Fasnacht
In Zuchwil machten gerade mal 9 Kinder Lärm – wird die Chesslete aussterben?

Mit Rätschen und Trommeln zogen am Mittwoch die Chessler durch die Strassen von Zuchwil. 20 Personen nahmen an der Chesslete 2017 teil, 9 davon waren Kinder. Bald könnte es die Chesslete nicht mehr geben.

Caroline Beck
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Chinderchesslete 2017 in Zuchwil
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Chinderchesslete 2017 in Zuchwil
Mit Rätschen geht Lärmen noch immer am besten.
Auch die Kleinsten sind an der Cheslette mit dabei.

Chinderchesslete 2017 in Zuchwil

Hanspeter Bärtschi

Kein Schnee, kein Regen und milde Temperaturen. Sogar die Sonne hat sich hin und wieder blicken lassen. Somit waren die besten Voraussetzungen für die Kinder-Chesslete in Zuchwil gegeben. Vor dem Pisonischulhaus war der Treffpunkt für Kinder und Eltern, und man wartete gespannt auf die Kinderschar mit den weissen Gewändern.

Doch die grosse Schar blieb aus. Lediglich 20 Personen versammelten sich für die Chesslete – davon neun Kinder –, um durch die Strassen Zuchwils zu ziehen. Als die Kinder-Chesslete vor 28 Jahren das erste Mal stattgefunden hat, seien es sogar mehr Kinder gewesen, sagte Oberchessler Hansruedi Meister.

Die kleine aber feine Schar der Chessler hat sich von der Anzahl Teilnehmer aber nicht entmutigen lassen und gab sich umso mehr Mühe, eine halbe Stunde lang mit Keksdosen, die über den Asphalt gezogen wurden, Rätschen und Trommeln möglichst viel Lärm zu fabrizieren. Als Belohnung gab es dann am Schluss für alle Teilnehmer das obligate Weggli mit dem süssen Schoggistängeli.

Solothurn ist eine Konkurrenz

Pascal Eggenschwiler von der Kantonspolizei Solothurn, der den Verkehr für die Chessler regelte, zeigte sich enttäuscht. «Es ist schade, dass solche Bräuche immer mehr verschwinden.» Die geringe Teilnehmerzahl könne aber auch daran liegen, dass die Kinder-Chesslete in der Stadt Solothurn zeitgleich stattfindet.

Laut dem Oberchessler hatte die Kinder-Chesslete zu ihren besten Zeiten noch rund 200 bis 300 Teilnehmer. In den letzten Jahren nahm dies aber kontinuierlich ab. Und auch die grosse Chesslete am Donnerstagmorgen für die Erwachsenen gibt es mittlerweile nicht mehr. Wenn es nächstes Jahr wieder so wenige Teilnehmer gebe, werde es 2019 wohl keine Kinder-Chesslete in Zuchwil mehr geben, sagt Meister.

Sein Sohn Mike Meister hofft nicht, dass es soweit kommt. Denn er wäre eigentlich als Nachfolger vorgesehen und will frischen Wind in das Ganze bringen. Was er genau geplant hat, will er noch nicht offiziell verraten. Es soll eine Überraschung für die Eltern werden.

Etwas Positives habe so ein kleines Chessler-Grüppchen dennoch, sagen die Grossmütter zweier Kinder. «Man verliert seine Kinder nicht in der Menge.» Und auch der Lärm sei für die Kinder ein weniger grosses Problem. Heute Morgen fand noch die Kindergarten-Chesslete in Zuchwil statt. Und in der Stadt Solothurn wurde mit der grossen Chesslete die Fasnacht eingeläutet.