Auf einen Kaffee mit...

In nur einem Tag: Dieser Biberister radelte an alle Eckpunkte des Kantons

Auf einen Kaffee mit ... Beat Jakob, der leidenschaftliche Hobby-Velofahrer erkundete diesen Sommer die Region anstelle des Auslands. Er absolvierte innerhalb eines Tages eine Strecke von 3000 Höhenmetern und fast 200 Kilometern.

«Seit ich 18 Jahre alt war, haben wir Vierpassfahrten mit dem Velo unternommen», erinnert sich der 53-jährige Beat Jakob aus Biberist. Eine dieser Fahrten: in zwei Tagen mit dem Fahrrad vom Beatenberg aufs Jakobshorn. Dieses Jahr erkundet Jakob, der in der Betriebszentrale der SBB in Olten arbeitet, den Kanton Solothurn.

In der Stadtrösterei Solothurn, dem Lieblingslokal seiner drei Töchter, geniesst er einen Café crème. Derweil berichtet er von seinem jüngsten Projekt: Einer Velotour an die Eckpunkte des Kanton Solothurns. «Die Idee entstand durch das Abschlussprojekt meiner jüngsten Tochter», so Jakob. Dieses sei durch die Schliessung der Schulen ins Wasser gefallen. «Die Idee ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen». Folglich habe er die Fahrt selbst gemacht.

Beat Jakob hat den Kanton mit dem Velo erkundet.

Beat Jakob hat den Kanton mit dem Velo erkundet.

Die Spanne von nördlichsten bis zum südlichsten Punkt ergebe eine Luftlinie von 48 Kilometern. Vom westlichen bis zum östlichen Punkt betrage diese 55 Kilometer. Nicht zu vergessen sei der höchste sowie der tiefste Punkt im Kanton, führt Jakob aus. Insgesamt eine Strecke von 3000 Höhenmetern und fast 200 Kilometern. Jakob hat diese Distanz in einem Tag zurückgelegt. Genau genommen in elf Stunden – «die Solothurner Zahl», sagt er lachend. Etwas weniger als die elfeinhalb Stunden, die er einberechnet hatte.

Die Reise verlief nicht immer wie erwartet

Am frühen Morgen startete der stolze Familienvater seine Tour von Biberist aus ins Limpachthal. «In Brunnenthal ist das südlichste Restaurant, das sehr beliebt bei Töfffahrern ist». Der südlichste Punkt liege jedoch auf dem Gemeindegebiet von Messen. Danach ging es weiter über Schnottwil, Büren an der Aare, Lengnau und Grenchen bis zum westlichsten Punkt im Kanton.

Dort verlief nicht alles wie geplant. «Das war der schwierigste Teil der Tour». Als er am Waldrand entlang fuhr, habe es plötzlich im Gras gezischt. «Dort habe ich wohl eine Schlange aufgescheucht», beschreibt Jakob. Nebst dem musste er noch über eine Juramauer klettern, um den westlichsten Punkt zu erreichen.

Von dort aus machte er sich auf den Weg über den Grenchenberg auf die Hasenmatt: den höchsten Punkt im Kanton. Beim Überqueren des Passes habe er häufiger als gedacht das Bike tragen müssen. «Zum Glück ist mein Bike leicht», bringt Jakob an.

Danach ging es via Subingerberg nach Gänsbrunnen. Von dort aus sei er von seiner Frau und der ältesten Tochter begleitet worden. «Auf diese Weise konnte ich mich im Windschatten etwas erholen», erklärt Jakob. In Matzendorf machten sie einen Stopp in der Mitte des Kantons. Auch seine Frau und die Töchter seien begeisterte Velofahrerinnen. 

Da die Tagestour daher zu streng für sie gewesen wäre, sei er ab Balsthal wieder alleine gefahren. Dies nun auf dem Rennvelo. «Ich bin eher der Rennvelofahrer. Die extremen Abfahrten mit dem Bike gefallen mir nicht», verrät er.

Auf dem Weg zum nördlichsten Punkt in Bättwil ging es schneller voran. Auf diesem Abschnitt habe er die Zeit, welche er zu Fuss auf der Hasenmatt verlor, wieder aufholen können. «Vom Passwang herunter hatte ich zum Teil Rückenwind und fuhr im Schnitt 40 Kilometer pro Stunde», stellt Jakob fest. Zuletzt waren es noch 44 Kilometer bis zum östlichsten Punkt in Eppenberg-Wöschnau. «Das elfte und letzte Ziel der Tagesfahrt.»

Genug Ausdauer hat er vom Orientierungslauf

Die Eckpunkte fuhr er ohne Navigationsgerät an. «Wenn ich velofahre, dann habe ich nie eines dabei. Ich fahre der Nase nach oder drucke im Voraus eine Karte aus», schildert Jakob schmunzelnd. Das kann er dank seinem anderen Hobby: dem Orientierungslauf. Dieses verfolgt er noch leidenschaftlicher als das Radeln. «Früher bin ich mehr Velo gefahren», meint er rückblickend. Im Orientierungslauf sei er ehrgeiziger. Er führt eine Liste mit allen seinen Läufen. «Der momentane Stand ist bei ungefähr 1400 Läufen in 15 verschiedenen Ländern». Davon war er Dreissigmal in Ungarn und besuchte verschiedene Länder in Europa.

Seine Erfahrung im Orientierungslauf teilt er gerne mit anderen. Dies tut er als Trainingsleiter bei den Bucheggberger Orientierungsläufern. Zusätzlich leitet er seit 29 Jahren den Orientierungslauf beim Eisenbahner Sportverband. Das regelmässige Training tue ihm gut. «Durch den Orientierungslauf habe ich genug Ausdauer und muss nicht speziell trainieren», stellt Jakob fest.

Er hat bereits schon die nächste Idee für eine Fahrradtour im Kanton. «Ich habe mir überlegt, alle Gemeinden im Kanton Solothurn abzufahren», verrät Jakob zu Ende des Gesprächs. Je nach Streckenwahl würde diese ein bis zwei Tage dauern.

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