«Böses Erwachen»

In Lommiswil wird mit baldiger Verschuldung gerechnet

Lommiswil soll einen Kinderhort bekommen. Um ihn in der Anlaufphase zu unterstützen, hat der Gemeinderat einen Rahmenkredit von 80'000 Franken zulasten der Investitionsrechnung verabschiedet. (Archiv)

Lommiswil soll einen Kinderhort bekommen. Um ihn in der Anlaufphase zu unterstützen, hat der Gemeinderat einen Rahmenkredit von 80'000 Franken zulasten der Investitionsrechnung verabschiedet. (Archiv)

An der Gemeindeversammlung von Lommiswil kam ein Rahmenkredit von 80'000 Franken für einen Kinderhort zur Abstimmung. In den Mitteilungen war die Postagentur, die in den Volg integriert wird, ein Thema.

Gemeindepräsidentin Erika Pfeiffer spricht an der Budget-Gemeindeversammlung von einem baldigen „bösen Erwachen auf Seiten der Behörden“ betreffend der Abstimmung vom 30. November zum neuen Finanzausgleich. Sie sei nach wie vor überzeugt, dass dieser nicht zum erhofften Ziel führe und grosse Probleme mit sich bringe.

Dabei dankte sie der Gemeindebevölkerung, dass sie an der Urne hinter dem Entscheid des Gemeinderats gestanden haben, den neuen Finanzausgleich abzulehnen. Nach Pfeiffer stünde Lommiswil nun, was die Finanzausgleichszahlung betrifft, noch vor ungewisser Zukunft, da der Kanton die genauen Prozentzahlen des Betrags noch festlegen müsse. Der Aufwand der Laufenden Rechnung 2015 beträgt fast sieben Millionen.

Da für das kommende Jahr noch das bisherige Finanzierungsgesetz gilt, kann Lommiswil aber einen Ertragsüberschuss von 106'000 Franken für das nächste Jahr verbuchen: Die Gemeinde wird vom Kanton den Betrag von 509'000 Franken zur Übergangsfinanzierung erhalten. Wäre am 30. November der neue Finanzausgleich abgelehnt worden, hätte der Kanton diesen Beitrag nicht mehr in dieser Höhe ausgezahlt.

Die Summe hätte 382'000 Franken betragen. Doch die Verschuldung Lommiswils würde gemäss Pfeiffer in den nächsten Jahren wegen des neuen Finanzausgleichs zunehmen. „Auch ist es massgeblich, wie hoch die Beiträge des Kantons im sozialen Bereich ausfallen werden“, erklärt sie.

Poststelle schliesst im kommenden Jahr

Die Postagentur des Dorfes ist schon längere Zeit im Gespräch mit der Gemeindeverwaltung, die Öffnungszeiten können nicht mehr gedeckt werden, da es ansonsten zu betrieblichen Unkosten käme. „E-Mails ersetzen zunehmend Briefe und immer mehr Zahlungen erfolgen übers Internet“, beschreibt Pfeiffer. So wird die Poststelle voraussichtlich im Juli 2015 geschlossen, dafür würden neu im Dorfladen Volg Postdienste angeboten, die mit Bargeld genutzt werden können. Heute Mittwoch wird ein Flugblatt die Gemeindebevölkerung informieren. Pfeiffer ist froh, dass das Gespräch mit dem Dorfladen gut funktioniert und dieses Angebot zustande kommt. „In ein paar Jahren würde die Post ohnehin schliessen müssen“, erklärt Pfeiffer.

Die Befragungswoche des Zukunftprojekts „üses Lommiswil“ brachte viele Ideen zusammen, wie das Dorf noch attraktiver gemacht werden könne. Nun soll eine Startveranstaltung definieren, für welche Projekte sich interessierte Einwohner finden lassen.

Es wird einen Kinderhort geben

Der Bund legt fest, dass, insofern der Bedarf vorhanden ist, die Gemeinde durch Unterstützung Sorge zu tragen hat, das ein Kinderhort auf die Beine gestellt werden kann. Gemeinderätin Roswitha Eichberger (Bildung und Jugend): „Es gab immer wieder Anfragen für einen Kinderhort und so ist es an der Zeit, dieses Angebot umzusetzen. Im Haus der Bürgergemeinde ist eine Wohnung freigeworden, die man dafür nutzen kann.“

Im Projekt „üses Lommiswil“ sei ein Bedarf öfters erwähnt worden. Auch gäbe es seit April eine Kita im Dorf, die sehr gut liefe. Im Kinderhort können schulpflichtige Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis zwölf Jahren ihre Freizeit verbringen. Die Grundlagen für die Organisation eines Kinderhorts sind kantonal geregelt und mit viel Aufwand verbunden. Um den Kinderhort in der Anlaufphase zu unterstützen hat der Gemeinderat einen Rahmenkredit von 80'000 Franken zulasten der Investitionsrechnung verabschiedet. Dieser wurde mit deutlicher Mehrheit von den 57 Stimmberechtigten angenommen.

Die Anträge zum Budget des Gemeinderats wurden an der Gemeindeversammlung einstimmig gewährt, darunter die Feuerwehrsatzabgabe auf 10 Prozent festzulegen und den Finanzierungsfehlbetrag von 367'000 Franken durch die Aufnahme von Darlehen zu decken. Der Steuerfuss der einfachen Staatssteuer wurde durch die Annahme bei natürlichen Personen auf 130 Prozent, bei juristischen auf 100 Prozent festgelegt.

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