Corona

In Etziken müssen auch die Jodler ihr Jubiläumskonzert verschieben

Die heutige Tracht soll zum Jubiläum durch ein neues Outfit – mit neuem Hut – abgelöst werden.

Die heutige Tracht soll zum Jubiläum durch ein neues Outfit – mit neuem Hut – abgelöst werden.

Vor 100 Jahren wurde der Jodlerklub Alpenglühn in einer Nachbargemeinde von Etziken gegründet. Am 6. Juni sollte das Jubiläum gefeiert werden. Doch wegen des Coronavirus kommt es anders.

Es ist reiner Zufall, dass dieses Jahr zwei Vereine in Etziken ihr 100-Jahr-Jubiläum begehen. Beide setzen auf die Stimme. In Etziken gegründet wurde aber nur der Männerchor Etziken. Der andere Jubilar, der Jodlerklub Alpenglühn Etziken wurde 1920 gegründet, genau zehn Jahre nach derjenigen des Eidgenössischen Jodlerverbandes. Das müsste in Bolken oder Inkwil geschehen sein. Jedenfalls wurde er Jodlerklub Bolken-Inkwil genannt. Sein erster Präsident war Walter Gasche.

Schon bald bei Wettsingen mit dabei

Offenbar hat man das Jodeln dabei wirklich von Beginn an ernst genommen. Als in Basel 1924 erstmals ein Eidgenössisches Jodlerfest stattfand, weckte das auch beim jungen Jodlerklub ernsthafte Gelüste. Denn schon das vierte Eidgenössische, das 1933 in Interlaken stattfand, besuchte er. Seither kamen einige dazu. Der Besuch der alle drei Jahre stattfindenden Eidgenössischen Musikfeste ist beim Klub eine Tradition geblieben. Das blieb auch nach dem Wechsel 1948 in ein Probelokal in Etziken. Die Verlegung des Sitzes wurde auch gleich zu einer Namensänderung genutzt. Damals wurde der heutige Name gewählt. Der ist auch passend, nicht nur wegen des Probelokals.

Die Mitglieder kommen vorab aus Etziken, aber auch aus dem Wasseramt und das Einzugsgebiet reicht bis Aarburg. Unter dem Namen Alpenglühn Etziken besucht er nicht nur möglichst alle Eidgenössischen Feste seither, sondern auch jene des Nordwestschweizerischen Jodlerverbandes. Bei dessen vorletzter Austragung 2013 in Derendingen war er auch einer der Trägervereine. Selbstverständlich war er auch beim letzten Nordwestschweizerischen in Mümliswil. Von dort brachte er ein stolzes «Sehr gut» heim.

Mit der neuen Dirigentin Doris Hirsbrunner aus Sissach möchte der Jodlerklub auch weiterhin auf der Erfolgswelle reiten und an den Traditionen festhalten. Dazu zählen auch die Waldgottesdienste. Mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren ist das kein Problem, auch wenn das älteste Mitglied 65 ist. Natürlich würde man gerne einige Jodler mehr in den eigenen Reihen sehen. Von Nachwuchsproblemen will Präsident Beat Ochsenbein jedoch nicht sprechen. Der Bestand ist seit Jahren ausgeglichen. Und erst im letzten Jahr ist mit Roman Zemp ein neues Mitglied dazu gestossen. Aber es wäre schon schön, die Last auf mehr Schultern verteilen zu können. Besonders wichtig sind den Jodlern die Jodlerabende. An denen bieten sie auch immer wieder dem Nachwuchs Auftrittsmöglichkeiten.

Geheimnis rund um die neue Jodlertracht

Am 6. Juni wollte man Jubiläum feiern. In der Zwischenzeit musste der Anlass abgesagt werden. Trotzdem gibt es im Jubeljahr eine neue Tracht. Die Männer haben bei der Firma Wegmüller offenbar neue Hosen, Hemden und einen Jodlerknopf bestellt. Besonders in die Augen wird jedoch vermutlich der neue Mutz stechen. Verraten wird dazu noch nichts. Man will die Überraschung wahren und macht ein grosses Geheimnis daraus. Immerhin war zu erfahren, dass es auch einen neuen Hut geben soll. Ob die Frauen weiterhin ihre individuellen Trachten tragen werden, wird ebenfalls nicht verraten.


Bekannt ist in der Zwischenzeit, dass das Jubiläumsfest der Jodler am 4. September 2021 nachgeholt wird.

Meistgesehen

Artboard 1