Derendingen

Informationspannen sollen künftig verhindert werden

Der Cevi-Bau sorgte im Gemeinderat für Wirbel.

Der Cevi-Bau sorgte im Gemeinderat für Wirbel.

Der Gemeinderat befasste sich an seiner Sitzung mit der Aufarbeitung der teuren Erschliessung für das Cevi-Gebäude.

Der Gemeinderat hatte in seiner Sitzung vom März beschlossen, nicht auf die Schlussabrechnung für die Erschliessung Cevi-Haus einzutreten und forderte von der Verwaltung aufzuzeigen, wie man die Planungsfehler und die Informationspanne erklären kann. Denn die Erschliessung kam mehr als doppelt so teuer als veranschlagt zu stehen, und der dazu nötige Nachtragskredit wurde erst nach Abschluss der Bauarbeiten beantragt. Ferner sei zu prüfen, ob sich der Cevi an den Kosten und Projektänderungen zu beteiligen habe. Nun ist das Geschäft abermals vor dem Gemeinderat gelandet.

Die Abteilung Bau und Planung hat eine umfangreiche Dokumentation erstellt. Auch die Revisionsstelle, die BDO AG, hat sich abermals damit befasst und das Geschäft revidiert. Diese kam zum Schluss, dass die entstandenen Mehrkosten konform mit Gemeindegesetz und -ordnung seien. Es liege ja auch keine Projektänderung vor, sondern es hätten lediglich Anpassungen – welche aufgrund der anfänglichen Fehleinschätzungen zustande gekommen seien – vorgenommen werden müssen.

«Viel zu spät informiert»

Die BDO empfiehlt, dass die Abteilung Bau und Planung zukünftig den Gemeinderat über die laufenden Projekte ins Bild setzen soll. Urban Cueni (CVP) erklärte, dass er diese Überprüfung durch die BDO als überflüssig erachtet. Nicht die zusätzlichen Kosten seien der Grund für die Intervention gewesen, sondern dass es über ein Jahr dauerte bis die Informationen in den Gemeinderat gelangten. «Meine Frage lautet, wie kriegen wir dies zukünftig in den Griff?», so Cueni.

Bauleiter und zuständiger Gemeinderat, Roger Spichiger (SP), erklärte, dass er die ausufernden Mehrkosten bereits 2015 prophezeit habe. «Dort ist es dann passiert, dass die ganze Sache untergegangen ist und das ist nicht richtig», gesteht Spichiger ein. Man habe aber die Lehren daraus gezogen, und eine Lösung für die Zukunft ausgearbeitet. Diese lautet: Professionelles Kostencontrolling. Budget, gezahlte Rechnungen oder auch Prognosen und Reserven können auf diese Weise im Überblick behalten werden, so Spichiger. Der Gemeinderat soll auf diese Weise halbjährlich auf dem Laufenden gehalten werden oder wenn etwas anfällt.

Quartalsweise informieren

Michael Käsermann (FDP) begrüsste die Neuerung zwar, hielt aber auch fest, dass die finanzielle Sicht alleine nicht ausreiche. «Wir müssen auch inhaltlich Wissen, wo die Projekte stehen», so der FDP-Ortsparteipräsident. Das bedeutet, dass der Gemeinderat auch über Verzögerungen und Risiken informiert sein muss. Deshalb plädierte Käsermann dafür, dass der Rat einerseits fix quartalsweise über die laufenden Projekte informiert wird und andererseits im Ereignisfall unverzüglich bei der nächsten Sitzung.

Der Gemeinderat zeigte sich ob der neuen Regelungen zufrieden gestellt und genehmigte einstimmig die Schlussabrechnung mit den Nachtragskrediten von 137'134.15 Franken für den Strassenbau und 20'223.35 Franken für die Kanalisation sowie den Vorschlag von Michael Käsermann. Zudem soll abgeklärt werden, wie die rechtlichen Chancen stehen, auf die Verursacher der Altlasten zurückgreifen zu können und ob die Möglichkeit einer Finanzierung mittels Altlastenfonds besteht. Zu guter Letzt wurde die Abteilung Bau und Planung mit dem Vollzug beauftragt.

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