ist ein Sozialwerk und nicht verursacherbasiert.» Etwas anderes zu behaupten, sei asozial. «Es geht um Kinder. Es ärgert mich, wenn man hier auf das Verursacherprinzip verweist.» Gerade von Aeschis Gemeindepräsident, der Mitglied der «Familienpartei» CVP sei, überrasche dieser Schritt.

Fischer sieht den angedrohten Austritt mit gemischten Gefühlen. «Es wäre kein Problem, die Schule wieder selber zu führen.» Zwar biete eine gemeinsame, geleitete Schule viele Vorteile. Deshalb auf das eigene Schulhaus zu verzichten, komme in den Drei Höfen auf keinen Fall infrage. «Die Schule gehört ins Dorf. Das ist ein Standortvorteil und bietet Lebensqualität.»

«Man dreht sich im Kreis»

Gelassen sieht man die Provokation aus Aeschi in Etziken. «Unser Schulstandort ist gesetzt», sagt Gemeindepräsident Bruno Meyer. Der Entscheid der Nachbargemeinde komme nicht überraschend. «Über Finanzen kann man immer streiten.» Dass es in Aeschi wenige Schüler pro Einwohner gebe, könne sich rasch wieder ändern. «Nächste Woche müssen wir weiterdiskutieren.»

Verständnis für Aeschi zeigt Jürg Schibler, Gemeindepräsident von Hüniken. Man habe sich in der Schulhausfrage jahrelang im Kreis gedreht. «Nun setzen sie ein Zeichen. Es ist ihnen ernst. Das bringt Bewegung in die Diskussion, und das ist gut.» Er verstehe aber auch Bolken und die Drei Höfe, die auf ihren Schulhäusern beharren. «Wenn aber niemand bereit ist, von seinem Standort abzurücken, wird es schwierig.» Hüniken führte nie eine eigene Schule und ist vom Entscheid weniger stark betroffen. Trotzdem müsse man Aeschi entgegenkommen. «Es gibt Lösungen in Bezug auf den Verteilschlüssel.» Wie diese aussehen, will Schibler nicht sagen.

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