Gemeinderat
In Günsberg hätten 65 Neubauten Platz

Der Gemeinderat nahm offiziell Kenntnis vom Räumlichen Leitbild. Innerhalb des örtlichen Siedlungsgebietes gäbe es genügend Baulücken mit Parzellen, die bebaut werden könnten.

Gundi Klemm
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Ohne nahe zusammenrücken zu müssen, könnte in Günsberg noch gebaut werden.

Ohne nahe zusammenrücken zu müssen, könnte in Günsberg noch gebaut werden.

Yves Wälchli

Viele Einwohner erinnern sich noch an den Workshop, der im April unter grosser Beteiligung der Bevölkerung in der Turnhalle stattfand. Damals wurden unter der Leitung von Reto Affolter und Ladina Schaller vom Planungsbüro WAM Wünsche für eine zukunftsgerichtete Entwicklung des Dorfes zusammengetragen.

Diese Anliegen hat die Leitbild-Planungsgruppe gebündelt und zu Leitsätzen formuliert. Den Entwurf präsentierten sie nun offiziell im Gemeinderat, der sich mit den in fünf Schwerpunkten zusammengefassten Grundsätzen intensiv befasste. Das Räumliche Leitbild dient bekanntlich zur Vorbereitung der Ortsplanungsrevision und eröffnet der Bevölkerung die Möglichkeit zur Mitsprache. In Günsberg findet am 17. August der grosse Mitwirkungsanlass statt, über dessen nochmals bearbeitetes Ergebnis dann die Gemeindeversammlung im Dezember abstimmt.

27 Einzelanliegen

Die Leitsätze sind in die Bereiche Positionierung und Zusammenarbeit, Bevölkerungsentwicklung und -struktur, Entwicklung Bauzone, Einwohnerdichte und Siedlungsqualität, Infrastruktur und Arbeiten, sowie Umwelt/ Natur/ Landschaft/Nichtsiedlungsgebiet geordnet. Die Aussagen dazu hinterfragte der Gemeinderat kritisch. Denn diese Leitsätze sind für die örtlichen Behörden verbindlich. Als Credo versteht sich der erste Satz: «Günsberg positioniert sich als attraktive Wohngemeinde in unmittelbarer Nähe zur Agglomeration Solothurn mit hoher Lebensqualität».

Die Merkmale bezüglich Siedlung, Freizeit, Erholung und Landschaft werden ausführlich dargestellt. Der erste Punkt, an dem rätliche Stimmen einhakten, ergab die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung auf 1'300 Einwohner. Ob man nun neuen statistischen Schätzungen glaubt, die Ansiedlung etwa der Firma Biogen und anderer Industrieunternehmen am Jurasüdfuss als Auslöser eines Entwicklungsschubs betrachtet oder eher auf der seit einem Jahrzehnt fast gleichbleibenden Günsberger Einwohnerzahl beharrt, bleibt eine Spekulation auf die Zukunft.

Affolter konnte jedenfalls auf die Frage von Max Berner sehr genau nachweisen, dass innerhalb des örtlichen Siedlungsgebietes genügend Baulücken mit Parzellen für 65 Neubauten vorhanden seien. Ohne, dass sich Menschen zu nah rückten, sei eine vertretbare Verdichtung möglich.

Was Berners Einspruch erneut auf den Plan rief, war die im Leitsatz 7 geforderte «Durchgrünung» in der «qualitätsvollen Einfamilienhaus-Struktur». «Wir sollten uns im Leitbild nicht derartige Fesseln anlegen», befand er. Punkt für Punkt «klopften» Ratsmitglieder die in den Leitsätzen vertretenen Aussagen ab, ob sie förderlich für das Wohlbefinden der jetzigen und nachfolgenden Generation sind.

Finanzen durchleuchtet

Vier Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission (RPK) hatten die Gemeinderechnung 2015 einer genauen Beurteilung unterzogen und einige Mängel erkannt. Der Rat bedauerte, dass diese Liste nicht vorher zur Bearbeitung vorgelegen habe. Die RPK hatte festgestellt, dass Pendenzen früherer Perioden nicht schnell genug bereinigt würden. Dazu zählten beispielsweise Bauabrechnungen, deren Fehlen Gemeindepräsident Thomas Jenni mit dem verzögerten Abrechnungsmodus von dritter Seite erklärte.

Die RPK mahnte ausserdem eine Umstellung des Rechnungsjahrs bezüglich der Steuerperiode, die jetzt von März bis März dauert, aufs Kalenderjahr an. Grund dafür ist, dass die letzte Steuerrate erst im Dezember fällig ist. Zudem erinnerte die RPK daran, dass die jetzt nötige Umstellung vom Abrechnungssystem HRM1 auf HRM2 eine komplexe Aufgabe sei, die nur durch Kursbesuche der involvierten Mitglieder in Behörde und Verwaltung zu erfüllen sei. Der Gemeindepräsident dankte für die Arbeit der Kommission, die auch in ihrer kritischen Analyse sehr geschätzt werde.

Die Jahresrechnung umfasst ein Ausgabentotal der Laufenden Rechnung von 6,1 Mio. Franken. Dazu tragen Finanzen und Steuern mit 4,7 Mio. Franken bei. Der kantonale Finanzausgleich stützt mit 82'200 Franken. Grössere Ausgabenbereiche bestanden 2015 in der Sozialen Wohlfahrt mit 1,2 Mio. Franken, in der Bildung mit 2,36 Mio., bei Umwelt- und Raumordnung mit 615 000 sowie in Behörden und Gemeindeverwaltung mit 606'000 Franken. Erwirtschaftet wurde ein Rechnungsplus von 65'000 Franken. Das Investitionsvolumen lag bei 1,9 (Budget 1,3) Mio. Franken. Bei einem Finanzvermögen von 3.3 Mio. verfügt die Gemeinde über flüssige Mittel im Betrage von 1,5 Mio. Franken. Fremdkapital ist in der Höhe von 5,3 Mio. Franken am Gesamthaushalt mit aktuellem Eigenkapital von 600'000 Franken beteiligt.

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