Die dritte Party stieg am Samstagabend in der neuen Location von Markus Moerler - der alten Zellulose Fabrik in Attisholz. Die Party Location konnte man schon vom Weiten her sehen. Die Halle im Attisholz-Areal wurde mit Scheinwerfer verschiedener Farben beleuchtet. Blau, Grün, Violett – die Industriekulisse wurde so geschickt in Szene gesetzt. Um halb Elf trudelten die ersten Gäste ein. Vor der Halle brannte ein grosses Lagerfeuer.

Ein paar Partybesucher und Partybesucherinnen standen mit einem Bier in der Hand Drumherum und unterhielten sich entspannt. In der Halle lief schon angesagter Deep House, Drum’n’Bass, Electro oder House. Für heisse Beats sorgten Deephouse-Ikonen vom Nordstern und Hinterhof Basel Adrian Martin, Christian & Raphaël sowie die zwei Protagonisten aus Solothurn Mur Phy und Terry Pardini. Auch von innen wurde die Industriehalle mit verschiedenen Scheinwerfern und Neonlichtern beleuchtet. Künstlicher Nebel sorgte für noch mehr Underground Feeling.

10’000 Franken für Party

Der Eintritt in den Club kostet 25 Franken. Das sahen nicht alle gleich gelassen. Hier und da hörte man eine kritische Bemerkung darüber. Doch dieser Preis sei nötig, erklärte Moerler. Eine Party im Zellstoff koste ihn in der Regel um die 10’000 Franken. «Das sind viele Biere, die ich verkaufen muss. Man kann es sich ja ausrechnen.»

Getränke kann man an drei verschiedenen Bars bestellen. Ein Bier kostet im Zellstoff fünf Franken, ein Longdrink zehn. Die Getränkekarte wird klein und unkompliziert gehalten. «So ist «Zellstoff», roh, unkompliziert und einzigartig», so Moerler.

Highheels oder Sneakers

Trotz Industriekulisse, hartem Betonboden und Underground Musik sah man hier und da Partybesucherinnen mit Highheels und Kleidchen. Overdressed oder doch nicht? «Ich will auf keinen Fall einen Dress Code vorschreiben. Im Zellstoff soll sich jeder wohlfühlen. Egal ob man nun Sneakers oder Highheels trägt», betonte Moerler. Gutes Schuhwerk sei jedoch empfehlenswert. Der kalte Betonboden sollte nicht unterschätzt werden.

Ein Thema war auch die Heizung. Warm war es in der Halle zu Beginn der Party nicht gerade. Das Problem wurde jedoch schnell erkannt und behoben. Der Club wird nämlich mit einer Pelletheizung geheizt. «Das ist CO2 neutral und umweltfreundlich. Man darf nur nicht vergessen, die Pellets hineinzuwerfen» , erklärte Moerler und kümmert sich mit ein paar anderen um das Problem. «Wir lernen immer noch dazu.»

Die «Zellstoff» Facebook-Seite sei schon 50'000 mal angeklickt. Das sei ein guter Start und ein Erfolg, meinte Moerler. «Es kommen Besucher von Basel, Zürich, das ist natürlich toll für uns.» Die nächste Party steigt am 30. Januar. Das heisst vier Wochen lang kein Zellstoff. Wieso? « Es soll etwas Spezielles bleiben. Das ist die Idee dahinter. Wenn man jedes Wochenende Partys im «Zellstoff» veranstalten würde, könnte es gar nicht funktionieren», erklärte Moerler. Im Sommer könnte es dann aber anders aussehen. Das Areal sei perfekt für Outdoor Parties.

Markus Moerler war bis jetzt bei jeder Party persönlich anwesend gewesen und das solle auch so bleiben. «Ich bin gerne hier. Und nur wenn ich persönlich dabei bin, bekomme ich wirklich alles mit. Ich kann mit den Partybesuchern reden, erhalte Feedbacks. Ich will die Menschen «fühlen», auf die Besucher eingehen.» Der Club stehe noch am Anfang, jetzt ginge es vor allem darum, herauszufinden, was die Leute wollen. - «Danke für die mehreren Toiletten! So ist es super», ruft eine Partybesucherin Moerler zu und verschwindet in der grossen Party Halle. «Ich muss auf die Gäste hören, sie stehen im Zentrum», betonte Moerler und freut sich über die Rückmeldung.

Gegen Mitternacht war der «Zellstoff« voll und die dritte Party schien ein voller Erfolg zu werden.