Lüterswil

Indianer und Westernhelden als Inspiration der Musikgesellschaft Lüterswil

Die Musikgesellschaft Lüterswil entführte in den Wilden Westen.

Die Musikgesellschaft Lüterswil entführte in den Wilden Westen.

Besonders die reiferen Jahrgänge schwelgten beim Konzert der hiesigen Musikgesellschaft in Erinnerungen und Filmfantasien.

Passend für ihren Eröffnungstitel stürmte das Ensemble der Musikschule Bucheggberg als Seeräuber die Bühne. Zuvorderst natürlich – seinen Holzsäbel schwingend - ihr musikalischer Leiter Bernhard Wüthrich als Piratenkapitän. Der hatte sich diesen Spass ausgedacht, um das Lampenfieber zu verdrängen. Die Piraten — der jüngste neun Jahre — wussten ihre «Waffen», die Musikinstrumente einzusetzen.

Nach zwei Titeln und der obligaten Zugabe räumten sie die Bühne für die Grossen. Die Musikgesellschaft erachtete danach ein klassisches Eröffnungsstück als überflüssig. Unter der Direktion von Urs Güdel wählte sie schon zu Beginn das grosse Kaliber. Der amerikanische Komponist und Dirigent mit Jahrgang 1970 Steven Reineke ist ein Vertreter moderner Programmmusik sowohl für Sinfonie- wie Blasorchester. Auch deshalb ist er in der Blasmusikszene beliebt.

Sein «Towards A New Horizon» wählte die MG als Eröffnungsstück. Es ist ihr Selbstwahlstück am kommenden Musiktag im Juni. Sie kann zwar noch zwei Monate daran arbeiten, viel gibts aber nicht mehr zu tun: Es klang schon erstaunlich ausgereift. Weil die Lüterswiler konsequent mit den eigenen Musikanten spielen, verfügen sie über eine zufällige Besetzung, die keineswegs dem Ideal entspricht. Trotzdem gefiel der klangliche Gesamteindruck.

Davon profitierte auch «Country and Western». Es ist von Harold Laurence Walters, einem Amerikaner, der sich verschiedener Stilrichtungen bediente und sich vom jungen Kornettisten zum Tubisten entwickelte und ein gefragter Arrangeur wurde. Vielleicht schielte auch der Komponist des anschliessenden Titels «Country Dance» nach Amerika. Das lässt jedenfalls das Pseudonym Rob Ares vermuten, dessen sich der belgische Komponist André Waignein bediente. Kein Pseudonym ist jedoch Very Rickenbacher.

Der Schweizer ist in der Blaskapellenszene eine Grösse als Komponist und Musiker. Seit 2003 ist er musikalischer Leiter der Blaskapelle Rigispatzen, für die er die meisten seiner Kompositionen schrieb. Darunter auch «Regenbogengold» mit der die Lüterswiler den ersten Teil abschlossen.

Es war einmal im Westen ...

Der zweite Konzertteil war ganz dem Wilden Westen gewidmet. Da drängte sich Ennio Morricone natürlich auf. Gleich zwei Arrangeure kamen mit seinen Kompositionen zum Zug, nämlich Ted Parson und Johann de Mey. Aber auch zugkräftige Kompositionen von Elmer Bernstein und Martin Böttcher kamen zur Aufführung, von Roland Smeets und Manfred Schneider für Blasorchester arrangiert. Musikalisch in den wirklich Wilden Westen versetzen lassen konnte man sich durch «Indian Fire». Dieses amüsante Werk schrieb der Berner Mario Bürki 2002 für die Jugendmusik Ostermundigen.

Für die Zugaben waren den Lüterswilern die Westerntitel ausgegangen. Deshalb nahmen sie Zuflucht zu John Philip Sousas Marsch «El Capitan» aus dem Jahr 1896. Als das noch nicht reichte, musste «Salute Lugano» als Verlegenheitslösung dienen.

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