Vernetzte Weiden und Hecken, Wassertümpel, Flachufer und Liegewiesen, vorgelagerte Inselchen und eventuell sogar Flachwasserzonen mit Wasserbüffeln – am Aareufer Feldbrunnens wäre einiges möglich. Roman Flück aus Solothurn hat dem Gemeinderat seine Vision präsentiert, wie man den Aareabschnitt revitalisieren könnte.

Mit seiner Bachelorarbeit «Sandmatte – ein Raum für Mensch und Natur» hat Flück im Rahmen seines Studiums der Landschaftsarchitektur Möglichkeiten zur Uferrevitalisierung der Aare bei Feldbrunnen erarbeitet. Er studierte an der Fachhochschule in Rapperswil und wollte sich in der Abschlussarbeit seiner Region widmen, so Roman Flück. «Ich selbst komme sehr oft an diesen idyllischen Aareabschnitt zum Baden.»

Bei der Sandmatte handelt es sich um das Aareufer ab Einmündung St. Katharinenbach flussabwärts. Der Abschnitt ist beliebt zum Baden, doch es fehlt an Platz, die Ufer sind mit Jurablöcken verbaut und direkt an den schmalen Uferweg grenzt bewirtschaftetes Landwirtschaftsland.

Verschiedene Massnahmen könnten das Gebiet aber aufwerten, sowohl ökologisch als auch bezüglich Erholungsmöglichkeiten. Naturnahe Ufer sollen die Biodiversität fördern, in vernetzten Weiden und Wildhecken könnten sich Zugvögel erholen, Tümpel mit stillem Wasser bilden Lebensräume für Amphibien.

Buntbrachen und Wiesen sind wertvoll für Kleintiere, Fruchtfolgeflächen könnten dennoch weiterhin bestehen. «Die Wasserzugänge könnten verbreitert und abgeflacht werden, damit die Jurablöcke der Juragewässerkorrektur, die den Einstieg ins Wasser zum Teil erschweren, keine Barriere mehr darstellen», erklärt Roman Flück.

Zudem verbessern extensive Liegewiesen und Flachwasserzonen die Erholungsmöglichkeiten. Auch vorgelagerte Inseln mit vielseitigen Uferstrukturen wie Schilf wären denkbar, die vorhandenen Bäume und Jurablöcke könnten dort weiterbestehen. Sogar die Bewirtschaftung des Flachuferbereichs mit Wasserbüffeln wäre eine Idee.

Keine Grundsatzopposition

Roger Dürrenmatt und Gabriel Zenklusen vom kantonalen Amt für Umwelt erklärten im Anschluss, dass momentan kein konkretes Projekt existiere. «Wir möchten diese Arbeit aber nicht schubladisieren», so Dürrenmatt. Die erfrischende Herangehensweise korrespondiere mit der strategischen Revitalisierungsplanung, welche sämtliche Kantone im Auftrag des Bundes erstellen mussten.

Die Planung sieht vor, dass an der Aare unterhalb von Solothurn etwa ein Kilometer revitalisiert werden soll – die Sandmatte wäre dafür vielleicht ein geeigneter Abschnitt. Dies will man aber langsam angehen. «Wir wollen nicht Druck aufsetzen, sondern zuerst einmal den Puls fühlen, insbesondere bei den Grundeigentümern und Bewirtschaftern», erklärte Dürrenmatt. Mit diesen möchte man nächsten Frühling Kontakt aufnehmen, sofern von Seiten des Gemeinderates keine Grundsatzopposition zu spüren sei.

Der Gemeinderat zeigte sich mit weiteren Abklärungen einverstanden, der Ball solle aber beim Kanton bleiben. Das Projekt stiess grundsätzlich auf offene Ohren und erhielt Lob, wurde aber auch kritisch betrachtet. Gemeindevizepräsident und Biologe Hansjürg Geiger erklärte etwa, dass ihm das Vorhaben aus biologischer Sicht wahnsinnig gut gefalle, ihm die Wasserbüffel aber sicher ein Dorn im Auge seien. Noch seien aber viele Fragen offen.