Gemeinderat
In Langendorf ist eine Steuererhöhung im Anmarsch

Der Gemeinderat von Langendorf befasste sich mit Budget 2018, dem Finanzplan und der Post.

Patric Schild
Merken
Drucken
Teilen
Bald stehen grosse Investitionen an. Deshalb ist eine Steuererhöhung kaum umgänglich.

Bald stehen grosse Investitionen an. Deshalb ist eine Steuererhöhung kaum umgänglich.

Keystone

Die Finanzierung in Langendorf sehe «hundslausig» aus, machte Gemeindeverwalter Kurt Kohl bei der Vorstellung des Finanzplans 2018 bis 2022 sowie des Budgets 2018 dem Gemeinderat unmissverständlich klar. Zwar sehe es für die kommenden zwei Jahre noch einigermassen akzeptabel aus, aber «ab 2020 kehrt es grausam, wenn die grossen Bauten kommen», sagte Kohl. Gemeint ist das Grossprojekt Schulraumerweiterung, welches mit rund 16 bis 17 Mio. Franken zu Buche schlagen wird.

Im Jahre 2020 rechnet der Finanzplan für Langendorf mit einem gewichteten Nettoverschuldungsquotienten (NVQ) von 172 Prozent – im Folgejahr sogar mit 190 Prozent. «In diesem Fall wären wir voll in der Schuldenbremse drin. Das heisst, wir müssen vorher Gegensteuer geben, damit wir knapp dran vorbeischrammen», erklärte der Gemeindeverwalter. Und dies sollte besser früher als später geschehen, so Kohl weiter. Die Schuldenbremse greift bei einem NVQ von über 150 Prozent, ab diesem Moment muss der Selbstfinanzierungsgrad mindestens 80 Prozent betragen oder der Kanton droht einzuschreiten.

«Klare Verhältnisse schaffen»

Konkret bedeute dies, so Kurt Kohl, dass eine Erhöhung des Steuerfusses unumgänglich sein wird. Da das Ziel eine einmalige Steuererhöhung ist, warnte der Gemeindeverwalter davor, hierbei nur die jetzige Konstellation zu berücksichtigen. Stattdessen müsse die finanzielle Situation über einen längerfristigen Zeitraum angeschaut werden. Daher werde es zu einem Mischsatz kommen, welcher alle Faktoren einbeziehe und irgendwo zwischen 4 und 7 Prozent angesiedelt sein werde. Ausschlaggebend hierfür wäre ein 10-Jahres-Plan, welcher die Finanzkommission (Fiko) auszuarbeiten hat.

Gemeindepräsident Hans-Peter Berger wies darauf hin, dass dieser Auftrag eigentlich schon vor zwei Jahren bei der Fiko deponiert worden, aber noch nichts geschehen sei. Diese Aussage löste im Gemeinderate reichlich Unbehagen aus, und man war sich einig, dass die Fiko nun – in Hinblick auf die kommende Gemeindeversammlung – gefordert sei, schnellstmöglich klare Verhältnisse zu schaffen. «Damit steht oder fällt das ganze Projekt», sagte Gemeinderat Patrick Suter.

Post: «Säbelrasseln bringt nichts»

Der Gemeindepräsident informierte über die mögliche Schliessung der Poststelle. Berger erklärte, dass im Falle einer definitiven Schliessung zwei Optionen zur Verfügung stünden: Eine betreute oder eine unbetreute Agentur. «Die erste Variante wird bevorzugt, denn wir akzeptieren keine unbetreute Agentur», so der Gemeindepräsident. Zudem müsse der Standort zentral gelegen sein.

Das bedeutet, dass sich die Filiale im Perimeter Raiffeisenbank-Migros-Coop befinden soll. Gemeinderat Daniel Hürlimann empfahl den Verhandelnden, die Poststelle noch nicht abzuschreiben, sondern Langendorf vielmehr als Zentrum für die umliegenden Gemeinden anzupreisen, was die hiesige Poststelle notwendig mache.

Hans-Peter Berger entgegnete, dass sich die Konsumenten anders verhalten. Zwar warte man noch auf weitere Zahlen vonseiten der Post, aber bereits jetzt sei klar, dass in Langendorf die Einzahlungen in den letzten Jahren um 18 Prozent zurückgegangen seien. Dies liege über dem schweizerischen Durchschnitt und spreche klar gegen einen Erhalt. Nachteilig sei zudem, dass die Bellacher Poststelle geöffnet bleiben soll. Ins gleiche Horn stiess Patrick Suter, indem er erklärte, dass dies schlicht ein finanzpolitischer Entscheid der Post sei. «Ein Säbelrassen – wie etwa in Subingen – bringt nichts», so der Freisinnige. Zudem könne eine betreute Agentur auch Positives mit sich bringen wie etwa längere Öffnungszeiten.

Der Gemeinderat hat ausserdem einstimmig beschlossen, den Aufgabentreff der Pro Juventute in Langendorf ab 2018 finanziell mit einem budgetierten Jahresbeitrag von 2800 Franken zu unterstützen. Der Kostenbeitrag der Eltern beläuft sich pro Semester auf 128 Franken.