Recherswil
Investitionen in Schulraum sind zu verkraften

Recherswils Gemeindepräsident Hardy Jäggi informierte die Bevölkerung über die Erweiterung des Schulhauses und des Kindergartens. Am 27.November wird an der Urne über den Verpflichtungskredit von 4,845 Millionen Franken abgestimmt.

Marlene Sedlacek
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Die Visualisierung des neuen Verbindungstraktes der Primarschule ab 2019. Nebst der Aufstockung des Zwischentraktes und der Sanierung des Schulhauses soll zudem ein Doppelkindergarten gebaut werden.

Die Visualisierung des neuen Verbindungstraktes der Primarschule ab 2019. Nebst der Aufstockung des Zwischentraktes und der Sanierung des Schulhauses soll zudem ein Doppelkindergarten gebaut werden.

zvg

An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung im September hatte der Souverän mit 43 zu 4 Stimmen beschlossen, auf das Geschäft betreffend Verpflichtungskredit über 4,845 Millionen Franken zur Erweiterung von Schulhaus und Kindergarten einzutreten. Definitiv darüber abgestimmt wird am 27. November an der Urne, wie es die Gemeindeordnung für Investitionen in dieser Grössenordnung verlangt.

Wie versprochen, führte Gemeindepräsident Hardy Jäggi nun eine Informationsveranstaltung durch, an welcher sich interessierte Bürger und Bürgerinnen vor der Abstimmung nochmals detailliert über das Vorhaben informieren konnten.

Mehr Schulraum nötig

Veränderte neue Schulformen und steigende Schülerzahlen verlangten mehr Raum, hielt Jäggi noch einmal fest. Mit dem Neubau eines Doppelkindergartens, der Aufstockung des Zwischentrakts und der Sanierung des Schulhauses könne dieses Problem gelöst werden, meinte er.

Zudem hofft er, dass damit die ständigen Streitereien zwischen Schule und Vereinen um das sogenannte «blaue Zimmer» endlich vom Tisch wären. Dass der Kindergarten im Gegensatz zu heute abseits der Strasse zu liegen kommt, bewertete Jäggi als grossen Vorteil.

Finanziell verkraftbar

Auch wenn Jäggi versicherte, dass aufgrund dieser Investition der Steuerfuss in den nächsten zwei Jahren nicht steigen würde, machte sich bei den rund 20 Anwesenden Unsicherheit über die finanzielle Entwicklung der Gemeinde breit. «Wir können uns Ausgaben von fast fünf Millionen Franken nicht leisten», sagte ein Votant resolut. Und ob durch die rege Bautätigkeit tatsächlich viele gute Steuerzahler zuzögen, wurde in Frage gestellt. Für weitere Unsicherheit sorgte die Unternehmenssteuerreform III, deren finanzielle Auswirkungen niemand voraussehen kann.

Peter Wüthrich, Ressortleiter der Finanzkommission zeigte auf, dass sich die Gemeinde gemäss Finanzplan bis 2021 ein Investitionsvolumen bis zu 10 Millionen Franken leisten könne. Er ist sich bewusst, dass aufgrund nicht voraussehbarer Faktoren wie Umsatzsteuerreform, künftige Steuereinnahmen oder Neuregelung des Finanzausgleichs keine hundertprozentig sichere Vorhersage gemacht werden kann.

Er bekräftigte jedoch, dass die Finanzkommission den Finanzplan laufend gewissenhaft überprüfe und den Verhältnissen anpasse. Jäggi betonte, dass die Gemeinde nicht immer mehr Schulden anhäufe, sondern diese fortwährend zurückzahle.

Rege Stimmbeteiligung erwünscht

Damit die Investition den Finanzhaushalt nicht allzu stark belastet, ist eine Etappierung auf vier Jahre vorgesehen. Möglich wäre auch, die Realisierung notfalls weiter in die Länge zu ziehen, meinte der Gemeindepräsident.

Jäggi hofft auf eine rege Stimmbeteiligung am 27. November. «Einen Plan B gibt es nicht, sollte das Stimmvolk nein sagen» gestand er ein. Dann müsste der Gemeinderat sich über eine andere Lösung Gedanken machen.

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