Bellach

In fünf Jahren sollte der Zustand des Bellacher Weihers stabil sein

Der Bellacher Gemeinderat stimmt der Verlängerung des Weiherprojektes zu. In fünf Jahren sollte die Sanierung abgeschlossen sein.

Das Weiherprojekt soll für weitere fünf Jahre unterstützt werden. Das hat der Gemeinderat Bellach einstimmig entschieden. Vorgängig der Sitzung überzeugten sich die Gemeinderäte vor Ort über den Sinn der Weihersanierung. Seit 2004 wird der Bellacher Weiher, der unter kantonalem Naturschutz steht, sanft saniert. Ein konkretes Ziel war unter anderem, die Verlandung des Weihers zu stoppen. Seit 2009 sind alle Landwirte, die Land im Einzugsgebiet des Weihers bewirtschaften, in das Sanierungsprojekt mit einbezogen. So konnte die Überdüngung des Weihers gestoppt werden. Daneben engagiert sich aber auch die Besitzerfamilie Stöckli für den Weiher und investiert viel Zeit und Arbeit in das Bellacher Naherholungsgebiet.

Wissenschaftliche Begleitung

Umweltwissenschafter Adrian Nufer begleitet das Weiherprojekt seit dessen Start. «Wenn wir das Projekt nochmals um fünf Jahre verlängern können wir die wissenschaftlichen Untersuchungen abschliessen und wir hinterlassen den Weiher danach in einem stabilen Zustand», erklärte er dem Gemeinderat. An der Oberfläche präsentiert sich der Weiher seit Jahren auch im Sommer fast blank. Am Weihergrund hat es aber nach wie vor eine dicke Faulschlammschicht, die sich aktuell in einem Kompostierungsprozess befindet. Wenn dieser abgeschlossen ist, bestehen gute Chancen, dass die Existenz des Weihers langfristig gesichert werden kann.

In den kommenden fünf Jahren sollen deshalb die Weiherbehandlung und das landwirtschaftliche Begleitprogramm weitergeführt werden, ebenso die jährlich vier Messungen der Wasserqualität durch den Kanton. Wichtig sei es, den Kompostierungsprozess in der Sedimentschicht mittels wissenschaftlicher Messungen zu dokumentieren. Als Letztes soll ein wissenschaftlicher Abschlussbericht den Zustand vor Ende der Sanierung aufzeigen. «Wir hoffen, dass wir für die wissenschaftlichen Arbeiten wiederum den Alpiq Ökofonds anfragen können», so Nufer. Diese Anfrage würde 2020 erfolgen. Dann sollten die Resultate der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften in Zollikofen vorliegen.

Enten sind kein Indikator

«Wir werden ab und zu gefragt, ob wir den Weiher nicht sogar kaputt machen, weil er so sauber ist», erklärte Besitzer Thomas Stöckli an der Gemeinderatssitzung. Die Spaziergänger würden die Seerosen und die Enten vermissen, die früher auf dem Weiher zu finden waren. Tatsächlich sei der Weiher aber sehr lebendig, so Nufer. Im Weihergrund konnten 35 verschiedene Lebensarten nachgewiesen werden. «Das zeigt die biologische Qualität. Diese wird nicht durch Schwäne oder Enten angezeigt.» Nufer geht zudem davon aus, dass der Weihergrund nach Abschluss des Kompostierungsprozesses wieder attraktiver werde für pflanzlichen Bewuchs und damit auch für die Seerosen.

Mit der Zustimmung zur Verlängerung des Weiherprojektes genehmigte der Gemeinderat auch jährliche Aufwendung von 25'000 Franken. Damit werden unter anderem die Plocher-Produkte finanziert, die die Landwirte im Einzugsgebiet des Weihers verwenden. Die Plocher-Produkte bestehen aus Materialien wie Steinmehl oder Zuckerrohrmelasse und sind für die Verwendung im biologischen Landbau zugelassen. Die Landwirte geben die Plocher-Produkte der Gülle und dem Hofmist zu und bringen sie auch auf dem Boden aus.

Seit einigen Jahren haben auch Selzach und Lommiswil einen Beitrag an die Sanierung bezahlt. Sollten diese Beträge weiter fliessen, würde der Anteil der Gemeinde Bellach kleiner.

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