Riedholz
In dieser turbulenten Komödie ist jede Menge «Äktschn» drin

Die Theatergruppe Riedholz lädt zur turbulenten Komödie «Tatort Villa Bock», einer köstlichen Persiflage auf die gegenwärtig allzu vielen «Tatorte» mit Mord, Totschlag und finsteren Gedanken.

Gundi Klemm
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Spielen nicht nur Theater zusammen: Die Mitglieder des Riedholzer Ensembles.

Spielen nicht nur Theater zusammen: Die Mitglieder des Riedholzer Ensembles.

Gundi Klemm

Kriminalschriftsteller Hugo Bock (Christian Gaugler) sitzt nervös und gestresst in seinem Arbeitszimmer. Telefonisch hat er die Quittung für seinen Seitensprung erhalten: Er wird erpresst und soll für sein Liebesabenteuer eine Million zahlen. Mit berufsbedingter Fantasie hat er aber wie in einem Drehbuch einen Plan entwickelt, wie er sich des ihm unbekannten Erpressers entledigen will.

Mithilfe seines nicht eingeweihten Freundes Karl Häberli (Pascal Gygax) will er den Ablauf dieses, seines «perfekten Verbrechens» in allen Einzelheiten durchgehen. Dumm nur, dass dieser dramatischen Probe lauter Zufallsbesucher zum Opfer fallen. Schränke und Truhe in der Wohnung Villa Bock sind am laufenden Band angefüllt mit Personen wie der eigenen, vor Schreck in Ohnmacht gefallenen Schwiegermutter (Ramona Blaser), einem zur Strecke gebrachten Ausbrecherpaar (Beat Biberstein/Sabine Radke), dem an Krimistoffen interessierten Hollywood-Produzenten Charly (Rolf Gut) und der vorübergehend ins Koma gefallenen Geliebten Amanda (Béatrice Müller).

Nach ihren scheinbaren Todesfällen erfreuen sich aber alle wieder ihrer «Auferstehung». Keinen wirklichen Überblick über die Ereignisse verschafft sich die zur Suche der Ausbrecher angerückte, äusserst redselige Polizistin (Eufrosina Merluccio), und mit Unverständnis gegenüber den chaotischen Tollhaus-Vorgängen reagiert auch Bocks Ehefrau (Kathrin Gurtner).

«Einfach herrlich»

Maria (Sabine Schär), Dienstmädchen im Hause Bock, wollte eigentlich ins Kino gehen. Doch die laufend wechselnde, bis zur Absurdität gesteigerte Szenerie mit jeder Menge turbulenter «Äktschn» in Bocks Wohn- und Arbeitszimmer, in dem sich bewusstlose Zeitgenossen stapeln, findet sie in ihren schrägen Kommentaren «einfach herrlich». Keinen Durchblick mehr hat ihr inzwischen völlig aus dem Häuschen geratener Chef Hugo, der irrlichternd umherspringt, laufend schwere Körper hochwuchten, verstecken und im Garten ein Loch für die bevorstehende Entsorgung der Leichen schaufeln muss. In diesem, seinem persönlichen Albtraum wartet er nur noch auf den wirklichen Erpresser.

Bei dieser dreiaktigen Komödie von Daniel Kaiser handelt es sich um eine köstliche Persiflage auf die gegenwärtig allzu vielen «Tatorte» mit Mord, Totschlag und finsteren Gedanken. Die Riedholzer Theatercrew hat mit spürbarem Vergnügen aus dem dialogreichen Stoff ein wahres Lustspiel gemacht, dessen geradezu abgründig komischen Texte und Ereignisse das Publikum zum Lachen reizen. Regie und Bühnenbild liegen wieder in den Händen von Beat Biberstein, der dies seit der Gründung der jetzt 38 Mitglieder umfassenden Theatergruppe nun zum 18. Mal – immer zum Abschluss der Herbstferien – mit der ihm eigenen Perfektion und Hingabe erledigt.

Gesorgt ist an den Unterhaltungsabenden auch für warme Küche, Tombola und Barbetrieb. «Wir spielen aber nicht nur Theater», erläutert Theatergruppen-Präsident Hansruedi Siegrist den Zusammenhalt der Truppe. Man treffe sich auch während des Jahres zu gemeinsamen Unternehmungen wie Ausflug, Reise und dem stets gemütlichen Chlouse-Höck.

Aufführungen in der Turnhalle Riedholz am Mittwoch, 18., Freitag, 20. und Samstag, 21. Oktober, jeweils 20.15 Uhr mit vorgängiger Platzreservation unter Tel. 032 622 70 56. Die Nachmittagsvorstellung mit Gratiseintritt um 13.30 Uhr findet am Samstag, 21. Oktober statt.