Trotz einer Steuersenkung von derzeit 130 auf 127 Prozent weist Luterbachs Erfolgsrechnung im Budget 2019 einen Überschuss von 85'897.50 Franken aus. Dies erstaunt, weil kein einziger Posten in der Erfolgsrechnung gekürzt oder gar gestrichen wurde. Was sind die Hauptgründe für dieses gute Ergebnis? Einerseits resultiert ein höherer Steuerertrag durch juristische Personen um 300'000 Franken. Weiter reduzieren sich die Personalkosten aufgrund des Wegfalls einer Schulklasse um 104'000 Franken und auch bei der Verzinsung langfristiger Darlehen ergibt sich ein Minderaufwand von 102'000 Franken.

Nicht zuletzt profitiert die Gemeinde aber auch vom Finanz- und Lastenausgleich, welcher trotz Steuersenkung unverändert 1,132 Mio. Franken beträgt und somit um 213'000 Franken höher ausfällt als im Vorjahr. «Allein durch diese vier Positionen verbessert sich das Budget um 700'000 Franken», erklärt Finanzverwalter Reto Frischknecht.

Die Steuersenkung um drei Prozent ergibt jährliche Einbussen von rund 240'000 Franken. Dennoch ist der Steuerertrag gegenüber 2018 ungefähr gleich geblieben. «Dies ist den Quellensteuern zu verdanken, die wir vor allem aufgrund der Baustelle der Firma Biogen einnehmen», so der Finanzverwalter. Trotz der guten Ergebnisse bricht Gemeindepräsident Michael Ochsenbein nicht in Jubel aus. Denn der jetzige Zustand ist hauptsächlich auf eine Verkettung glücklicher Ereignisse zurückzuführen. Dadurch ist er aber nicht nachhaltig. So wird die Baustelle nicht ewig Bestand haben und auch die Situation in den Bereichen Darlehen und Lehrkräfte könnte sich bald wieder ändern.

Wasserpreis massiv gesenkt

Auch bei den Gebühren kommt die Gemeinde in den Genuss von massiven Senkungen. So reduziert sich die Abwassergebühr von derzeit 1.90 Franken pro Kubikmeter auf 1.20 Franken und die Grundgebühr für Wasser von 1.50 Franken pro Kubikmeter auf 1 Franken. Auch die Kehrichtgrundgebühr wird von 130 Franken auf 115 Franken pro Jahr und Haushalt gesenkt. Im Gegensatz zu Abwasser und Wasser wird die Senkung bei Letzterem wahrscheinlich nicht kostendeckend sein. «Da das Eigenkapital beim Abfall rund eine halbe Mio. Franken aufweist, haben wir dies als gerechtfertigt angesehen», erklärt Ochsenbein. Sollte es auf Jahre hinaus jedoch nicht ausgeglichen sein, dann müsse die Abfallgebühr halt wieder angepasst werden.

Die Nettoinvestitionen belaufen sich trotz Abstrichen auf 2,69 Mio. Franken. «Das ist für die Gemeinde Luterbach viel – eigentlich zu viel», sagt Frischknecht. Denn der Selbstfinanzierungsgrad beträgt nur 37,34 Prozent. Rund 1,7 Mio. Franken fehlen der Gemeinde, um die Investitionen zu finanzieren. «Auf Dauer können wir uns dies nicht leisten», so der Finanzverwalter.