Gemeindeversammlung
In Horriwil werden Steuern um 7 Prozentpunkte gesenkt

Die Gemeindeversammlung von Horriwil stimmt einer Senkung des Steuersatzes um 7 auf 125 Prozentpunkte zu. Das Budget sieht ein Defizit von 33'600 Franken vor.

Marlene Sedlacek
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Das Zentrum von Horriwil.

Das Zentrum von Horriwil.

Hanspeter Bärtschi

Auch wenn ihm klar war, dass das Volk eine Senkung der Steuern erwartete, präsentierte Gemeindepräsident Franz Schreier einen ausgeglichenen Voranschlag, der auf dem bisherigen Steuerfuss von 132 Prozent basiert. Er nannte drei Gründe, weshalb das Budget sehr konservativ gerechnet sei und eine Steuersenkung dieses Jahr nicht infrage komme: «Wir wissen nicht genau, wie sich der neue Finanzausgleich auswirken wird.»

Dann beinhalte das Rechnungsmodell HRM2, das 2016 von allen Gemeinden eingeführt werden muss, viele Fragezeichen. Die dritte, grösste Unsicherheit jedoch bot der Steuereingang. «Es bestehen noch offene Einsprachen», beklagte Schreier. Er könne nicht mit Geldern jonglieren, die noch nicht vorhanden seien, gab er zu bedenken.

Trotzdem eine Senkung

Zur Überraschung aller meldete sich José Exposito von «Gewinde Ziegler» zu Wort. Die erwähnten offenen Beschwerden betrafen ebendieses Unternehmen. Exposito bekräftigte, dass die Firma ihre Steuerschulden bezahlen werde. «Dies soll auch den Einwohnern zugutekommen», plädierte er und schlug eine Steuersenkung um sieben Prozent vor. 38 von 45 Anwesenden stimmten dem Antrag zu.

Mit einem Steuerfuss von 125 und zusätzlich budgetierten Steuereinnahmen von 100 000 Franken beinhaltet das Budget nun einen Aufwandüberschuss von 33 600 Franken.

Die Investitionsrechnung weist Nettoinvestitionen von 245 700 Franken aus. Investiert wird unter anderem in den Turnplatz. «Die Kletter- und Reckstangen sind bei den Kindern nicht mehr gefragt», so Schreier. Ein attraktives Kombiklettergerüst soll diese ersetzen. Der pflegeintensive Sand wird unfallverhütenden Fallschutzmatten weichen.

Mit der Umstellung der Beleuchtung in der Subingenstrasse wurden dieses Jahr rund 60 Prozent Stromkosten eingespart. Zudem mussten die Leuchtmittel nie ausgewechselt werden, was den Einsatz der Hebebühne überflüssig machte. Der Gemeinderat will an diesen Erfolg anknüpfen und weitere Strassenzüge mit LED-Leuchten ausrüsten.

Schule hat guten Ruf

Weiter beschloss das Stimmvolk eine Pensenerhöhung der Schulleiterin von 30 auf 35 Prozent. 30 Prozent seien zu wenig, um den ständig wachsenden Anforderungen von Kanton, Eltern und Lehrpersonen gerecht zu werden, meinte Schreier. Zudem müsse die Schulleiterin mangels Schulsekretariat alle Schreibarbeiten selber erledigen.

Der Übungssold der Feuerwehrleute wird von 15 auf 20 Franken pro Stunde angehoben. «Wir wollen eine selbstständige und schlagkräftige Feuerwehr. Diese muss angemessen besoldet werden», forderte der Gemeindepräsident.

Was einst gang und gäbe war, kann man sich heute nicht mehr erlauben: Mit Ross und Wagen wurde der Abfall abtransportiert und ins Lättloch geworfen. Nun fordert der Kanton eine technische Untersuchung der ehemaligen Kehrichtdeponie Hintermatt. Die Kosten dafür werden sich auf 36 800 Franken belaufen, wovon Kanton und Bund 75 Prozent zurückvergüten werden. Die Untersuchung wird zeigen, ob eine Sanierung der Deponie nötig ist.